Werktagsgottesdienst vom 10.11.2016: Stefan Beyer – Johannes 1:29-51 – Eine Begegnung mit Jesus


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Johannes 1:29-51 – Eine Begegnung mit Jesus

  • Das Johannesevangelium ist eine Geschichte, wie Jesus seine verlorenen Schafe sucht und zu sich führt.
    • 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe. 3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. (Johannes 10:2-4)
  • Der rettende Glaube in seinen Schafen entsteht immer durch eine Begegnung mit Jesus, bei dem sie seine Herrlichkeit sehen.
    • 11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn. (Johannes 2:11)
    • Diese Herrlichkeit zeigt sich oft in eine besonderen Eigenschaft Jesu, die sich in diesen Geschichte in einem Titel niederschlägt.
  • Diese Begegnungen geschehen auf vielfältige Weise.
  • Aus einer persönliche Begegnung mit Jesus entsteht der Wunsch, daß auch andere ihm begegnen.
    • Alle, die eine echte Begegnung mit Jesus gehabt, seine Herrlichkeit gesehen und zum Glauben gekommen sind, fangen an, andere auf Jesus hinzuweisen.
    • Jesus, als der gute Hirte, der seine verlorenen Schafe sucht und zu sich führt, benutzt das Zeugnis seiner schon gefundenen Schafe, um die anderen zu retten.
Johannes der Täufer begegnet Jesus
29 Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! 30 Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen. 32 Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit Heiligem Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist.
  • Johannes der Täufer war ein Prophet nach alttestamentlichem Vorbild.
  • Er sieht in Jesus der Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen und Typen.
    • Abraham sollte seinen Sohn opfern, aber ein Widder wird stellvertretend geopfert (1. Mose 22).
    • Beim Auszug aus Ägypten schützt die Israeliten das Blut eines Lammes vor dem Todesengel (2. Mose 12).
  • Johannes sieht, daß Jesus die Erfüllung dessen ist, wozu sein Dienst gedacht war.
  • Gott beglaubigte die Identität Jesu mit einem Zeichen, auf das er Johannes durch eine Prophezeiung vorbereitete.
  • Johannes kannte also die Kennzeichen des Messias aus dem Alten Testament und erkannte ihre Erfüllung in Jesus.
  • Er sieht und erkennt die Herrlichkeit Jesu als das Lamm Gottes (agnus Dei).
  • Danach wird es zum Inhalt seines Lebens, anderen zu bezeugen, daß Jesus der Sohn Gottes ist.
Andreas und Johannes der Evangelist begegnen Jesus
35 Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. 36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! 37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: “Lehrer”), wo wohnst du? 39 Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
  • Andreas und Johannes der Evangelist waren durch die Verkündigung von Johannes dem Täufer schon vorbereitet.
    • Aber sie waren Jesus noch nicht selbst begegnet und hatten seine Herrlichkeit noch nicht selbst erfahren.
  • Sie hören auf das Zeugnis von Johannes dem Täufer und folgen Jesus nach.
  • Ihr Wunsch war es, die Herrlichkeit von Jesus als gottgesandter Lehrer (Rabbi) zu erfahren.
    • Deshalb fragen sie ihn nach seiner Wohnstätte und verbringen den ganzen Tag mit ihm.
    • Durch intensive Zeit mit Jesus erkannten sie, daß er der Messias, der Gottgesandte, war.
    • Jesus muß sie aus der Fülle des Heiligen Geistes heraus gelehrt haben.
      • 2 Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. (Jesaja 11:2)
Petrus begegnet Jesus
40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den “Gesalbten”). 42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: “ein Stein”).
  • Andreas ist begeistert davon, daß er den Messias gefunden hat, das Ziel seiner Suche und jemand mit übernatürlicher Autorität.
  • Er berichtet seinem Bruder von dieser Entdeckung und führt ihn zu Jesus.
  • Ohne daß Petrus selbst etwas sagen kann, spricht Jesus eine souveräne Berufung über ihn aus und schenkt ihm eine neue Identität.
  • Jesus benutzt die Familienbeziehung von Andreas, um eine Schlüsselperson in der frühen Kirche zu berufen.
  • Auch wenn wir von Andreas nicht mehr viel hören, hat Gott ihn dennoch benutzt, um durch einen anderen, der durch ihn zum Glauben gekommen ist, sein Reich mächtig zu bauen.
Philippus begegnet Jesus
43 Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen; da findet er Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach!
  • Jetzt macht sich Jesus selbst auf den Weg.
  • Er scheint gezielt nach Galiläa zu reisen und Philippus zu suchen.
    • So wie er später Philippus gezielt zu dem Kämmerer sendet.
      • 26 Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam. 27 Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, da war ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger der Kandake, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war; dieser war gekommen, um in Jerusalem anzubeten, 28 und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. (Apostelgeschichte 8:26-28)
  • Er tritt völlig unerwartet in das Leben von Philippus und ohne weitere Mittelsmänner.
  • Jesus beruft Menschen in seine Nachfolge.
    • Rettender Glaube ist im Johannesevangelium mehr als ein reines intellektuelles Bekenntnis.
    • Glaube ist das tiefe Aufnehmen und Wertschätzen von Jesus, das zu einer konsequenten Nachfolge führt.
Nathanael begegnet Jesus
44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. 45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das! 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen!
  • Bei Nathanael sieht man den Umgang von Jesus mit jemanden, der zunächst skeptisch und stolz war.
  • Philippus bezeugt Jesus nicht gegenüber einem Familienmitglied, sondern einem Bürger aus der gleichen Stadt.
  • Er stellt Jesus als den vor, der in dem ganzen Alten Testament verheißen wurde.
    • Das Alte Testament ist eine der besten Quellen, um eine Begegnung mit Jesus vorzubereiten und andere zum Verständnis das Evangeliums zu führen.
    • Das Alte Testament hatte einen kommenden Propheten-Priester-König verheißen, der Gott gleich sein wird.
      • 18 Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde. (5. Mose 18:18)
      • 4 Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! (Psalm 110:4)
      • 13 Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. 14 Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrundegehen. (Daniel 7:13-14)
  • Nathanael begegnet sofort mit Einwänden und Vorurteilen.
    • Zum Teil waren sie berechtigt, denn der Messias sollte aus Bethlehem kommen (Micha 5:2).
    • Aber Nathanael kannte nicht die ganze Geschichte von Jesus und die unerwartete Weise, wie Gott seine Verheißungen erfüllt hat.
  • Philippus läßt sich nicht abbringen, sondern lädt Nathanael ein, Jesus selber kennenzulernen und zu prüfen, ob er der Messias ist.
  • Jesus bestätigt seine Autorität gegenüber Nathanael, indem er ihm übernatürliches Wissen offenbart.
  • Aufgrund dieser übernatürlichen Bestätigung erkennt Nathanael die Herrlichkeit Jesus als der Sohn Gottes und König von Israel.
  • Jesus verheißt ihm, daß er sogar noch größere Herrlichkeit sehen wird, indem Jesus der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist und die Herrlichkeit Gottes erfahrbar macht.
Anwendung
  • Um an Jesus zu glauben, müssen Menschen seine Herrlichkeit sehen.
  • Diese Herrlichkeit entdecken sie aus der biblischen Geschichte.
    • Deswegen ist ein Glaubensgrundkurs, der durch das Alte Testament zu Jesus führt eine der besten Möglichkeiten, das Evangelium zu vermitteln.
  • Jede Begegnung mit Jesus ist anders.
  • Jesus benutzt das Zeugnis seiner Nachfolger, um Familienangehörige, Freunde, Schüler oder Mitbürger zu erreichen.
  • Er kann aber auch selbst Menschen begegnen und sie in seine Nachfolge berufen.
  • Jesus kann sich Skeptikern gegenüber identifizieren, wenn sie bereit sind, die Ansprüche von Jesus zu prüfen.
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