Predigt vom 20.11.2016: Stefan Beyer – Hebräer 7:1-19 – Bedenkt, wie groß Jesus ist

Download

Hebräer 7:1-19 – Bedenkt, wie groß Jesus ist

  • Der Glaube der Hebräer war angefochten.
    • Sie lebten in einer Großstadt (Rom), wo sie als Christen in der Minderheit waren und die anderen einen ganz anderen Lebensstil hatten.
    • Sie wurden um ihres Glaubens willen verfolgt, weil sie sich weigerten, den Kaiser anzubeten.
    • Sie kam aus einem jüdischen System mit vielen äußerlichen Ritualen und Zeremonien. Der Glaube an Jesus war weniger greifbar und es bestand die Gefahr, sich wieder zurück ins Greifbare zu wenden.
  • Auch unser Glaube wird angefochten und wir stehen in der Gefahr, uns von Jesus Christus, unserem wahren Haupt, abzuwenden, und uns greifbareren Dingen zuzuwenden.
    • Wir suchen Trost und Halt in einer Beziehung.
    • Wir lenken uns mit den modernen Medien ab.
    • Wir flüchten in Religiösität und äußerliche Zeremonien.
    • Wir flüchten uns in die Arbeit und suchen dort Schutz und Stabilität.
    • Wir versuchen, ein stabiles und harmonisches Zuhause aufzubauen, was die Beziehung zu Gott ersetzt.
  • Der Schlüsselanruf des Schreibers an angefochtene Christen ist: So seht nun (theoreo), wie groß er ist.
    • Um im Glauben stark zu bleiben, müssen wir beständig auf die Größe von Jesus im Evangelium schauen und darüber nachdenken.
  • Der Schreiber wendet wieder einen Vergleich an, um die Größe von Jesus zu zeigen: diesmal den Priester Melchisedek aus 1. Mose 14:18-20.
    • 18 Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten. 19 Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Allerhöchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde! 20 Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. (1. Mose 14:18-20)
1 Denn dieser Melchisedek war König von Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchsten; er kam Abraham entgegen, als der von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte, und segnete ihn. 2 Ihm gab auch Abraham den Zehnten von allem. Er wird zuerst gedeutet als “König der Gerechtigkeit “, dann aber auch als “König von Salem”, das heißt König des Friedens. 3 Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens; und als einer, der dem Sohn Gottes verglichen ist, bleibt er Priester für immer.
  • Lot, der ein Neffe Abrahams war, lebte in der Stadt Sodom.
  • Der König dieser Stadt verlor einen Krieg und Lot wurde samt seiner Familie verschleppt.
  • Abraham eroberte die Gefangenen durch einen nächtlichen Überfall zurück.
  • Auf seinem Rückweg zum König von Sodom, um die Gefangenen zurückzugeben, begegnet ihm plötzlich ein Priester.
  • Dieser Priester war zugleich König einer Stadt namens Salem.
  • Der Schreiber des Hebräerbriefs benutzt nun dieses Begegnung, um durch einen typologischen Vergleich die Größe von Jesus darzustellen.
  • Bei der Typologie vergleicht man alttestamentliche Bilder und Themen mit ihrer größeren Erfüllung in Jesus.
  • Was war das besondere an Melchisedek, was ihn zu einem Bild für Jesus macht?
    • Er war zugleich Priester und König.
    • Er segnete Abraham und brachte damit seine höhere Stellung zum Ausdruck.
    • Abraham brachte ihm als Ausdruck der Anbetung Gottes den Zehnten von allem, was er besaß.
    • Er ist durch seinen Namen und durch den Namen seiner Stadt sowohl ein König der Gerechtigkeit als auch ein König des Friedens.
    • Obwohl des 1. Buch Mose soviel Wert auf Geschlechtsregister legt, sind von Melchisedek weder Vorfahren noch Nachfahren aufgezeichnet.
    • Obwohl er selber starb, ist er durch das Fehlen der Vorfahren und Nachfahren dennoch ein Bild für den Sohn Gottes, der ein ewiger Priester ist.
  • Wie hat Jesus diesen alttestamentlichen Schatten von Melchisedek erfüllt und sogar noch weit übertroffen?
    • Er war ein Priester, der selbst zum Opfer wurde.
    • Doch zur gleichen Zeit war er König, der durch dieses Opfer seinen größten Sieg errang und sein Reich begründete.
    • Er hat für seine Erlösten allen geistlichen Segen erworben und überschüttet sie damit.
    • Er empfängt alle Anbetung und Gaben seiner Erlösten.
    • Er ist voller Gerechtigkeit und hat das Gesetz Gottes vollkommen erfüllt.
    • Er ist der Prinz des Friedens, der Frieden zwischen Gott und Frieden unter den Menschen geschaffen hat.
    • Er ist ein ewiger Priester, der sein Amt fürimmer ausübt.
4 So seht nun, wie groß der ist, dem selbst Abraham, der Patriarch, den Zehnten von der Beute gab! 5 Zwar haben auch diejenigen von den Söhnen Levis, die das Priestertum empfangen, den Auftrag, vom Volk den Zehnten zu nehmen nach dem Gesetz, also von ihren Brüdern, obgleich diese aus Abrahams Lenden hervorgegangen sind; 6 der aber, der sein Geschlecht nicht von ihnen herleitet, hat von Abraham den Zehnten genommen und den gesegnet, der die Verheißungen hatte! 7 Nun ist es aber unwidersprechlich so, daß der Geringere von dem Höhergestellten gesegnet wird; 8 und hier nehmen sterbliche Menschen den Zehnten, dort aber einer, von dem bezeugt wird, daß er lebt. 9 Und sozusagen ist durch Abraham auch für Levi, den Empfänger des Zehnten, der Zehnte entrichtet worden; 10 denn er war noch in der Lende seines Vaters, als Melchisedek ihm begegnete.
  • Der Schreiber ruft die Hebräer auf, darauf zu sehen und darüber nachzudenken, wie groß und mächtig diese alttestamentliche Figur Melchisedek ist, dem doch sogar der große Abraham den Zehnten gab.
    • Der entscheidende Punkt ist, daß sie dann erkennen und darüber nachdenken, wieviel größer Jesus ist, auf den Melchisedek nur schwach hindeutet.
  • Außerdem will er ihnen deutlich machen, daß es töricht wäre, wieder zum alttestamentlichen Priestertum und seinen Gesetzen zurückzukehren, weil jetzt der gekommen ist, der noch viel größer als das alles ist.
  • Gott hatte schon zu Beginn der Bibel durch Melchisedek angedeutet, daß das alttestamentliche System eigentlich nur eine Übergangsphase ist, bis die Fülle in Christus gekommen ist.
    • Aber von dieser Fülle wollten sich die Hebräer wieder abwenden und den Schatten dienen.
11 Wenn nun durch das levitische Priestertum die Vollkommenheit gekommen wäre – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen -, wozu wäre es noch nötig, daß ein anderer Priester nach der Weise Melchisedeks auftritt und nicht nach der Weise Aarons benannt wird? 12 Denn wenn das Priestertum verändert wird, so muß notwendigerweise auch eine Änderung des Gesetzes erfolgen. 13 Denn derjenige, von dem diese Dinge gesagt werden, gehört einem anderen Stamm an, von dem keiner am Altar gedient hat; 14 denn es ist ja bekannt, daß unser Herr aus Juda entsprossen ist; und zu diesem Stamm hat Mose nichts über ein Priestertum geredet. 15 Und noch viel klarer liegt die Sache, wenn ein anderer Priester auftritt, von gleicher Art wie Melchisedek, 16 der es nicht geworden ist aufgrund einer Gesetzesbestimmung, die auf fleischlicher Abstammung beruht, sondern aufgrund der Kraft unauflöslichen Lebens; 17 denn er bezeugt: “Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks”. 18 Damit erfolgt nämlich eine Aufhebung des vorher gültigen Gebotes wegen seiner Kraftlosigkeit und Nutzlosigkeit – 19 denn das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht -, zugleich aber die Einführung einer besseren Hoffnung, durch die wir Gott nahen können.
  • Jesus hat das alttestamentliche Gesetz, seine Zeremonien und sein Priestertum aufgelöst, weil er
    • Als ein Priester nach der Weise Melchisedeks aufgetreten ist.
    • Er entstammte nicht dem priesterlichen Stamm Levi, sondern dem Stamm Juda, der im Alten Testament nie zum Priesterdienst designiert war.
    • Jesus ist auf eine ganz andere Weise Priester geworden, nicht durch Abstammung, sondern Kraft seines ewigen Lebens.
      • Er ist ein ewiger Priester auf einer ganz anderen Stufe als die levitischen Priester.
  • Jesus hat das alttestamentliche Gesetz aufgehoben, weil es nur ein Schatten war und in ihm die Erfüllung gekommen ist.
    • 3 Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt. (Hebräer 1:3)
  • Das alttestamentliche, religiöse System, zu dem die Hebräer versucht waren, wieder zurückzukehren, wird von dem Schreiber als kraftlos (asthenes) und nutzlos (anopheles) bezeichnet.
  • Außerdem hat es nichts zur Vollkommenheit (telos) gebracht.
  • Das neutestamentliche System zeichnet sich zudem dadurch aus, daß es eine bessere Hoffnung und festere Gewißheit für den Zugang zu Gott verleiht.
    • Bei Abraham hatte Gott noch auf sich selbst geschworen, aber im Neuen Testament bringt er seinen eigenen Sohn zum Opfer und beweißt damit, daß er seine Versprechen erfüllt.
    • Dadurch ist die Hoffnung im Neuen Testament auf einer festeren Gewißheit gegründet und deshalb eine bessere Hoffnung.
      • 32 Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? (Römer 8:32)
    • Außerdem hat Jesus einen besseren und sichereren Zugang zu Gott geschaffen, weil sein Opfer den Weg in das Heiligtum freimacht.
      • 20 Den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, 21 und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, 22 so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser. (Hebräer 10:20-22)
Anwendung
  • Auch wenn du nicht wie die Hebräer in der Versuchung stehst, dich wieder zum alttestamentlichen Gesetz zu wenden, so steht doch jeder von uns in der Gefahr, wenn der Glaube auf die Probe gestellt wird, sich zu etwas Greifbareren und vermeintlich Sichererem zu wenden.
  • Aber, der Schreiber des Hebräerbriefs gibt zu bedenken:
    • Alles andere ist im Vergleich zu Jesus kraftlos und nutzlos.
    • Jesus ist die Erfüllung, von dem alles andere nur ein Schatten ist.
    • Durch ihn haben wir eine bessere Hoffnung als sonst in der Welt.
    • Und durch ihn haben wir freien und privilegierten Zugang zu Gott. Die Sünde zerstört diesen Zugang.
  • Um aber diese Kraft und Majestät von Jesus praktisch zu erfahren, müssen wir auf ihn im Evangelium schauen und nachsinnen.
    • Wir müssen die Schatten im Alten Testament studieren und die glorreiche Erfüllung im Neuen Testament feiern.
    • Wir müssen die Verheißungen Gottes studieren und den Tod Jesus, der die Unterschrift in Blut unter jeder Verheißung ist.
    • Wir müssen über das Opfer Jesu nachdenken, damit wir auch praktisch diesen freien und herrlichen Zugang zu Gott erleben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: