Gottesdienst vom 16.10.2016: Stefan Beyer – Hebräer 4:1-13 – Die Ruhe der Gläubigen

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  • Der Autor setzt die Ermahnung aus Kapitel 3 fort.
    • Israel konnte aufgrund ihres Unglaubens nicht ins verheißene Land.
    • Die Hebräer standen vor der gleichen Gefahr.
  • Das verheißene Land ist ein Symbol für die letztendliche Erlösung im Himmel.
  • Aber man kann im Glauben jetzt schon in das verheißene Land eintreten und darin leben und die Segnungen der zukünftigen Welt schmecken.
  • Nun verwendet der Autor noch ein zweites Bild für die Errettung: Die Ruhe.
1 So laßt uns nun mit Furcht darauf bedacht sein, daß sich nicht etwa bei jemand von euch herausstellt, daß er zurückgeblieben ist, während doch die Verheißung zum Eingang in seine Ruhe noch besteht!
  • Das verheißene Land wird hier als Ruhe bezeichnet, in welche die Israeliten zunächst nicht einzogen.
    • Später führte sie Josua in das verheißene Land.
  • Der Begriff Ruhe drückt aus, daß keine Kampf mehr notwendig ist und alle Feinde besiegt sind.
  • Deshalb ist das alttestamentliche Kanaan nur zum Teil ein Bild für den Himmel, denn in Kanaan mußte Israel noch Feinde überwinden.
  • Für den Schreiber des Hebräerbriefs war es eine reale Möglichkeit, daß Gläubige, die teil des Volkes Gottes sind und sich auf dem Weg zur ewigen Ruhe befinden, doch scheitern können.
    • Sie können zurückbleiben.
  • Das Zurückbleiben wird sich erst herausstellen, wenn der Glaube auf die Probe gestellt wird.
  • Die Gefahr des Zurückbleibens sollte die Hebräer mit heiliger Furcht (Wachsamkeit) erfüllen.
2 Denn auch uns ist eine Heilsbotschaft verkündigt worden, gleichwie jenen; aber das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war.
  • Aus Sicht des Schreibers hatten auch die Menschen des Alten Testaments das Evangelium gehört.
  • Aber es ist entscheidend, daß Evangelium nicht nur zu hören, sondern mit Glauben darauf zu reagieren.
    • Glauben ist das tiefe Vertrauen auf und Wertschätzen von Jesus Christus und alles, was er für Sünder getan hat.
3 Denn wir, die wir gläubig geworden sind, gehen in die Ruhe ein, wie er gesagt hat: “Daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen”. Und doch waren die Werke seit Grundlegung der Welt beendigt; 4 denn er hat an einer Stelle von dem siebten Tag so gesprochen: “Und Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken”, 5 und an dieser Stelle wiederum: “Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!”
  • Anscheinend ist es für den Schreiber des Hebräerbriefs möglich, auch jetzt schon in die Ruhe Gottes einzugehen.
  • Ruhe hat demnach auch etwas mit dem Ende von Arbeit zu tun.
  • Das heißt, der Schreiber versteht die Ruhe auf zwei Weisen:
    • Zunächst die letztendliche Rettung und den Eingang in das ewige Reich des Herrn und die Ruhe von den Feinden.
    • Die jetzige Erfahrung der Rettung und das Aufhören mit den eigenen Werken, um Gottes Ansehen zu erlangen oder zu verdienen.
6 Da nun noch vorbehalten bleibt, daß etliche in sie eingehen sollen, und die, welchen zuerst die Heilsbotschaft verkündigt worden ist, wegen ihres Unglaubens nicht eingegangen sind, 7 so bestimmt er wiederum einen Tag, ein “Heute”, indem er nach so langer Zeit durch David sagt, wie es gesagt worden ist: “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht!”
  • Zum Eingang in die Ruhe Gottes ist es notwendig, auf die Heilsbotschaft mit Glauben zu antworten.
  • Aber es ist auch notwendig, auf die Stimme Gottes zu hören und sein Herz für ihn zum Gehorsam zu öffnen.
8 Denn wenn Josua sie zur Ruhe gebracht hätte, so würde nicht danach von einem anderen Tag gesprochen. 9 Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; 10 denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen.
  • Der Sabbat des Alten Testaments war eine bildlich-symbolische Darstellung der Glaubensruhe des Gläubigen.
  • Wer in diese Glaubensruhe eingeht, muß sich das Ansehen Gottes nicht mehr selbst verdienen, sondern vertraut voll und ganz auf das vollbrachte Werk Jesu Christi.
11 So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.
  • Für den Schreiber des Hebräerbriefs ist die Errettung eines Christen nicht eine einmal fertige Sache, sondern eine fortgesetzte Anstrengung, die als Belohnung die Errettung hat.
  • Wir sollen eifrig bestrebt sein, in die Ruhe Gottes einzugehen.
    • Wir müssen aktiv danach streben, auf das Evangelium zu vertrauen, um jetzt die Ruhe in Christus zu erfahren.
    • Wir müssen beständig vertrauen in den Herausforderungen unseres Glaubens, um in die letztendliche Ruhe eingehen zu können: das ewige Reich des Herrn.
  • Das heißt nicht, daß ein echter Christ seinen Errettung verlieren kann, aber es heißt, daß sich ein echter Christ darin auszeichnet, daß er beständig danach strebt, in die Glaubensruhe des Evangeliums einzugehen und Gott in schwierigen Zeiten zu vertraut, um sein Leben als Christ treu zu führen und zu beenden.
  • Es heißt auch nicht, daß wir uns die Errettung durch unseren Treue verdienen.
    • Deswegen liegt die Betonung auf Ruhe, welche ausdrückt, daß wir nicht auf die eigenen Werke vertrauen, sondern auf Gottes Werk am Kreuz.
    • Und die Betonung liegt auf Glauben, bei dem wir auf Gottes Gnade allein vertrauen.
12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.
  • Ein zentrales Mittel für einen ausdauernden Glauben ist das Wort Gottes.
    • Es ist das lebendige und wirksame Werkzeug, daß Gott benutzt, um unseren Glauben zu stärken.
  • Aber damit das Wort Gottes seine mächtige Wirkung in unserem Leben entfalten kann, müssen wir uns durch das Wort prüfen und korrigieren lassen.
    • Das Wort ist ein Schwert, welches in unser Herz dringt.
    • Es ist ein Richter, welches unser Herz beurteilt.
    • Es enthüllt und deckt auf.
  • Wir müssen dieses Werk in unserem Leben zulassen und mit Glauben und Buße reagieren.
  • Buße ist das
    • Offenlegen des Herzens für das Wort Gottes,
    • das Bereuen der Schuld,
    • das feste Vertrauen auf das Evangelium,
    • das tiefe Abwenden von der Sünde
    • und das freudige Hinwenden zu Gott.
Anwendung
  • Um in die Glaubensruhe einzugehen müssen wir:
    • Gott fürchten.
    • Auf das Evangelium mit Vertrauen antworten.
    • Auf die Stimme Gottes hören und das Herz öffnen.
    • Ganz auf das vollbrachte Werk Jesu Christi vertrauen und von den eigenen Werken ablassen, um Gottes Ansehen zu verdienen.
    • Sich vom Wort Gottes prüfen und verändern lassen.

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