Werktagsgottesdienst vom 08.09.2016: Stefan Beyer – Anbetung (Teil 2)

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Werktagsgottesdienst vom 8. September 2016

Anbetung Teil 2

  • Anbetung hat immer etwas mit den Gefühlen zu tun.
  • John Piper schreibt in seinem Buch “Sehnsucht nach Gott” (https://www.3lverlag.de/ebooks/ebook-sehnsucht-nach-gott.html):
    • “Durch Anbetung spiegele ich freudig den Wert Gottes wider. Das kann man nicht als bloße Pflichthandlung machen. Es kann nur geschehen, wenn spontane Gefühle der Zuneigung im Herzen entstehen. Denk mal an das Bild eines Hochzeitsjubiläums. Meins ist am 21. Dezember. Stell dir vor, ich bringe Noel an dem Tag Rosen vorbei. Als sie mir in der Tür begegnet und die Rosen sieht, sagt sie: “John, die sind wirklich schön. Vielen Dank.” und umarmt mich. Stell dir dann vor, daß ich trocken antworte: “Kein Problem. Das war meine Pflicht.” Was passiert? Ist nicht die Ausübung einer Pflicht etwas Nobles? Ehren wir nicht diejenigen, denen wir pflichtbewußt dienen? Nicht viel. Nicht, wenn es von nicht Herzen kommt. Pflichtbewußte Rosen sind ein Widerspruch in sich. Wenn ich nicht durch eine spontane Zuneigung zu ihr als Person angetrieben bin, dann ehren sie die Rosen nicht. Sie machen sie sogar klein, weil sie eigentlich aussagen, daß sie nicht genug Wert und Schönheit in meinen Augen hat, um meine Zuneigung zu erregen. Alles, was ich aufbringen kann, ist ein berechneter Ausdruck meiner ehelichen Pflicht. Die wahre Pflicht der Anbetung ist nicht die äußere Form, sondern der Befehl: “Habe deine Lust am Herrn” (Psalm 37:4). Der Grund, warum das die wahre Pflicht der Anbetung ist, ist das so Gott geehrt wird, im Gegensatz zum Abspulen eines Rituals. Wenn ich meine Frau zu unserem Jubiläum zum Essen ausführe und sie mich fragt: “Warum machst du das?”, dann ehrt sie diese Antwort am meisten: “Weil mich nichts glücklicher macht, als bei dir zu sein.” “Es ist meine Pflicht.” entehrt sie. “Es ist mir eine Freude.” ehrt sie. Wie ehren wir Gott in der Anbetung? Wenn wir sagen: “Das ist meine Pflicht”, oder wenn wir sagen: “Das ist meine Freude”?”
  • Wir müssen Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten, mit Herz und Verstand, mit Gefühlen und Gedanken.
    • Wenn wir nur auf die Gefühle achten, dann kann unser religiöser Eifer in Ausdrücke abrutschen, die Gott nicht gefallen.
    • Wenn wir nur auf die Wahrheit achten, dann ist unsere Anbetung eisig und vorhersagbar.
  • Jesus sagte, daß das größte Gebot beeinhaltet, Gott mit dem Herzen und mit dem Verstand anzubeten.
    • 30 Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!” Dies ist das erste Gebot. (Markus 12:30)
  • Aber was machen wir, wenn die Gefühle nicht da sind, selbst für eine längere Zeit? Sollen wir mit der Anbetung aufhören?
    • Wir sollten dann in der Anbetung ausharren, weil es das Richtige ist, weil es unsere Pflicht ist.
    • Anbetung ist zwar viel mehr als eine Pflicht aber nicht weniger.
    • Außerdem entsteht neuer Eifer oft im Kontext der Anbetung (wenn man doch wieder zur Gemeinde gegangen ist).
  • Jeder geistliche Pilger muß einige geistliche Wüsten überqueren auf seinem Weg zur himmlischen Stadt.
    • Bete zu Gott für die “Ströme lebendigen Wassers” (der Heilige Geist), die Jesus in Johannes 7:38 verheißt.
      • 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Johannes 7:38)
    • Höre niemals auf, in der Wüste anzubeten. Die Oase ist oft näher, als du denkst.
Anbetung wird erwartet – sowohl öffentlich als auch privat
  • Hebräer 10:25 gibt den Gläubigen das Gebot, regelmäßig an der gemeinschaftlichen Anbetung teilzunehmen.
    • 25 Indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen. (Hebräer 10:25)
  • Die erste Disziplin im Rahmen der geistlichen Übung der Anbetung ist das Entwickeln der Gewohnheit, treu die Versammlungen mit anderen Gläubigen zu besuchen, in denen das Ziel ist, Gott anzubeten.
  • Das Christentum ist kein Religion des Individualismus.
  • Das Neue Testament beschreibt die Gemeinde mit Bildern wie den Leib (1. Korinther 12:12), ein Gebäude (Epheser 2:21) und einen Haushalt (Epheser 2:19), die jeweils die Beziehung des Einzelnen zur Gesamtheit ausdrücken.
  • Wenn man das Christentum nur für sich selber lebt und praktiziert, dann verpaßt man unnötig und sündhaft viel Segen und Kraft von Gott.
  • Dieser Vers spricht davon, daß diejenigen, die aufgegeben haben, sich mit den anderen zu versammeln, eine unchristliche Gewohnheit entwickelt haben.
  • Versammlung bedeutet hier die physische Versammlung von Gläubigen. Die modernen Medien sind kein Ersatz für die Anbetung in der Gemeinde.
  • Die Qualität deiner persönlichen Beziehung zu Gott entschuldigt dich nicht von der Anbetung mit anderen Gläubigen.
  • Auch wenn du wie Georg Müller betest, brauchst du die gemeinschaftliche Anbetung.
  • Der Puritaner David Clarkson sagte zu diesem Thema:
    • “Die wunderbarsten Dinge auf der Welt geschehen im Gottesdienst, obwohl sie oft so gewöhnlich aussehen. Hier spricht der Herr zu den vertrockneten Knochen und erweckt tote Seelen aus dem Gräbern der Sünde. Hier hören die Toten die Stimme des Sohnes Gottes und seiner Botschafter, und die es hören werden leben. Hier schenkt er den Blindgeborenen, daß sie sehen können. Es ist die Wirkung des verkündigten Evangeliums, daß die Augen von Sündern geöffnet werden und sie von Finsternis zum Licht gewendet werden. Hier heilt er kranke Seelen mit einem Wort, die sonst unheilbar für Menschen und Engel sind. Hier überwindet er den Teufel und treibt unreine Geister aus den Seelen von Sündern, die lange von ihm beherrscht wurden. Hier besiegt er die Mächte der Finsternis und macht, daß der Satan wie ein Blitz vom Himmel fällt. Hier wendet er die ganze Natur von Sündern um, läßt alte Dinge verschwinden und alles neu werden. Das sind Wunder und würden als solche erachtet werden, wenn sie nicht so häufig im Gottesdienst geschehen würden. Es ist richtig, daß der Herr sich nicht auf den Gottesdienst beschränkt, um diese Wunder zu tun, aber das ist der gewöhnliche Ort, wo er sie vollbringt.”
  • Auf der anderen Seite, egal wie erfüllend unsere regelmäßige Feier des Gottesdienstes ist, es gibt bestimmte Erfahrungen mit Gott, die er nur in unsere persönlichen Anbetung schenkt.
  • Jesus nahm treu jeden Sabbat an der öffentlichen Anbetung Gottes in der Synagoge teil und an den geistlichen Festen Israels.
  • Daneben spricht aber Lukas: “16 Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete.” (Lukas 5:16).
  • Der puritanische Kommentator Matthew Henry sagte: “Öffentliche Anbetung entschuldigt uns nicht von privater Anbetung.”
  • Wie können wir Gott einmal wöchentlich öffentlich anbeten, wenn wir ihn nicht während der Woche privat anbeten?
  • Können wir erwarten, Gott mit Feuer im Gottesdienst anzubeten, wenn wir das Feuer nicht an den anderen Tagen in der privaten Anbetung schüren?
  • Ist nicht der Grund dafür, daß uns der Gottesdienst langweilig ist, oft darin zu suchen, daß wir Gott nicht im privaten anbeten?
  • Gott möchte, daß wir ihn privat anbeten, um uns zu segnen.
  • Wir begrenzen unsere Freude, wenn wir Gott nicht persönlich anbeten.
  • Es ist eines der größten Segen im Leben, daß Gott den Zugang zu ihm und die Freude seiner Gegenwart nicht auf den Gottesdienst beschränkt!
  • Täglich Stärkung, Wegweisung und Ermutigung stehen uns zur Verfügung.
  • Wir können täglich in der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus wachsen.
Anbetung ist eine Disziplin, die wir kultivieren müssen
  • Jesus sagte: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten.” (Matthäus 4:10)
  • Gott im Laufe eines ganzen Lebens anzubeten benötigt Disziplin.
  • Ohne Disziplin wird unsere Anbetung oberflächlich und unbeständig sein.
  • Es gibt kein größeres Ziel im Leben, als sich auf Gott zu fokussieren und in Anbetung auf ihn zu antworten.
  • Anbetung ist ein Ziel für sich, aber auch ein Mittel zu einem anderen Ziel: Gottesfurcht.
  • Desto mehr wir Gott wirklich anbeten, desto mehr werden wir wie er.
  • Menschen werden zu dem, worauf sie sich fokussieren.
    • Wir imitieren und ahmen nach, worüber wir beständig nachdenken.
    • Kinder ahmen ihre Helden nach, von denen sie träumen.
    • Jugendliche ziehen sich wie ihre Vorbilder aus Sport oder Musik an und widmen ihnen ihre ganze Zeit.
    • Erwachsene imitieren die, die “es geschafft haben”, und kopieren ihre Geschäftspraktiken oder persönlichen Gewohnheiten.
  • Wenn wir uns mehr auf die Welt als auf den Herrn konzentrieren, werden wir immer weltlicher und nicht gottesfürchtiger.
  • Wenn wir gottesfürchtig werden wollen, dann müssen wir uns auf Gott fokussieren und ihn diszipliniert anbeten.
  • Wenn wir trotz dieser Disziplin nicht in der Gottesfurcht wachsen, sollten wir uns geistlichen Rat suchen.
    • Sprich mit einem reifen Christen, der ein erfülltes Leben der Anbetung hat.
    • Sei nicht überrascht, daß du Hilfe im christlichen Leben brauchst und hab keine Angst, um Hilfe zu bitten.
  • Der moderne Mensch wird so beschrieben: “Er betet seine Arbeit an, arbeitet während er spielt, und spielt wenn er anbetet.”
Weitere Anwendungen
  • Wirst du dich verpflichten, Gott täglich anzubeten?
    • A.W. Tozer sagte: “Wenn du Gott nicht sieben Tage die Woche anbetest, dann betest du ihn überhaupt nicht an.”
    • Die Wasser der Anbetung sollten immer von unseren Herzen fließen und nicht abreißen.
    • Gott ist immer Gott und der Anbetung würdig.
  • Wirst du Gott wirklich anbeten?
    • David Clarkson: “Was immer du im Gottesdienst machst, tu es mit aller Kraft. Schüttle die träge, lauwarme Stimmung ab, die Gott so verabscheut. Es reicht nicht, daß nur dein Leib im Gottesdienst ist. Wenn du nur durch deinen Leib anbetest, ist das wie die Anbetung eines Aases. Es geht um Anbetung der ganzen Seele. David sagte nicht nur “mein Fleisch verlangt nach dir”, sondern auch “meine Seele dürstet nach dir”. Dann nähert sich der Herr uns, wenn der ganze Mensch auf ihn wartet. Dann wird er sich finden lassen, wenn wir ihm mit unseren ganzen Herzen suchen.”
    • Anbetung ohne echte Anbetung ist langweilig und heuchlerisch.
    • Wenn dich Anbetung langweilt, dann betest du nicht wirklich an.
    • Stell dir vor, daß ein Geschöpf, welches am Thron Gottes anbetet, sagt: “Ich ertrag das nicht mehr.”
    • Sie würden nie auf den Gedanken kommen in alle Ewigkeit.
    • Stattdessen beten sie Gott “Tag und Nacht” ohne Unterbrechung an (Offenbarung 4:8).
    • Weil das Objekt unserer Anbetung der herrliche und majestätische Gott des Himmels ist, dann liegt das Problem, wenn unsere Anbetung leer ist, an uns, dem Subjekt, nicht an Gott, dem Objekt.
    • Er ist aller Anbetung würdig, der besten und tiefsten Anbetung, die wir ihm geben können.
    • Die geistliche Übung der Anbetung öffentlich sowie privat ist ein Mittel, das Gott uns gegeben hat, um Gnade zu empfangen und in Christus zu wachsen.
    • Wenn wir in der Anbetung wachsen, dann wachsen wir in der Ebenbildlichkeit zu Christus.
    • Der amerikanische Präsident Calvin Coolidge sagte einmal: “Nur wenn die Menschen anfangen, anzubeten, dann fangen sie an, zu wachsen.”

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