Predigt vom 28.08.2016: Stefan Beyer – Hebräer 1:1-13 – Eine majestätische Person

Stefan Beyer – Hebräer 1:1-13 – Eine majestätische Person

  • Unser Gottesbild ist das, was unser Glaubensleben am meisten beeinflußt.
    • Wenn unser Gottesbild klein ist, wird der Glaube auch nur einen kleinen Teil in unserem Leben spielen und Widerständen nicht standhalten.
    • Wenn unser Gottesbild groß ist, wird der Glaube alles bestimmend in unserem Leben sein und auch Widerständen standhalten.
  • Wie wir über Jesus denken ist das wichtigste, was unser Leben bestimmt.
  • Der Schreiber des Hebräerbriefes stellt uns Jesus als eine überragend majestätische, glorreiche Person vor.
  • Wir brauchen diesen majestätischen Blick auf Jesus, egal was unsere Gefühle und Umstände sagen.
  • Wir sollten mehr unsere Zweifel bezweifeln als an der Majestät von Jesus und seinem Werk zweifeln.
  • Unsere Umstände sind kein hinlänglicher Hinweis auf die Herrlichkeit von Jesus, weil
    • wir in einer Welt leben, die von Sünde beherrscht ist;
    • Gott schwierige Umstände in unserem Leben zuläßt, um unseren Glauben auf die Probe zu stellen.
  • Unsere Gefühle sind kein hinlänglicher Hinweis auf die Herrlichkeit von Jesus, weil
    • unsere Gefühle oft von unseren Umständen beherrscht werden;
    • wir ein sündhaftes Herz haben und unsere Gefühle oft nicht den geistlichen Wahrheiten entsprechen.
  • Der Schreiber des Hebräerbriefs gibt den hebräischen Christen acht Wahrheiten über Christus mit, die ihren Glauben stärken und widerstandsfähig machen sollen.
    • Aller Wahrscheinlichkeit nach waren diese Verse ein früher Hymnus, der auswendig gelernt wurde.
    • Auch wir müssen die geistlichen Wahrheiten fest in unser Herz schreiben lassen, damit unser Glaube stark wird und stark bleibt.
1 Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, 2 hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.
  • Manche sehen in diesen Versen einen Kontrast zwischen dem Wort Gottes (die Bibel), in der sich Gott vorher offenbart hat, während er sich jetzt in einer Person offenbart hat.
    • Es geht hier aber nicht um einen Kontrast zwischen Jesus als Person und dem Wort Gottes, denn wir erfahren von Jesus nur durch das Wort Gottes.
    • Stattdessen geht es um eine Steigerung: Noch viel mehr, als Gott sich durch die Propheten offenbart hat, hat er sich durch seinen Sohn offenbart.
  • Wenn er durch Mose das herrliche Gesetz aufgeschrieben hat, dann hat er es durch Jesus gezeigt und erfüllt.
    • 17 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! (Matthäus 5:17)
  • Wenn er sich durch Elia mit wunderhaften Zeichen als wahrer Gott authentifiziert hat, dann waren die Wunder Jesus noch viel zahlreicher und bestätigten seine Göttlichkeit.
    • 30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. (Johannes 20:30-31)
  • Wenn er Hesekiel seine Herrlichkeit gezeigt hat, dann war Jesus selbst die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit.
    • 14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1:14)
Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen;
  • Jesus ist der souveräne, glorreiche Schöpfer von allem.
    • 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. (Kolosser 1:16)
  • Auf Jesus ist alles ausgerichtet, was auf dieser Erde geschieht. Alles wird irgendwann ihm vollkommen untertan sein.
    • 9 Er hat uns das Geheimnis seines Willens bekanntgemacht, entsprechend dem Ratschluß, den er nach seinem Wohlgefallen gefaßt hat in ihm, 10 zur Ausführung in der Fülle der Zeiten: alles unter einem Haupt zusammenzufassen in dem Christus, sowohl was im Himmel als auch was auf Erden ist. (Epheser 1:9-10)
    • 25 Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. (1. Korinther 15:25)
3 dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens
  • Jesus ist sowohl verschieden von Gott dem Vater (die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit) als auch gottgleich (der Ausdruck seines Wesens).
  • Die Herrlichkeit Gottes war so immens und so vollkommen, daß sie ausstrahlte und eine eigenständige Person wurde.
  • Aber diese Person ist nicht niedriger als Gott, sondern der exakte Ausdruck (griech. charakter) seines Wesen (griech. hypostasis).
  • Daraus lernen wir, daß Gottes Herrlichkeit, egal was unsere Umstände oder Gefühle sagen, absolut immens ist.
    • Das hebräische Wort für Herrlichkeit drückt diesen Gedanken aus: Gott ist schwer, im Sinne riesig, unfaßbar, gefährlich.
  • Deswegen ist der Himmel Gottes so reizvoll, weil wir in Ewigkeit mit diesem Gott zusammenleben, und die Hölle so schmerzvoll, weil sie die gerechte Strafe für die Beleidigung dieser Majestät ist.
    • 10 Verkrieche dich in den Felsen und verbirg dich im Staub aus Furcht vor dem HERRN und vor der Herrlichkeit seiner Majestät! (Jesaja 2:10)
  • Mose konnte Gottes Herrlichkeit nur von hinten erspähen.
    • 18 Er aber antwortete: So laß mich doch deine Herrlichkeit sehen! 19 Und der HERR sprach: Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des HERRN vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich. 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht! 21 Doch sprach der HERR: Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. 22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand solange bedecken, bis ich vorübergegangen bin. 23 Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir hersehen; aber mein Angesicht soll nicht gesehen werden! (2. Mose 33:18-23)
  • In Jesus können wir die Fülle der Herrlichkeit Gottes ins Angesicht sehen.
und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft;
  • Jesus erhält diese Welt und ohne ihn würde alles in sich zusammenfallen.
    • 17 Und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kolosser 1:17)
  • Das Wort tragen (griech. fero) drückt aber noch mehr aus: Jesus führt auch alle Dinge zu seinem Ziel.
    • 24 Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustandekommen, wie ich es beschlossen habe: 26 Das ist der Ratschluß, der beschlossen ist über die ganze Erde, und dies ist die Hand, die ausgestreckt ist über alle Völker! 27 Denn der HERR der Heerscharen hat es beschlossen – wer will es vereiteln? Seine Hand ist ausgestreckt – wer will sie abwenden? (Jesaja 14:24,26-27)
er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat,
  • Das Werk Jesus wird hier nur kurz angerissen, aber dann später im Hebräerbrief über mehrere Kapitel hinweg entfaltet.
  • Das, was Jesus vollbracht hat, wird hier als Reinigung (griech. katharismos) bezeichnet.
  • Der Hintergrund des Wortes ist die rituelle Unreinheit, die uns in der Bibel an mehreren Stellen begegnet:
    • Die Juden wuschen sich vor den Mahlzeiten (Johannes 2:6).
    • Die Taufe des Johannes wird als Reinigung von den Sünden beschrieben (Johannes 3:25).
    • Frauen mußten sich nach der Geburt eines Kindes reinigen (Lukas 2:22).
    • Aussätzige mußten sich nach der Heilung ihrer Krankheit von ihrer rituellen Unreinheit reinigen (Markus 1:44).
    • Aaron mußte einmal pro Jahr das Volk durch das Blut eines Opfertieres reinigen (2. Mose 30:10).
  • Unsere Sünde (egal wie groß sie ist) macht uns unrein und wir sind nicht angemessen gekleidet, um in die Gegenwart Gottes zu kommen.
    • 5 Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)
  • Die Reinigung, die Jesus bewirkt hat, besteht darin, daß er die Strafe für unsere Unreinheit getragen hat und uns die Kleider seiner Gerechtigkeit angezogen hat.
    • 27 Den Jungstier des Sündopfers aber und den Bock des Sündopfers, deren Blut zur Sühnung in das Heiligtum gebracht worden ist, soll man hinaus vor das Lager schaffen und mit Feuer verbrennen, ihre Haut und ihr Fleisch und ihren Unrat. 28 Und der sie verbrannt hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib im Wasser, und danach kann er in das Lager kommen. 29 Und das soll eine ewig gültige Ordnung für euch sein: Am zehnten Tag des siebten Monats sollt ihr eure Seelen demütigen und kein Werk tun, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. 30 Denn an diesem Tag wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen; von allen euren Sünden sollt ihr gereinigt werden vor dem HERRN. (3. Mose 16:27-30)
    • 10 Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. (Jesaja 61:10)
zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.
  • Daß Jesus sich gesetzt hat zeigt, daß sein Werk vollbracht ist.
    • 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht ! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Johannes 19:30)
  • Jesus hat den Kampf gegen den Teufel gewonnen und eine ewige Erlösung für seine Erwählten erwirkt.
  • Nun ist die restliche Weltgeschichte nur eine Auswirkung dessen, was Jesus am Kreuz schon erworben hat.
    • 12 Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt, 13 und er wartet hinfort, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt werden. 14 Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden. (Hebräer 10:12-14)
  • Egal wie schwierig und chaotisch die Umstände wirken, der Sieg ist durch Jesus schon errungen und er lenkt die Geschicke der Welt nach einem festen Plan, um sein Reich zu bauen und seine Erwählten zu sich zu ziehen.
  • Der Schreiber des Hebräerbriefs erinnert die Gemeinde in Rom daran, daß Jesus nicht mehr in einem Kampf mit dem römischen Kaiser ist, sondern den Kampf schon längst gewonnen hat.
    • Die Gemeinde sollte aus dem Bewußtsein des Sieges Jesu leben.
Anwendung
  • Bete Jesus für seine Herrlichkeit an.
  • Lerne diese Wahrheiten auswendig und sinne tief über sie nach.
  • Sprich dir diese Wahrheiten in Zeiten der Anfechtung und des Zweifels zu.
    • Martin Lloyd Jones betonte in seinem Buch “Spiritual Depression”, daß wir uns geistliche Wahrheiten immer wieder zusprechen müssen.

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