Predigt vom 11.09.2016: Stefan Beyer – Hebräer 2:1-4 – Abgleiten vom Evangelium

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Predigt vom 11. September 2016

Hebräer 2:1-4 – Abgleiten vom Evangelium

  • Der Prediger hatte im 1. Kapitel die erhabene Macht und Souveränität des Sohnes Gottes dargestellt.
  • Danach hatte er seine Überlegenheit über die Engel aufzeigt, die von den Juden als Überbringer des mosaischen Gesetzes verehrt wurden.
    • 2 Und er sprach: “Der HERR kam vom Sinai, und er leuchtete ihnen auf von Seir her; leuchtend erschien er vom Bergland Paran und kam von heiligen Zehntausenden her; aus seiner Rechten ging ein feuriges Gesetz für sie. (5. Mose 33:2)
  • Nun schließt er mit einem ermahnenden Teil an, indem er seine Zuhörer auffordert, die Autorität von Jesus zu achten und sich nicht von ihm und seinem Evangelium abzuwenden.
  • Der Hintergrund ist, daß die Gemeinde in der Gefahr stand, wieder in vorchristliche Denkmuster zurückzufallen.
    • Mit der gleichen Herausforderung ist jeder Christ konfrontiert.
1 Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten.
  • Weil Jesus von solch hoher Stellung und Autorität ist, sollen wir auf seine Worte hören und seinem Evangelium glauben.
  • Die Gefahr, in der die Christen standen, war die des Abgleitens.
    • Abgleiten (pararreo) drückt das vom Kurs abkommen eines Schiffes aus.
    • Sie hatten in ihrem Glauben gut angefangen, mußten nun aber Kurs halten in Richtung der himmlische Verheißung.
      • 6 Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, 7 während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. (Galater 1:6-7)
      • 36 Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. (Hebräer 10:36)
2 Denn wenn das durch Engel gesprochene Wort zuverlässig war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den gerechten Lohn empfing,
  • Das mosaische Gesetz war zuverlässig und wurde durch Wunder bestätigt.
    • 11 Wer ist dir gleich unter den Göttern, o HERR? Wer ist dir gleich, herrlich in Heiligkeit, furchtgebietend in Ruhmestaten, Wunder vollbringend? (2. Mose 15:11)
  • Es sah eine Belohnung vor, für jeden, der es hält: Das ewige Leben.
    • 4 Nach meinen Rechtsbestimmungen sollt ihr handeln und meine Satzungen halten, daß ihr in ihnen wandelt; denn ich, der HERR, bin euer Gott. 5 Darum sollt ihr meine Satzungen und meine Rechtsbestimmungen halten, denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben. Ich bin der HERR! (3. Mose 18:4-5)
  • Dabei ging es nicht um eine Gerechtigkeit aus Werken, denn das alttestamentliche Gesetz war auf Glauben hin ausgelegt.
    • 3 Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue; 4 und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt! (Psalm 37:3-4)
  • Paulus und Jesus wenden sich im Neuen Testament gegen die Verformung des Gesetzes als Weg zur Erlösung ohne Glauben an den Erlöser.
    • 2 Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. 3 Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. 4 Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. (Römer 10:2-4)
  • Genauso sah das Alte Testament auch ein schwere Strafe vor für diejenigen, die Gott ungehorsam sind und sich von ihm abwenden.
    • 15 Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, so daß du alle seine Gebote und Satzungen nicht bewahrst und tust, die ich dir heute gebiete, so werden all diese Flüche über dich kommen und dich treffen: 16 Verflucht wirst du sein in der Stadt und verflucht auf dem Feld. 17 Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog. 18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Landes, der Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe. 19 Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang, und verflucht bei deinem Ausgang. 20 Der HERR wird gegen dich Fluch, Bestürzung und Bedrohung entsenden in allem, was du unternimmst, bis du vertilgt wirst und schnell umkommst um deiner bösen Werke willen, weil du mich verlassen hast. (5. Mose 28:15-20)
3 wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung mißachten?
  • Die neutestamentliche Errettung ist noch viel größer und herrlicher als die alttestamentlichen Abbilder.
    • 24 Denn nicht in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, in eine Nachbildung des wahrhaftigen, ist der Christus eingegangen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; 25 auch nicht, um sich selbst oftmals als Opfer darzubringen, so wie der Hohepriester jedes Jahr ins Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut, 26 denn sonst hätte er ja oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst. 27 Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. (Hebräer 9:24-27)
  • Weil die Errettung durch den Sohn Gottes so großartig ist, wird auch das Mißachten dieses Heilswerkes noch viel schwerer bestraft als die Mißachtung der alttestamentlichen Bünde.
  • Mißachten drückt das bewußte Beseitesetzen aus.
    • 1 Da begann Jesus und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. 3 Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. 4 Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! 5 Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe; 6 die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie. 7 Als der König das hörte, wurde er zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. (Matthäus 22:1-7)
Diese wurde ja zuerst durch den Herrn verkündigt und ist uns dann von denen, die ihn gehört haben, bestätigt worden, 4 wobei Gott sein Zeugnis dazu gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.
  • Die neutestamentliche Errettung wurde uns von zuverlässigen Zeugen übermittelt und ist deshalb vertrauenswürdig. Es gibt keine Entschuldigung, sie nicht anzunehmen.
    • Sie wurde vom Sohn Gottes selbst mit Macht verkündigt.
      • 38 Und er spricht zu ihnen: Laßt uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen! 39 Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus. (Markus 1:38-39)
    • Sie wurde von Augenzeugen berichtet.
      • 16 Denn wir sind nicht klug ersonnenen Legenden gefolgt, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus wissen ließen, sondern wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen. (2. Petrus 1:16)
    • Gott selbst bestätigte die Botschaft der Apostel durch Zeichen und Wunder.
      • 20 Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. (Markus 16:20)
      • 12 Die Zeichen eines Apostels sind unter euch gewirkt worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und Kraftwirkungen. (2. Korinther 12:12)
Anwendung
  • Der Prediger läßt bewußt offen, wer in der Gemeinde angesprochen ist, denn er will, daß sich jeder zu Jesus wendet, seine Autorität achtet und auf seine Worte hört.
    • Echte Christen können ihr Heil zwar nicht verlieren, aber sie können geistlich Schaden nehmen, wenn sie
      • auf falsche Lehren hören
      • sich von ihrer sündhaften, vorchristlichen Natur, Denkmustern oder Umgebung beeinflussen lassen
      • im Glauben müde werden und den Lauf nicht mit Ausharren laufen.
    • Menschen, die meinen, daß sie Christen sind, sollen sich nicht vom Glauben abbringen lassen, sondern eine feste Entscheidung für Jesus und seine Errettung treffen.
      • 7 Darum, wie der Heilige Geist spricht: “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 8 so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung, am Tag der Versuchung in der Wüste, 9 wo mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke 40 Jahre lang. 10 Darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht und sprach: Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, 11 so daß ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!” (Hebräer 3:7-11)
    • Nichtchristen sind aufgefordert, Jesus als ihren Herrn und Erlöser aufzunehmen und diese so große Errettung zu erfahren.
    • Es können auch ganze Gemeinden vom Evangelium abgleiten. Diese Gefahr wird in den Sendschreiben der Offenbarung thematisiert.

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