Hebräer 2:5-13 – Christus unser Vorreiter

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Predigtnotizen

  • Für den Schreiber des Hebräerbriefs ist Theologie wichtig, weil für ihn Anbetung wichtig ist.
    • Er weiß, daß Veränderung in unserem Leben nur durch eine veränderte Anbetung unseres Herzens geschieht.
      • Nicht durch Willensstärke.
      • Nicht durch besondere, geistliche Erfahrungen.
    • Deshalb ist der zentrale Aufruf des Hebräerbriefs: “1 Laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, 2 indem wir hinschauen auf Jesus.” (Hebräer 12:1-2)
    • Der folgende Abschnitt dient der Anbetung Jesu.
      • Nicht nur in seiner souveränen Macht und Autorität,
      • sondern auch in seiner Menschwerdung und seinem stellvertretendem Sieg für uns.
  • Um diesen Abschnitt zu verstehen, muß man die Geschichte des Kampfes von David gegen Goliath verstehen (1. Samuel 17).
    • Die Heere der Philister und das Heer Israels standen sich auf zwei Bergseiten gegenüber und wurden durch ein Tal getrennt.
    • Die Philister hatten einen sehr starken Vorkämpfer, der aus ihren Reihen heraustrat und das Heer Israels verhöhnte.
    • Er forderte sie heraus, daß sie einen Mann senden würden, der stellvertretend für sie gegen Goliath kämpfen würde.
    • Aus den Reihen der Israeliten wurde niemand gefunden, bis der unscheinbare Schafshirte David, der aber von Gott gesalbt war, ihn im Kampf überwand.
    • Er erfüllte die Bestimmung des israelitischen Heeres stellvertretend für sie und errang den Sieg auf ihrem Terrain.
    • Das israelitische Heer war nur Zuschauer des Sieges von David, kam aber in den Genuß der Früchte seiner Errettung.
  • Dieser stellvertretende Kampf wurde schon im Garten Eden angekündigt.
    • 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. (1. Mose 3:15)
5 Denn nicht Engeln hat er die zukünftige Welt, von der wir reden, unterstellt; 6 sondern an einer Stelle bezeugt jemand ausdrücklich und spricht: “Was ist der Mensch, daß du an ihn gedenkst, oder der Sohn des Menschen, daß du auf ihn achtest? 7 Du hast ihn ein wenig niedriger sein lassen als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände; 8 alles hast du seinen Füßen unterworfen.”
  • Der Schreiber des Hebräerbriefs zitiert hier aus Psalm 8, wo die großartige Berufung des Menschen niederschrieben ist.
    • 28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde! (1. Mose 1:28)
  • Aber das ganze Alte Testament ist ein Zeugnis davon, wie der Mensch diese hohe Bestimmung nicht erfüllt hat.
    • 5 Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)
  • Wir sind unserem großen Feind, dem Teufel und der Sünde, vollkommen erlegen.
    • 4 Die Gottlosen sind abtrünnig von Mutterleib an, die Lügner gehen auf dem Irrweg von Geburt an. (Psalm 58:4)
  • Das Neue Testament spricht davon, daß wir vollkommen unter dem Machtbereich des Teufels standen.
    • 1 – auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; 3 unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Epheser 2:1-3)
Indem er ihm aber alles unterworfen hat, hat er nichts übriggelassen, das ihm nicht unterworfen wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles unterworfen ist; 9 wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für alle den Tod schmecken.
  • Deswegen liest der Schreiber des Hebräerbriefs Psalm 8 nun christologisch, das heißt auf Christus hin.
  • Christus ist Mensch geworden und für eine kurze Zeit auf diese Erde gekommen, um unsere Bestimmung als Menschen zu erfüllen und den Sieg über den Teufel und die Sünde am Kreuz zu erringen.
  • Nach seinem Sieg wurde Jesus, wie David, mit königlichen Ehren gekrönt.
    • Nur geschah bei David die Krönung nicht sofort, weil selbst auf dem Thron Israels noch ein Vertreter des Teufels saß.
  • Gott hat Jesus zu seiner Rechten eingesetzt und ihm alles unterworfen.
    • Jesus hat die Bestimmung Adams erfüllt und auch den Lohn Adams stellvertretend für uns erhalten.
  • Dieser Fakt ist aber noch nicht mit dem Auge sichtbar.
  • Was wir aber tun können, ist Jesus im Evangelium zu sehen.
    • Dadurch wird unser Glauben gestärkt und unser Leben verändert.
      • Our pleasure and our duty, Though opposite before, Since we have seen His beauty Are joined to part no more (John Newton).
        • Unsere Freude und unsere Pflicht, obwohl sie sich vormals entgegenstanden, sind, seitdem wir seine Schönheit gesehen haben, untrennbar verbunden.
      • To see the law by Christ fulfilled And hear His pard’ning voice, Transforms a slave into a child, And duty into choice (William Cowper).
        • Wenn wir sehen, wie Christus das Gesetz erfüllt hat, und seine vergebende Stimme hören, dann werden wir von einem Sklaven zu einem Kind verwandelt, und unsere Pflicht wird zu einer Freude.
10 Denn es war dem angemessen, um dessentwillen alles ist und durch den alles ist, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden. 11 Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem. Aus diesem Grund schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen, 12 sondern spricht: “Ich will meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen!” 13 Und wiederum: “Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen”; und wiederum: “Siehe, ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat”.
  • Jetzt beschreibt der Schreiber des Hebräerbriefs noch einige der herrlichen Aspekte des Evangeliums.
    • Jesus mußte Mensch werden, weil er ihre Bestimmung erfüllen und ihr Leiden auf sich nehmen mußte (“es war angemessen”).
    • Der Tod Jesu diente der Verherrlichung Gottes (“um dessentwillen alles ist”).
    • Jesu Tod geschah durch die Hand Gottes (“durch den alles ist”).
    • Jesus starb für seine Erwählten und sicherte ihre Errettung (“er führte viele Söhne zur Herrlichkeit”).
    • Jesus ist der Urheber, Prinz, Feldherr unseres Heils (“Urheber ihres Heils”).
    • Alles, was Jesus erwirkte, mußte er durch Leiden erwirken (“durch Leiden”).
    • Jesus heiligt uns (“der, welcher heiligt”).
    • Es besteht eine ewige Einheit zwischen den Erwählten und Jesus, deshalb konnte er auch an ihrer Stelle handeln (“sind alle von einem”).
    • Jesus nennt seine Erwählten seine Brüder und erlöst sie als Brüder (“alle von einem…sie Brüder zu nennen”).
    • Der Auftrag von Jesus ist, seine Brüder zu erretten, aber auch, ihnen den Namen und die Herrlichkeit Gottes kundzumachen (“deinen Namen verkündigen”).
    • Gott hat Jesus Kinder gegeben, die er trotz aller Widerstände errettet (“die Kinder, die Gott mir gegeben hat”).
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