Werktagsgottesdienst vom 18.8.2016: Stefan Beyer – Geistliche Übungen – Beten

Stefan Beyer – Geistliche Übungen – Beten

  • Gott hat ein Ohr, das immer offen steht für seine Kinder.
  • Gebet ist die zweitwichtigste geistliche Übung und hat eine dynamische Beziehung zur Bibelaufnahme.
  • Eine Umfrage in einem großen Gemeindebund ergab, daß die meisten Christen durchschnittlich 5 Minuten pro Tag im Gebet verbringen oder weniger.
Gebet wird von uns erwartet
  • Es geht hier nicht um Gesetzlichkeit, sondern zu kennen, daß der Wille Gottes für uns ist, daß wir beten.
  • Sein Wille ist gut.
  • Jesus erwartet, daß wir beten
    • Matthäus 6:5 – “Und wenn du betest…”
    • Lukas 11:9 – “Und ich sage euch: Bittet…sucht…klopft an.”
    • Lukas 18:1 – “Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, daß es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden.”
  • Gottes Wort macht deutlich, daß wir beten sollen
    • 2 Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Danksagung. (Kolosser 4:2)
      • Wir sind einer Sache gegenüber gewidmet, wenn wir sie zu einer Priorität machen und Opfer für sie erbringen.
    • 17 Betet ohne Unterlaß! (1Thessalonicher 5:17)
      • Gebet ist eine Beziehung, es ist Ausdruck der ungebrochenen Gemeinschaft des Christen zu seinem himmlischen Vater.
      • Beten ohne Unterlaß bedeutet, daß wir das Gespräch mit Gott immer im Hinterkopf behalten sollen, wie wenn wir am Telefon jemanden auf der anderen Leitung halten.
      • Man hört nie auf, mit Gott zu sprechen.
    • Diese zwei Verse sind Gebote des Neuen Testaments und kein Lebensumstand entschuldigt uns vom Gebet.
    • Martin Luther: “So wie es das Geschäft des Schneiders ist, Kleidung herzustellen, und des Schuhmachers, Schuhe zu reparieren, so ist es das Geschäft des Christen, zu beten.”
    • Gebet ist aber nicht nur ein göttlicher Auftrag, sondern auch eine königliche Einladung.
      • 16 So laßt uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe! (Hebräer 4:16)
    • Gebet ist die Möglichkeit, die Barmherzigkeit und Gnade Gottes zu empfangen.
    • Gottes Gebot ist ein Liebesgebot: In seiner Liebe möchte er mit uns kommunizieren und uns segnen.
    • Gott erwartet von uns, daß wir beten, wie ein General erwartet, von seinen Truppen im Kampf zu hören.
      • John Piper: Gebet ist ein Walkie-Talkie für geistlichen Kampf, kein Haussprechanlage, die unsere Bequemlichkeit vermehrt.
      • Gebet dient nicht nur unserer Gottesfurcht, sondern ist auch ein Mittel, um im geistlichen Kampf zwischen dem Reich Gottes und dem Reich des Teufels zu bestehen.
      • Ohne Gebet kämpfen wir ohne unsere Ressourcen oder werden müde im Kampf.
    • Jesus betete.
      • 16 Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete. (Lukas 5:16)
      • Wenn Jesus beten mußte, wieviel mehr wir?
      • Gebet wird von uns erwartet, weil wir es brauchen. Wir werden ohne Gebet nicht wie Jesus sein.
    • Warum beten viele nicht?
      • Sie planen Gebet nicht ein, reservieren dafür keine Zeit.
      • Gebet wird verdrängt von anderen dringenden Dingen.
      • Wir beten nicht, weil wir daran zweifeln, daß etwas passieren wird.
        • Gott verspricht zwar nicht sofortige, sichtbare Antwort, aber jedes Gebet wird beantwortet, oft auf Wegen, die wir nicht sehen, oder die anders sind, als wir es erwarten würden.
      • Wir beten nicht, weil wir Gottes Nähe nicht spüren.
        • Unser Leben sollte durch die Wahrheit der Schrift bestimmt werden, nicht durch unsere Gefühle.
      • Wir beten nicht, weil wir uns unserer tiefen Not nicht bewußt sind.
        • 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. (Johannes 15:5)
        • Aus Stolz und Selbstgenügsamkeit leben wir oft tagelang so, als ob Gebet nur für die großen Dinge notwendig ist, die wir nicht selbst bewältigen können.
      • Wenn unser Bewußtsein für die Größe Gottes und für das Evangelium dunkel ist, dann wird unser Gebetsleben klein sein.
        • Desto weniger wir an das Wesen und den Charakter Gottes denken, und desto weniger wir erinnert werden an das, was Jesus Christus für uns am Kreuz getan hat, desto weniger werden wir beten wollen.
      • Viele Christen beten nicht, weil sie nie das Beten gelernt haben.
Gebet muß gelernt werden
  • Es sollte uns Hoffnung geben, daß Beten etwas ist, was wir lernen müssen.
    • Egal wie schwach oder klein dein Gebetsleben ist, du kannst darin wachsen und stärker werden.
  • In gewisser Hinsicht kann jeder Christ beten so wie jedes Baby schreien kann.
    • Aber wie ein Baby über dieses minimale Level an Kommunikation hinauswachsen muß, so sind auch wir aufgerufen, in unserem Gebetsleben zu wachsen.
  • Die Bibel sagt, daß wir für die Herrlichkeit Gottes beten sollen, in seinem Willen, im Glauben, im Namen Jesus Christi, mit Ausdauer und vieles mehr.
    • Ein Kind Gottes lernt immer mehr so zu beten, so wie ein heranwachsendes Kind immer mehr das Sprechen erlernt.
  • Wir müssen Gott bitten: “Herr, lehre uns beten.” (Lukas 11:1)
  • Indem man betet
    • Man lernt eine Fremdsprache am besten durch praktisches Sprechen.
    • Genauso lernt man Gebet durch Praxis.
    • Der Heilige Geist lehrt uns, wie wir besser beten können.
      • 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. (Johannes 16:13)
    • So wie man ein Flugzeug besser steuern kann, wenn es in der Luft ist, statt am Boden mit dem Motor aus, so kann der Heilige Geist unsere Gebete besser leiten, wenn wir aktiv im Gebet sind.
  • Indem man über die Schrift nachsinnt
    • Nachsinnen ist die wichtige Verbindung von Bibelaufnahme und Gebet.
    • Wir lesen oft die Bibel, machen sie zu, und versuchen dann zu beten.
    • Stattdessen sollte ein fließender Übergang zwischen der Heiligen Schrift und dem Gebet sein. Das geschieht durch das Nachsinnen.
    • David betetet in Psalm 5:2 – “Vernimm, o HERR, meine Worte; achte auf mein Seufzen!”
      • Das Wort für Seufzen ist das gleiche hebräische Wort, welches in Psalm 19:15 für Nachsinnen verwendet wird.
        • 15 Laß die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser! (Psalm 19:15)
      • In beiden Versen war es das Nachsinnen, welches David von der Wahrheit Gottes in das Gespräch mit Gott versetzte.
      • In Psalm 5:2 sann er nach und bittet Gott nun, darauf zu achten.
      • In Psalm 19 denkt David intensiv über das Wort Gottes nach und schließt sein Nachsinnen mit einem Gebet ab.
    • Der Prozeß funktioniert so: Nachdem man eine Bibelstelle aufgenommen hat, sinnt man tief darüber nach, was Gott gesagt hat, verdaut es, und betet dann ein bedeutsames Gebet zu Gott.
    • Man betet über das, was man in der Bibel begegnet ist, personalisiert durch Nachsinnen.
    • Dadurch hat mein ein viel substantielleres Gebet, mehr Sicherheit, weil man über Gottes eigene Gedanken betet und einen fließenden Übergang mit Leidenschaft für das, was man betetet.
    • Diejenigen, welches dieses Geheimnis am besten verstanden, waren die englischen Puritaner, die von 1550 bis 1700 lebten.
    • Richard Baxter in seinem Klassiker “Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners” schrieb: “Wir sollten beim Gebet niemals das Nachsinnen bei Seite legen, wir brauchen beides. Die Mischung von beiden, wie bei Musik, wird noch einträglicher sein. Sie stärken sich gegenseitig. Wir sollten zuerst zu uns selbst durch Nachsinnen sprechen, bevor wir zu Gott im Gebet sprechen.”
    • John Owen, der unter Oliver Cromwell als Kaplan diente und der größte puritanische Theologe war, schrieb: “Nimm bewußt mit deinem Herzen jeden Lichtstrahl der Wahrheit auf, der dir in den Sinn kommt. Danke Gott und bete für die Wahrheiten, die dich kräftig anregen.”
    • Matthew Henry, ein puritanischer Pastor und Bibelkommentator schrieb zu Psalm 19:15: “Davids Gebete war nicht nur seine Worte, sondern sein Nachsinnen. Nachsinnen ist die beste Vorbereitung für das Gebet und Gebet ist das beste Ergebnis des Nachsinnens. Beide gehören zusammen.”
    • Einer der geachtetsten Männer des Gebets war Georg Müller.
      • Er gründete und unterhielt im 19. Jahrhundert ein Waisenhaus in Bristol, England, allein durch Gebet und Glauben.
      • Ohne jemals die finanziellen Bedürfnisse offenzulegen oder jemals Schulden aufzunehmen, konnte er für bis zu 2000 Waisen sorgen.
      • Seine Gebetserhörungen sind legendär, indem immer wieder ungefragt Geld abgegeben wurde.
      • Müller schrieb einmal im Frühjahr 1841: “Vorher war es immer meine Gewohnheit gewesen, morgens zu beten, nachdem ich mit dem Anziehen fertig war. Jetzt habe ich verstanden, daß es das wichtigste für mich ist, das Wort Gottes zu lesen und darüber nachzusinnen, damit dadurch mein Herz getröstet, ermutigt, gewarnt, überführt und gelehrt wird. Durch das Wort Gottes, während ich darüber nachsinne, wird mein Herz in die Gemeinschaft mit dem Herrn geführt.”
  • Indem man mit anderen betet
    • Die Jünger lernten das Beten nicht nur, indem sie Jesus hörten, wie er darüber lehrte, sondern indem sie dabei waren, als er betete.
    • Die Worte “Herr, lehre uns zu beten.” (Lukas 11:1) kamen nicht zufällig, sondern folgten einem Erlebnis, wo sie hörten, wie Jesus betete.
    • Auf die gleiche Weise können wir lernen zu beten, indem wir mit anderen beten, die uns wahres Gebet vormachen können.
    • Wir sollen beim Gebet nicht “plappern wie die Heiden” (Matthäus 6:7), das heißt es geht nicht darum, von anderen besondere Wendungen zu kopieren, die man im Gebet verwendet.
    • Stattdessen können wir von anderen Christen lernen, wie man biblische Gründe vorbringt, warum Gott das Gebet beantworten soll, oder wie man durch Bibelstellen betet, oder wie man für Missionare betet.
    • Die meisten großen Bewegungen im Reich Gottes fingen mit einer kleinen Gruppe an, die gemeinsam betete.
  • Indem man über Gebet liest
    • Lies und studiere die Lektionen von erfahrenen Betern und laß dadurch dein Eisen schärfen (Sprüche 27:17).
      • 20 Der Umgang mit den Weisen macht weise. (Sprüche 13:20)
    • Indem wir Bücher von weisen Männern und Frauen des Gebets lesen, können wir mit ihnen Umgang haben und von den Einsichten über das Gebet lernen, die Gott ihnen gegeben hat.
    • Wir können von Georg Müller lernen, wie man im Glauben betet, oder von David Brainerd, wie man enge Gemeinschaft mit Gott durch das Gebet pflegt.
Gebet wird erhört
  • David redet Gott an: “Du, der du Gebet erhörst.” (Psalm 65:3)
  • Jesus sagte: “Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! 8 Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.” (Matthäus 7:7-8)
  • Andrew Murray schrieb dazu: “Das ist des feste Gesetz im Reich Gottes. Wenn du um etwas bittest, und es nicht erhälst, dann ist etwas falsch oder fehlerhaft in deinen Gebeten.  Bete weiter, laß das Wort und den Geist dich lehren, wie du richtig beten sollst. Aber laß niemals deine Gewißheit schwach werden. Laß jeden Schüler in der Schule Christi des Meisters Wort in aller Einfachheit annehmen. Laßt uns nicht das Wort abschwächen durch menschliche Weisheit.”
  • Gott antwortet immer, aber nicht immer offensichtlich.
  • Manchmal möchte Gott, daß wir mit Ausdauer beten.
  • Manchmal müssen wir aber auch unsere Gebete überprüfen.
    • Beten wir für Dinge, die außerhalb des Willen Gottes sind oder ihn nicht verherrlichen würden?
    • Beten wir mit selbstsüchtigen Motiven?
    • Beten wir, obwohl offensichtliche Sünde in unserem Leben ist, die uns von Gott trennt?
  • Gebet wird immer beantwortet.
  • Spurgeon sagte: “Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand von euch sein Kind so anstichelt, indem du Wünsche in ihm anregst, die du nicht erfüllen möchtest. Es ist sehr ungroßzügig, den Armen Almosen anzubieten, und dann, wenn sie ihre Hand ausstrecken, sie für ihre Armut zu verspotten und die Almosen zurückzuhalten. Es wäre ein grausamer Zusatz zu den Leiden der Kranken, wenn sie nur ins Krankenhaus gebracht würden, um dort unbeaufsichtigt zu sterben. Woimmer Gott dich zum Gebet führt, will er, daß du empfängst.”
  • Durch die Bibelstellen über das Gebet und durch seinen Geist führt uns Gott zum Beten. Er wird uns nicht frustriert zurücklassen, indem er die Tür des Himmels zuschlägt.
Weitere Anwendungen
  • Da Gebet erwartet wird, wirst du beten?
    • Wir müssen bewußte Entscheidungen über unser Gebetsleben treffen.
    • Wir müssen uns spezifische Pläne machen.
  • Da Gebet erlernt werden kann, wirst du anfangen zu lernen?
    • Wirst du mit dem Nachsinnen beginnen?
    • Hast du einen Plan, regelmäßig mit anderen zu beten?
    • Bist du bereit, mehr über das Gebet zu lernen, indem du darüber liest?
    • Wann fängst du an?
  • Da Gebet beantwortet wird, wirst du mit Ausdauer beten?
    • Das Bitten, Suchen und Anklopfen in Matthäus 7:7-8 ist im griechischen Präsens, das heißt, wir müssen beständig beten, bevor die Antworten kommen.
    • “1 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, daß es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden.” (Lukas 18:1)
    • Manchmal zeigt ein Mangel an Ausdauer, daß wir es mit unserem Anliegen nicht Ernst gemeint haben.
    • Manchmal möchte Gott, daß durch Ausdauer unser Glauben an ihn gestärkt wird.
    • Glaube würde niemals wachsen, wenn jedes Gebet sofort beantwortet würde.
    • Andauerndes Gebet vertieft auch die Dankbarkeit.
    • Wir lernen die Geduld Christi durch andauerndes Gebet.
  • Spurgeon sagte: “So wie der Mond Ebbe und Flut beeinflußt, so beeinflußt das Gebet die Tide unsere Gottesfurcht.”
  • J.C. Ryle sagte: “Warum sind manche Gläubige heiliger als andere? Ich glaube, in 19 von 20 Fällen, kommt der Unterschied vom persönlichen Gebet. Ich glaube, diejenigen, die nicht heilig sind, beten wenig, während die anderen viel beten.”

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