Predigt vom 07.08.2016: Thomas Koch – 2. Samuel 24 – Gottvertrauen

Thomas Koch – 2. Samuel 24 – Gottvertrauen

Einleitung
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser
Dieser Ausspruch wird Lenin zugeschrieben und wurde oft in verschiedenen Bereichen angewendet. So zum Beispiel in der kommunistischen Gesellschaft, welche durch die eingeschränkte Freiheit kollabierte. Aber auch bei Leitertraining etc.
• Oft meint es Kontrolle vs. Freiheit!
• Aber auch „was man nicht überprüft, wird auch nicht gemacht“ -> Schule usw.
• Wir Menschen sind oft demotiviert, ohne gute Rechenschaft

Kontrolle macht Sinn und ist oft nützlich
Kontrolle ist die Überwachung oder Überprüfung einer Sache, Angelegenheit oder Person und somit ein Mittel zur Herrschaft oder Gewalt über jemanden oder etwas. (Wikipedia)
• Wir lernen dadurch Disziplin
• Stichwort: Qualitätskontrolle boomt
• Aber auch Selbstkontrolle als Geistesfrucht – Gal 5,22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue5, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
Vertrauen ist…
Vertrauen ist die subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu Handlungen. (wikipedia)
 Welchen Personen, Handlungen, Einsichten und Aussagen wollen wir vertrauen?

Davids größte Verfehlung
 Oft denken wir da an den Ehebruch mit Batseba und Mord an Uria (ein paar Menschen sterben: der Sohn, Uria und vielleicht einige Mitsoldaten
 Ehebruch, Unzucht usw. sind ernste Sünden und wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit darauf
 Doch liegt die Ursache an andere Stelle, nämlich Gott zu vertrauen (1. Gebot!) in Allem
 Deutlich wir es bei einer anderen Sünde Davids, bei der 70.000 Menschen sterben
2.Samuel 24:1-25
Davids Volkszählung und das Gericht Gottes
1 Und der Zorn des Herrn entbrannte wieder gegen Israel, und er reizte David gegen sie, indem er sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda!
• eine Schuld Davids oder Israels veranlasste Gott, David zu reizen -> Der SATAN durfte ihn verführen (siehe 1. Chr 21,1)
• vermutlich Hochmut und Stolz auf Heeresgroße: militärische Macht vs. Gottes Macht
• eine Zählung diente normalerweise militärischen Zwecken (siehe Vers 9: Männer und Kriegsleute…) -> David setzte sein Vertrauen auf sein Heer, statt auf Gott
o Ps 20,8 Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse; wir aber des Namens des Herrn, unseres Gottes
o Ps 25,2 mein Gott, ich vertraue auf dich! Laß mich nicht zuschanden werden, daß meine Feinde nicht frohlocken über mich!
o Ps 44,6-8 6 Durch dich wollen wir unsere Feinde niederstoßen; in deinem Namen wollen wir unsere Widersacher zertreten. 7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen; 8 sondern du rettest uns von unseren Feinden und machst zuschanden, die uns hassen.
2 Und der König sprach zu Joab, seinem Heerführer, der bei ihm war: Durchziehe doch alle Stämme Israels, von Dan bis Beerscheba (heißt von Norden bis Süden=das ganze Israel) , und mustere das Volk, damit ich die Zahl des Volkes erfahre! 3 Joab aber sprach zum König: Der Herr, dein Gott, füge zu diesem Volk, wie es jetzt ist, noch hundertmal mehr hinzu, und mein Herr und König möge es mit seinen eigenen Augen sehen; aber warum hat mein Herr und König Gefallen an so etwas? 4 Doch das Wort des Königs blieb fest gegen Joab und die Heerführer; so zogen Joab und die Heerführer vor dem König aus, um das Volk Israel zu mustern.
• Joab macht David auf die Fragwürdigkeit aufmerksam
• Mahnung auch an uns im NT: 1.Petrus 5:8 Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;
5 Und sie gingen über den Jordan und lagerten sich bei Aroer, zur Rechten der Stadt, die mitten im Tal von Gad liegt, und nach Jaeser hin. 6 Und sie kamen nach Gilead und in die Gegend von Tachtim-Hodschi, und als sie nach Dan-Jaan kamen, wandten sie sich nach Zidon. 7 Und sie kamen zu der Festung Tyrus und allen Städten der Hewiter und Kanaaniter und zogen dann in den Süden Judas, nach Beerscheba. 8 So durchzogen sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und 20 Tagen nach Jerusalem zurück. 9 Und Joab gab dem König die Zahl des gemusterten Volkes an. Und es waren in Israel 800 000 Kriegsleute, die das Schwert zogen, und in Juda 500 000 Mann. 10 Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug ihm das Gewissen. Und David sprach zum Herrn: Ich habe mich schwer versündigt mit dem, was ich getan habe! Nun aber, o Herr, nimm doch die Missetat deines Knechtes hinweg; denn ich habe sehr töricht gehandelt!
• Davids Gewissen appellierte! Obwohl kein direktes Gebot gebrochen wurde – ja es steht sogar, dass Gott diese Zählung erwirkte. Davids Einsicht ist sehr wichtig hier und zeigt dieses besondere Herz (Heilige Geist??)
• Wie kommt er zum Schluss: ich habe mich schwer versündigt …würde ich das als so schwere Sünde ansehen?
• Unmittelbare Reue – kein Beschönigen oder Zurechtbiegen (im Gegensatz Saul, als er zur Rechenschaft gezogen wird, weil er den Bann an den Amalekitern nicht vollstreckt hatte 1. Sam 15)
• Einsicht und Bitte um Vergebung -> größeres Vertrauen auf Gottes Gnade, als auf sein Gericht (siehe Vers 14)
11 Und als David am Morgen aufstand, da erging das Wort des Herrn an den Propheten Gad, den Seher Davids: 12 Geh hin und sage zu David: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor; erwähle dir eines davon, daß ich es dir antue! 13 Und Gad kam zu David und ließ es ihn wissen und sprach zu ihm: Willst du, daß sieben Jahre Hungersnot in dein Land kommen, oder daß du drei Monate lang vor deinen Widersachern fliehen mußt, während sie dich verfolgen, oder daß drei Tage lang die Pest in deinem Land ist? So besinne dich nun und sieh, welche Antwort ich dem geben soll, der mich gesandt hat! 14 Und David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Doch laß uns in die Hand des Herrn fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; aber in die Hand der Menschen will ich nicht fallen! (David wusste, dass Gott gnädiger sein wird als seine Feinde und vertraute sich lieber Gott an) 15 Da ließ der Herr die Pest in Israel ausbrechen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, und von dem Volk, von Dan bis Beerscheba, starben 70 000 Mann. 16 Als aber der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute den Herrn das Unheil; und er sprach zu dem Engel, der das Verderben unter dem Volk anrichtete: Es ist genug! Laß nun deine Hand sinken! Der Engel des Herrn aber befand sich bei der Tenne Arawnas, des Jebusiters.
 Gott hält inne und trauert um das große Unheil: Was für ein barmherziger Gott!
 Schuld und Sünde hat Konsequenzen! Gott wird Gerechtigkeit schaffen, denn er ist gerecht!
 Röm 3:25 Jesus hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen
Davids Schuldbekenntnis und Brandopfer
17 Und als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum Herrn: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters gerichtet sein!
 David bereut nochmals und nimmt alles auf sich. Er tritt für sein Volk ein (SCHAFE!! War nicht David ein Hirte) und lenkt das Feuer auf sich
18 Und Gad kam zu David an jenem Tag und sprach zu ihm: Geh hinauf und errichte dem Herrn einen Altar auf der Tenne Arawnas, des Jebusiters! 19 So ging David hinauf, nach dem Wort Gads, so wie der Herr es geboten hatte. 20 Und als Arawna aufblickte, sah er den König mit seinen Knechten zu ihm herüberkommen. Da ging Arawna hinaus und verneigte sich vor dem König mit dem Angesicht zur Erde. 21 Und Arawna sprach: Warum kommt mein Herr und König zu seinem Knecht? Und David sprach: Um die Tenne von dir zu kaufen und um dem Herrn einen Altar zu bauen, damit die Plage von dem Volk abgewandt wird! 22 Da sprach Arawna zu David: Mein Herr und König nehme sie und opfere, was ihm gefällt! Siehe, da sind Rinder zum Brandopfer, die Dreschwagen aber und das Geschirr der Rinder mögen als Brennholz dienen! 23 Dies alles, o König, schenkt Arawna dem König! Und Arawna sprach zum König: Der Herr, dein Gott, sei dir gnädig! 24 Aber der König sprach zu Arawna: Nicht so, sondern ich will es dir abkaufen gemäß seinem Wert; denn ich will dem Herrn, meinem Gott, kein Brandopfer darbringen, das mich nichts kostet! So kaufte David die Tenne und die Rinder für 50 Schekel Silber. 25 Und David baute dem Herrn dort einen Altar und opferte Brandopfer und Friedensopfer. Und der Herr ließ sich für das Land erbitten, und die Plage wurde abgewehrt von Israel.
 David macht nicht nur die Pflicht! Er kauft den ganzen Berg und macht ein großes Opfer. Alleine dieser Kauf ist ein Gottesdienst.
(50 Schekel Silber(500g Silber) war nicht viel und vermutlich nur die Pacht. In 1.Chr 21,25 ist von 600 Schekel Gold (das 180fache) die Rede – vielleicht kaufte er es im nach hinein. Andere Erklärung (Scofield) 50 Schekel Silber war nur der Preis für die Tenne, die 600 Schekel Gold vwar dann das gesamte Gebiet, dass später für den Tempel diente.)
 Dieser Ort wurde später der Tempel, den Salomo baute!
Ähnlicher Vertrauensbruch Davids:
– Auf der Flucht vor Saul lügt David (aus Angst) einen Mann Gottes (Achimelech) direkt ins Gesicht
o David versucht die Situation zu kontrollieren!
o Lügen, um Leben zu retten
o Ps 119,29 Halte den Weg der Lüge fern von mir und begnadige mich mit deinem Gesetz
o Notlüge?!
o 85 Priester werden getötet 1.Samuel 22,9-23 (David gibt sich die Schuld für ihren Tod (Vers 22 – Er wusste, dass ein Spion Sauls dort war und hätte dort etwas unternehmen können, wenn er seine Notlüge aufgegeben hätte)
o Interessant sei hier vermerkt, dass Achimelech ein Enkel des Pinehas (einer der beiden „bösen“ Söhne Elis) war. Gott hatte über Pinehas und seinen Bruder Hophni ein Gericht angedroht (1.Sam 2,27ff)
David als Beispiel für bedingungsloses Vertrauen:
 David besiegt Goliath -> David begibt sich in eine ausweglose Situation und traut Gott Großes zu
 David vertraut auf Gottes Rechtstreit gegen Saul und tötet Saul (den Gesalbten des Herrn) nicht, als er zweimal die Gelegenheit dazu hatte (in der Höhle von En-Gedi 1.Sam 24 und in der Nacht in seinem Lager 1.Sam 26)
 Als Simei (Schimi) ihm spottet – auf der Flucht vor Absalom – vertraut er Gott, dass er es geboten hat und dass Gott das Fluchen mit Gutem vergelten kann
Andere Beispiele
– Corrie ten Boom: Sie Versteckte Juden im 2.WK. Ihre Schwester Betsie sagte der Gestapo „Sie sind unter dem Tisch“, welches der Wahrheit entsprach, da unterm Teppich auf dem der Tisch stand eine Falltür zum Keller war
– Bruder Andrew („Der Schmuggler Gottes“) der die Bibeln offen hinlegte, damit es NUR von Gott abhängt
Beobachtungen
1. Vertrauen auf Gott muss immer wieder gelernt werden
• Obwohl David ein Mann mit großem Gottvertrauen ist, gelingt es ihm nicht immer
• Auch wenn ich schon „erfolgreich“ vertraue, muss ich aufpassen
• 1Kor 10,12 Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle.

2. Es hat Konsequenzen
• Zum Guten, wenn wir Gott vertrauen (Tod des Goliath, Frieden mit Saul, Sieg in Schlachten, Gnade nach David Reue, Bitten und Opfer -> Milderung der Pest (2.Sam24,25))
• Zum Schlechten, wenn wir die Sache in die Hand nehmen (Kontrolle)
Tod der 85 Priester und Ausrottung der ganzen Stadt (1. Sam 22,9ff), Tod von 70.000 Mann als Strafe für die Volkszählung (2.Sam 24)

3. Reue und wahre Umkehr: Vertrauensschritt
 Verschafft Heilung, inneren Frieden und Gnade
 Apg 3:19 So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen
Wo fordert Dich Gott heraus, ihm mehr zu vertrauen? – Gott lädt ein ihm in allen Dingen zu vertrauen:
 Vertrauen vs. Sorgen machen: (auch 1.Petr 5:7 Alle eure Sorge werft…)
Matt 6,25-34:
25 Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?

33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit5, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! 34 Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.
 Vertrauen bei Entscheidungen
Spr. 3,5-6 (-> Weisheit):
5 Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; 6 erkenne (gedenke oder denke an ihn) Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen (gerade machen, andere Übersetzung: Erfolg haben!).
 Vertrauen in Geldfragen
Maleachi 3,10
Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!
 Vertrauen in widrigen Umständen:
Römer 8:28
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind
 Vertrauen bei Verleumdung:
Ps 54,6
Siehe, Gott ist mein Helfer, der Herr ist es, der mein Leben erhält

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