Predigt vom 17.07.2016: Stefan Beyer – Richter 18 – Der leichte und der richtige Weg

Stefan Beyer – Richter 18 – Der leichte und der richtige Weg

  • Der Stamm Dan hatte von Josua ein festes Erbteil im Herzen Israels zugewiesen bekommen (Josua 19:40-46).
  • Weil sie nicht auf den Herrn vertrauten, vermochten sie nicht, ihr Erbteil einzunehmen.
    • 34 Und die Amoriter drängten die Söhne Dans auf das Bergland zurück und ließen sie nicht in die Ebene herabkommen. (Richter 1:34)
  • Anstatt zum Herrn umzukehren und auf seine Hilfe zu vertrauen, suchte der Stamm Dan ein Gebiet, welches sie leichter einnehmen konnten.
  • Dadurch verließen sie das Gebiet, welches sie vom Herrn zugewiesen bekamen und damit seinen Schutzraum.
  • Sie taten das, was einfacher war, nicht das war richtig war.
    • Das ist eine beständige Herausforderung für uns.
  • Der Weg in der treuen Nachfolge zu Christus führt oft zu Herausforderungen, während der Weg weg von Christus oft leichter erscheint.
  • Deswegen werden wir im Neuen Testament beständig zu Glauben und Ausharren aufgerufen.
    • 11 Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, so daß ihr die Hoffnung mit voller Gewißheit festhaltet bis ans Ende, 12 damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. (Hebräer 6:11-12)
1 Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel. Und zu jener Zeit suchte sich der Stamm der Daniter ein Erbteil, wo sie wohnen könnten; denn bis dahin war ihm unter den Stämmen Israels kein Erbe zugefallen. 2 Und die Söhne Dans sandten fünf tapfere Männer aus der Gesamtheit ihrer Sippe, von Zorea und Estaol aus, die das Land erkunden und erforschen sollten; und sie sprachen zu ihnen: Geht hin und erforscht das Land! Und sie kamen auf das Bergland Ephraim in das Haus Michas und blieben dort über Nacht. 3 Als sie nun dort bei dem Gesinde Michas waren, erkannten sie die Mundart des jungen Mannes, des Leviten, und gingen zu ihm und fragten ihn: Wer hat dich hierher gebracht? Was machst du hier? Und was hast du hier zu tun? 4 Er antwortete ihnen: So und so hat es Micha mit mir gemacht, und er hat mich um Lohn angestellt, damit ich ihm als Priester diene. 5 Sie sprachen zu ihm: Befrage doch Gott, damit wir erfahren, ob unser Weg, den wir gehen, guten Erfolg haben wird! 6 Der Priester antwortete ihnen: Zieht hin in Frieden! Euer Weg, den ihr zieht, ist vor dem HERRN ganz recht! 7 Da gingen die fünf Männer hin und kamen nach Lais; und sie sahen, daß das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnte nach der Art der Zidonier, ruhig und sorglos; und es war niemand im Land, der ihnen etwas zuleide tat; sie besaßen Reichtum und wohnten fern von den Zidoniern und hatten mit keinem Menschen etwas zu tun.
  • Der Schreiber des Richterbuchs schiebt eine Bewertung des Verhaltens der Daniter voraus: Sie unterwarfen sich nicht der Königsherrschaft (Gottes).
    • Man kann Jesus nicht als Retter annehmen, ohne ihn auch als Herrn anzunehmen.
      • 46 Was nennt ihr mich aber “Herr, Herr” und tut nicht, was ich sage? (Lukas 6:46)
  • Die Geschichte hat bewußte Parallelen zur Erkundigung des Verheißenen Landes durch Josua.
    • Micha und der Levit spielen die Rolle der Hure Rahab, nur daß es bei ihnen nicht weltliche Hurerei ist, sondern geistliche.
  • Der Levit weist die Kundschafter für ihr eigenmächtiges Verhalten nicht zurecht, sondern spricht bewußt seinen Lohn an, mit der versteckten Einladung, ihm mehr zu bieten.
  • Die Kundschafter benutzen den Leviten als Talisman und er ist vollkommen zufrieden, diese Rolle auszufüllen.
    • 21 Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. 22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg und von ihren schlimmen Taten! (Jeremia 23:21-22)
  • Der Schreiber weckt hier bewußt Mitleid für die Kanaaniter, die ja eigentlich Feinde Gottes waren, aber durch ihren Götzendienst ist sein Volk noch verwerflicher geworden.
8 Als jene nun wieder zu ihren Brüdern nach Zorea und Estaol kamen, sprachen ihre Brüder zu ihnen: Was bringt ihr für Bericht? 9 Da sprachen sie: Macht euch auf, laßt uns gegen sie in den Krieg ziehen! Denn wir haben das Land angesehen, und siehe, es ist sehr gut; und ihr wollt untätig bleiben? Seid nicht faul, sondern zieht hin, um das Land in Besitz zu nehmen! 10 Wenn ihr hingeht, werdet ihr zu einem sorglosen Volk kommen und in ein weites Land; denn Gott hat einen Ort in eure Hände gegeben, wo kein Mangel herrscht an allem, was es auf Erden gibt! 11 Da brachen von dort, aus dem Geschlecht Dans, von Zorea und Estaol, 600 Mann auf, mit ihren Waffen zum Kampf gerüstet. 12 Und sie zogen hinauf und lagerten sich bei Kirjat-Jearim in Juda; daher nannte man diesen Ort “Das Lager Dans” bis zu diesem Tag; siehe, es ist hinter Kirjat-Jearim.
  • Der Bericht der Kundschafter ähnelt dem Bericht der 12 Kundschafter, die Mose aussandte.
  • Der Stamm Gad reagiert allerdings viel bereitwilliger, jedoch vollkommen ohne nach Gott zu fragen.
  • Sie ließen sich einfach von einer guten Möglichkeit leiten.
      • 1 Wehe den widerspenstigen Kindern, spricht der HERR, welche Pläne ausführen, die nicht von mir stammen, und Bündnisse abschliessen ohne meinen Geist, und so Sünde auf Sünde häufen, 2 die sich aufmachen, um nach Ägypten zu ziehen – aber mich fragen sie nicht um Rat -, um sich unter den Schutz des Pharao zu flüchten und Zuflucht zu suchen im Schatten Ägyptens! 3 Aber der Schutz des Pharao wird euch zur Schande werden und die Zuflucht unter dem Schatten Ägyptens zur Schmach. (Jesaja 30:1-3)
13 Und von dort durchquerten sie das Bergland Ephraim und kamen zum Haus Michas. 14 Da ergriffen die fünf Männer, die gegangen waren, um das Land Lais auszukundschaften, das Wort und sprachen zu ihren Brüdern: Wißt ihr, daß sich in diesen Häusern ein Ephod und Teraphim befinden, auch ein Bildnis und ein gegossenes Bild? Und nun überlegt, was ihr tun wollt! 15 Und sie kehrten dort ein und kamen in das Haus des jungen Mannes, des Leviten, in Michas Haus, und grüßten ihn. 16 Aber die 600 mit Kriegswaffen gerüsteten Männer von den Söhnen Dans standen vor dem Tor. 17 Und die fünf Männer, die ausgezogen waren, um das Land zu erkunden, gingen hinauf und kamen hinein; und sie nahmen das Bildnis, das Ephod und die Teraphim und das gegossene Bild an sich. Unterdessen stand der Priester vor dem Tor bei den 600 mit Kriegswaffen gerüsteten Männern. 18 Als nun jene in Michas Haus kamen und das Bildnis, das Ephod und die Teraphim und das gegossene Bild wegnahmen, sprach der Priester zu ihnen: Was macht ihr da? 19 Sie antworteten ihm: Schweig! Lege deine Hand auf den Mund und zieh mit uns, damit du für uns Vater und Priester wirst! Was ist besser für dich, Hauspriester eines einzelnen Mannes zu sein, oder Priester eines Stammes und Geschlechts in Israel? 20 Da wurde es dem Priester wohl ums Herz; und er nahm das Ephod und die Teraphim und das Bildnis und trat unter das Volk.
  • Der ganze Stamm Gad fragte nicht danach, was Gott eigentlich will und was ihm Ehre bringt, sondern sie gingen ihren eigenen Weg.
  • Gott sollte nun ihren Weg segnen.
  • Dazu raubten sie Götzen aus Michas Haus und waren vor allen Dingen an dem Leviten interessiert, weil sie sich durch ihn einen besonderen Segen von Gott versprachen.
  • Ihre ganze Haltung war vom Pragmatismus geprägt: Was dient uns? Was macht uns erfolgreich?
  • Sie wollten den leichten, den erfolgreichen Weg gehen, statt den schweren aber eigentlich richtigen, nämlich Gott da zu dienen, wo sie von ihm zugewiesen wurden.
  • Sie gehorchten Gott nicht wirklich, sondern ihrem eigenen Herzen.
    • 28 Darum sollst du zu ihnen sagen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, nicht hören will und keine Züchtigung annimmt; dahin ist die Wahrhaftigkeit, ausgerottet aus ihrem Mund! (Jeremia 7:28)
  • Gott schätzt nichts so sehr in uns wie vom Herzen kommenden Gehorsam.
    • 22 Samuel aber sprach zu Saul: Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! 23 Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst. (1. Samuel 15:22-23)
  • Das Ding, welches wir als unseren größten Schatz betrachten, wird auch unser Herz und ganzes Leben folgen.
    • 21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. (Matthäus 6:21)
  • Wenn ich auf Gott vertraue und alles von ihm erwarte, denn wird mein Herz auch bei Gott bleiben. Wenn ich Gott aber verlasse und meinem eigenen Herzen folge, dann wird meine Anbetung auch zu Gott nachlassen.
  • Man kann dem Herrn nicht treu bleiben und im Glauben wachsen, wenn man ihm nicht in allen Bereichen gehorsam ist.
  • Das schlimme an der Geschichte ist, daß der bis hierher noch namenlose Levit diesen ganzen Mißbrauch Gottes mitmacht.
21 Und sie wandten sich um und zogen ab und schickten die Kinder und das Vieh und das kostbare Gerät vor sich her. 22 Sobald sie sich aber von Michas Haus entfernt hatten, wurden die Männer, die in den Häusern um Michas Haus herum wohnten, zusammengerufen; und sie holten die Söhne Dans ein. 23 Und sie riefen den Söhnen Dans nach. Diese aber wandten ihr Angesicht und sprachen zu Micha: Was hast du, daß du die Leute zusammengerufen hast? 24 Er antwortete: Ihr habt meine Götter, die ich gemacht habe, und den Priester weggenommen und macht euch davon! Was habe ich nun noch? Wie könnt ihr da noch zu mir sagen: Was hast du? 25 Aber die Söhne Dans sprachen zu ihm: Belästige uns nicht weiter mit deinem Geschrei, sonst bekommst du es mit erbitterten Leuten zu tun, die dich samt deinem Haus beseitigen würden! 26 So gingen die Söhne Dans ihren Weg; und weil Micha sah, daß sie stärker waren als er, wandte er sich um und kehrte wieder zu seinem Haus zurück.
  • Micha steht als lächerliche Person da, weil er sich selber Götter gemacht hat, die ihm jetzt geraubt wurden.
    • 13 Der Holzschnitzer spannt die Meßschnur aus, er zeichnet es ab mit dem Stift, bearbeitet es mit Schnitzmessern und umreißt es mit dem Zirkel; und er macht es nach dem Bildnis eines Mannes, nach der Schönheit des Menschen, damit es in einem Haus wohne. 14 Man fällt sich Zedern und nimmt eine Steineiche oder eine Eiche und wählt sie sich aus unter den Bäumen des Waldes. Man pflanzt eine Pinie, und der Regen macht sie groß. 15 Das dient dann dem Menschen als Brennstoff; und er nimmt davon und wärmt sich damit; er heizt ein, um damit Brot zu backen; davon macht er auch einen Gott und betet ihn an; er verfertigt sich ein Götzenbild und fällt davor nieder! 16 Den einen Teil verbrennt er im Feuer, bei dem anderen ißt er Fleisch; er brät einen Braten und sättigt sich; er wärmt sich auch daran und spricht: “Ah, ich habe mich erwärmt, ich spüre das Feuer!” 17 Aus dem Rest aber macht er einen Gott, sein Götzenbild. Er kniet davor nieder, verehrt es und fleht zu ihm und spricht: “Errette mich, denn du bist mein Gott!” (Jesaja 44:13-17)
  • Götzendienst wird uns am Ende immer als Betrogene zurücklassen, weil die Götzen niemals das erfüllen, was sie versprechen.
    • 18 Sie erkennen und verstehen es nicht, denn er hat ihre Augen verklebt, daß sie nicht sehen, und ihre Herzen, daß sie nichts verstehen. 19 Keiner nimmt es sich zu Herzen; da ist weder Einsicht noch Verstand, daß man bei sich sagte: Ich habe den einen Teil mit Feuer verbrannt und über seiner Glut Brot gebacken, Fleisch gebraten und gegessen – und aus dem Übrigen sollte ich nun einen Greuel machen? Sollte ich vor einem Holzklotz niederfallen? 20 Wer der Asche nachgeht, den hat ein betrogenes Herz verführt; er rettet seine Seele nicht und denkt nicht: Es ist ja Betrug in meiner Rechten! (Jesaja 44:18-20)
  • Nichts und niemand ist dem lebendigen Gott zu vergleichen.
    • 21 Bedenke dies, Jakob, und du, Israel; denn du bist mein Knecht ! Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht; o Israel, du wirst nicht von mir vergessen werden! 22 Ich tilge deine Übertretungen wie einen Nebel und deine Sünden wie eine Wolke. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst! 23 Frohlockt, ihr Himmel; denn der HERR hat es vollbracht! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge und Wälder samt allen Bäumen, die darin sind! Denn der HERR hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich. 24 So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich bin der HERR, der alles vollbringt – ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst -, 25 der die Zeichen der Schwätzer vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die Weisen zum Widerruf zwingt und ihr Wissen zur Torheit macht; 26 der aber das Wort seines Knechtes bestätigt und den Ratschluß ausführt, den seine Boten verkündeten; der zu Jerusalem spricht: “Werde wieder bewohnt!” und zu den Städten Judas: “Werdet wieder gebaut! Und ihre Trümmer richte ich wieder auf”. (Jesaja 44:21-26)
27 Jene aber nahmen mit, was Micha gemacht hatte, samt dem, der sein Priester gewesen war, und überfielen Lais, ein stilles, sorgloses Volk, und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes und verbrannten die Stadt mit Feuer. 28 Und es war niemand, der sie errettete; denn sie lag fern von Zidon, und sie hatten mit keinem Menschen Verkehr; die Stadt lag nämlich im Tal von Beth-Rechob. Jene aber bauten die Stadt wieder auf und wohnten darin; 29 und sie nannten sie Dan, nach dem Namen ihres Vaters Dan, der dem Israel geboren war; zuvor aber hieß die Stadt Lais. 30 Und die Söhne Dans richteten für sich das Bildnis auf. Und Jonathan, der Sohn Gersons, des Sohnes Moses, und seine Söhne waren Priester des Stammes Dan bis zu der Zeit, als das Land in die Gefangenschaft geführt wurde. 31 Und sie stellten für sich das Bildnis auf, das Micha gemacht hatte, solange das Haus Gottes in Silo war.
  • Die Daniter hatten anscheinend Erfolg mit ihrem Kriegszug und beweisen damit, daß man Erfolg niemals als geistliche Bestätigung interpretieren sollte.
  • Sie haben sich an einen Ort begeben, zu dem Gott sie nie gesandt hat, und haben dadurch die Verbindung zu Gott und seinem Heiligtum in Silo vollkommen verloren.
    • In dieser Gefahr stehen Christen, die sich eigenmächtig bewegen und nicht da bleiben, wo Gott sie haben will.
  • Der Stamm Dan fällt vollkommen von Gott ab und wird im Buch der Offenbarung gar nicht mehr zu den Stämmen Israels gezählt (Offenbarung 7).
  • Eine ganz erstaunliche Entwicklung ergibt sich noch in diesem letzten Abschnitt, indem die Identität des namenlosen Leviten offenbart wird. Er st kein geringerer als der Enkel Moses.
  • Damit zeigt sich, daß der Götzendienst selbst in die heiligste Familie eingedrungen war, aber auch, daß der Glaube in jeder Generation bewahrt werden muß.
    • 13 Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! 14 Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2 Timotheus 1:13-14)
  • Aus diesem Grund ist persönliche Jüngerschaft so wichtig, auf daß der wahre Glaube von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    • 2 Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. (2. Timotheus 2:2)

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