Predigt vom 26.06.2016: Stefan Beyer – Hebräer 12:1-6 – Ausharren im Glauben

Stefan Beyer – Hebräer 12:1-6 – Ausharren im Glauben

  • Die Richter fangen mit Gideon an, in ihrem Glauben kein gutes Ende zu nehmen.
  • Vielen der Könige ergeht es ähnlich.
  • Es wächst die Hoffnung auf den Messias, der Gott bis zum Ende treu sein wird.
    • 17 Daher mußte er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoherpriester würde in dem, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen; 18 denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden. (Hebräer 2:17-18)
  • Jesus ist barmherzig, weil er genauso versucht wurde wie die Richter und wie wir.
  • Jesus ist treu geblieben und kann deshalb die Sünden des Volkes sühnen.
  • Der Heilige Geist ist den Gläubigen im Neuen Testament gegeben, damit Gott sie im Glauben treu bis ans Ende erhält.
    • 38 Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; 39 und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben, daß sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. 40 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, daß ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen, 41 und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun; und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele. (Jeremia 32:38-41)
  • Aber, im Anklang an die geistlichen Übungen, haben wir auch eine Aufgabe, in der Nachfolge auszuharren.
  • Das treue Ausharren im Glauben ist sowohl ein Werk Gottes in uns als auch ein Verantwortung, die wir haben.
  • Über unsere Verantwortung spricht der Text im Hebräerbrief.
1 Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt,
  • Die Wolke von Zeugen sind die Glaubenshelden aus dem 11. Kapitel.
  • Darin werden auch die Richter aufgeführt.
    • 32 Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir ja fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon und Barak und Simson und Jephta und David und Samuel und den Propheten, 33 die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, die Rachen der Löwen verstopften; 34 sie haben die Gewalt des Feuers ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen, sie sind aus Schwachheit zu Kraft gekommen, sind stark geworden im Kampf, haben die Heere der Fremden in die Flucht gejagt. (Hebräer 11:32-34)
  • Hier wird ihr Glaube gelobt und ihre negativen Eigenschaften übergangen.
  • Das sollte uns Trost zusprechen, daß Gott zwar unsere Fehler sieht, aber sie irgendwann durch seine Gnade bedecken wird.
  • Wir brauchen Vorbilder im Glauben, die uns anreizen, unseren Lauf zu vollenden.
    • Diese können historisch sein (Puritaner, Theologen, Missionare, Glaubenshelden).
    • Diese können außergemeindlich sein (reife Christen, Konferenzen, Mentoren).
    • Diese können und sollten auch innergemeindlich sein (Älteste, Vorbilder, Jüngermacher).
  • Es ist wichtig, daß wir uns solche Vorbilder suchen (ohne uns von ihnen abhängig zu machen oder ihre Fehler zu übersehen).
  • Eine Last, die ich ablegen soll, ist alles, was die Bibel zwar nicht explizit verbietet, was mich aber abhält, Jesus ganz zu folgen.
    • Sie beeinträchtigt meine Fitness im Lauf.
  • Ich soll mich auch von der Sünde trennen, weil sie mich vom Lauf disqualifiziert.
    • Wir werden als leicht umstrickt von der Sünde beschrieben.
    • Die Bibel stellt auch den Christen als jemanden dar, der leicht vom Glauben abkommen und in Sünde fallen kann.
  • Deswegen brauchen wir so sehr gute christliche Lehre und gute christliche Gemeinschaft.
    • 11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, 12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, 13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; 14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, 15 sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. (Epheser 4:11-15)
  • Das christliche Leben wird als ein Ausdauerlauf und als ein Kampf (agon) beschrieben.
  • Zu beiden benötigt es Geduld, Durchhaltevermögen und Ausharren (hypomone).
    • 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. 8 Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. (2. Timotheus 4:7-8)
  • Diesem Kampf können wir nicht ausweichen, er ist vor uns gelegt (prokeimenos hemin).
  • Gott benutzt Anfechtung, um diese Geduld in uns zu bewirken.
    • 3 Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, daß die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, 4 das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung. (Römer 5:3-4)
2 indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.
  • Auf einer tieferen Ebene ruft uns das Neue Testament aber immer wieder auf, auf Jesus im Evangelium zu sehen.
  • Zunächst als Zuspruch, indem wir erkennen und uns daran erinnern, daß Jesus für uns den Glauben treu bewahrt hat und wir durch ihn bewahrt werden.
  • Dann aber auch als Anspruch, daß wir genauso das Kreuz erdulden und auf die Freude, die vor uns liegt, schauen.
  • Schließlich aber auch als Befähigung, indem wir durch Jesus und durch das Schauen auf ihm im Evangelium befähigt werden, treu auszuharrren.
  • Jesus ist der Vollender (teileiotes) des Glaubens.
  • Dieses Schauen auf Jesus, der besser ist, ist das große Thema des Hebräerbriefs.
3 Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert!
  • Wieder werden wir aufgerufen, auf Jesus zu schauen und über ihn nachzudenken.
  • Jesus wurde für seinen Glauben angefochten.
  • Auch wir werden für unseren Glauben Widerstand bekommen.
  • Das große Thema das Richterbuchs ist die Kanaanisierung Israels.
    • Israel hatte nicht Kanaan zu einem heiligen Ort gemacht, sondern wurde selbst so unheilig wie die Kanaaniter.
  • Auch wir leben in einer Welt, die nicht den Maßstäben Gottes folgt, weil sie nicht den wahren Gott anbetet, sondern falsche Götzen.
  • Dadurch entsteht für uns als Christen Widerstand, wenn wir Jesus treu folgen.
    • 20 Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort argwöhnisch achtgehabt, so werden sie auch auf das eure argwöhnisch achthaben. 21 Aber das alles werden sie euch antun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. (Johannes 15:20-21)
  • Durch die Verfolgung zeigt sich, wer echter Christ ist.
    • 20 Auf den felsigen Boden gestreut aber ist es bei dem, der das Wort hört und sogleich mit Freuden aufnimmt; 21 er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch. Wenn nun Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß. (Matthäus 13:20-21)
  • Aber auch bei echten Christen kann die Verfolgung dazu führen, daß man müde wird und den Mut verliert.
  • Auch aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig
    • das Wort Gottes zu lesen und tröstende Wahrheiten aufzunehmen
    • ermutigende Gemeinschaft und Rechenschaft mit anderen Christen zu haben
    • in der Beziehung und im Schauen auf Jesus zu wachsen.
4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde 5 und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: “Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! 6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.”
  • Gott unterzieht sein Kinder einem Trainingsprogramm.
  • Er züchtigt sie (paidai) und weist sie zurecht (elencho).
  • Die Züchtigung kann schmerzhaft sein (mastigoo).
  • Aber diese Züchtigung ist nicht ein Argument gegen die Liebe Gottes, sondern gerade dafür.
  • Deshalb brauchen wir die Bibel, andere Christen und gute Lehre, um an die Liebe Gottes erinnert zu werden.
  • Gott will, daß unser Glaubensleben gelingt und wir bis zum Ende ausharren.
  • Deshalb tut er alles, was dazu nötig ist.
  • Wir sollen durch diese Wahrheit getröstet und ermutigt (paraklesis) werden.
  • Christen brauchen regelmäßige Ermutigung.
  • Gerade wenn man ernsthaft versucht, Jesus nachzufolgen, wird das Leben oft nicht leichter, sondern schwerer.
    • Weltlicher Widerstand regt sich.
    • Das Fleisch regt sich.
    • Der Teufel greift an.
  • Dieser Kampf ist aber richtig und gut.
  • Gott erwartet ihn von uns und benutzt deswegen bewußt diese Vokabeln (Kampf und Lauf).
    • Er nennt den Glauben nicht eine Kreuzfahrt oder einen Sprint.
  • Aber er schenkt uns alles, um diesen Lauf zu vollenden.
    • Seinen Heiligen Geist.
    • Glaubenshelden in und außerhalb der Gemeinde.
    • Jesus, der den Kampf für uns gewonnen hat und durch uns gewinnen wird.
    • Züchtigung, die uns hilft, unsere Lasten und Sünden abzulegen und geistliche Wahrheiten zu lernen.

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