Predigt vom 12.06.2016: Stefan Beyer – Richter 15 – Ein selbstsüchtiger Richter

Stefan Beyer – Richter 15 – Ein selbstsüchtiger Richter

  • Wir erleben Simson in diesem Kapitel als vollkommen selbstzentrierten, unheiligen Richter.
    • Er ist weder auf das Wohl der anderen bedacht,
    • noch auf die Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes.
  • Er lebt in radikalem Gegensatz zu seinem Eid als Nasiräer.
    • Er hatte eine klare Berufung, für die er sich nicht verantwortlich fühlt.
  • In gewisser Hinsicht ist er ein Bild für den Menschen und zeigt den Gegensatz zum kommenden Messias, den Menschen für andere.
    • 26 Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, 27 und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, 28 gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20:26-28)
    • 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll. (Johannes 17:4)
1 Es geschah aber nach einiger Zeit, in den Tagen der Weizenernte, daß Simson seine Frau mit einem Ziegenböcklein besuchte. Als er aber sagte: Ich will zu meiner Frau in die Kammer gehen!, da wollte ihr Vater ihn nicht hineinlassen. 2 Denn ihr Vater sprach: Ich dachte, du hast sie gewiß verschmäht, da habe ich sie deinem Gefährten gegeben! Ist nicht ihre jüngere Schwester schöner als sie? Die soll dein sein an ihrer Stelle!
  • Simson kehrt zurück zu der Frau aus Timnat, um die sexuelle Einheit mit ihr zu beschließen.
  • Er bringt ein Ziegenböcklein zur Versöhnung für seine ärgerliche Abreise mit.
  • Er zeigt keine Reue für sein selbstsüchtiges Verhalten.
  • Ihr Vater dachte aber, die Hochzeit wäre abgeblasen und hatte schon einen Bräutigam für seine Tochter organisiert.
  • Er bietet seine jüngere Tochter an.
  • Hier wird der Umgang der Philister deutlich, die Frauen als Ware betrachten.
3 Da sprach Simson zu ihnen: Nun bin ich unschuldig, wenn ich den Philistern Übles antue! 4 Und Simson ging hin und fing 300 Schakale; und er nahm Fackeln, kehrte je einen Schwanz gegen den anderen und befestigte je eine Fackel zwischen zwei Schwänzen, 5 und er zündete die Fackeln mit Feuer an und ließ sie unter das stehende Getreide der Philister laufen und zündete so die Garben an samt dem stehenden Getreide und den Olivengärten.
  • Simson hat einen so starken Eigenwillen, daß er keine Dämpfung seines Willens verträgt.
  • Er rächt sich an den Philistern, indem er ihre Ernte zerstört.
  • Obwohl diese Tat offensichtlich übernatürliche Elemente hat, ist doch von Gott nicht die Rede.
  • Simson handelt vollkommen aus seinem sündhaften Herzen heraus.
    • 15 Der Weg des Narren ist richtig in seinen Augen, aber ein Weiser hört auf guten Rat. 16 Ein Narr läßt seinen Ärger sofort merken, der Kluge aber steckt die Beleidigung ein. (Sprüche 12:15-16)
  • Er hat seinen Zorn nicht unter Kontrolle.
    • 28 Wie eine Stadt mit niedergerissenen Mauern, so ist ein Mann, der seinen Geist nicht beherrschen kann. (Sprüche 25:28)
6 Da sprachen die Philister: Wer hat das getan? Da sagte man: Simson, der Schwiegersohn des Timniters, weil der ihm seine Frau genommen und sie seinem Gefährten gegeben hat! Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie samt ihrem Vater mit Feuer.
  • Die Philister reagieren auf Gewalt mit Gegengewalt.
  • Auf die Frau Simsons kommt genau das Schicksal, was ihr die Philister ursprünglich angedroht hatten.
  • Sie erkennen sie als rechtmäßige Frau Simsons an und bestätigen damit das falsche Verhalten ihres Vaters.
7 Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr so etwas tut, will ich nicht eher ruhen, als bis ich an euch Rache genommen habe! 8 Und er zerschlug ihnen Schenkel und Hüften mit gewaltigen Schlägen. Dann stieg er hinab und blieb in der Felsenkluft von Etam.
  • Statt aus der Vergebung lebt Simson aus der Rache.
  • Er handelt genauso wie die Philister und beantwortet Gewalt mit Gegengewalt.
  • Wie anders doch als der Retter.
    • 21 Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. 22 “Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden”; 23 als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. 24 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen. (1. Petrus 2:21-25)
9 Da zogen die Philister hinauf und lagerten sich in Juda und ließen sich in Lechi nieder. 10 Aber die Männer von Juda sprachen: Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen? Sie antworteten: Wir sind heraufgekommen, um Simson zu binden, damit wir ihm antun, was er uns angetan hat! 11 Da zogen 3 000 Mann von Juda hinab zur Felsenkluft von Etam und sprachen zu Simson: Weißt du nicht, daß die Philister über uns herrschen? Warum hast du uns denn das angetan? Er sprach zu ihnen: Wie sie mir getan haben, so habe ich ihnen getan! 12 Sie sprachen zu ihm: Wir sind herabgekommen, um dich zu binden und in die Hand der Philister auszuliefern! Simson sprach zu ihnen: So schwört mir, daß ihr selbst nicht über mich herfallen wollt! 13 Sie antworteten ihm: Nein! Wir wollen dich nur binden und in ihre Hand ausliefern und wollen dich bestimmt nicht töten! Und sie banden ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn von der Kluft herauf.
  • Dieser Abschnitt gibt ein sehr trauriges Bild von den Israeliten ab.
  • Sie haben sich mit der Herrschaft der Philister schon so abgefunden, daß sie bereit sind, ihren eigenen Retter an ihre Feinde auszuliefern.
  • Sie haben nicht mehr erkannt, wer ihr wirklicher Feind ist, und habe die Herrschaft der Welt über sich akzeptiert.
    • 15 Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 16 Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. (1. Johannes 2:15-17)
    • 4 Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes! (Jakobus 4:4)
  • So wie die Juden den Messias an die Römer auslieferten, will Juda Simson an die Philister ausliefern.
    • 14 Es war aber Rüsttag für das Passah, und zwar um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König! 15 Sie aber schrieen: Fort, fort mit ihm! Kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die obersten Priester antworteten: Wir haben keinen König als nur den Kaiser! (Johannes 19:14-15)
  • Weltlichkeit führt dazu, daß man irgendwann Jesus selbst verrät.
    • 18 Wenn euch die Welt haßt, so wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat. 19 Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt. (Johannes 15:18-19)
14 Als er nun nach Lechi kam, da jauchzten ihm die Philister entgegen. Da kam der Geist des HERRN über ihn, und die Stricke an seinen Armen wurden wie Flachsfäden, die das Feuer versengt hat, so daß die Fesseln von seinen Händen fielen. 15 Und er fand einen frischen Eselskinnbacken; da streckte er seine Hand aus und nahm ihn und erschlug damit 1 000 Mann. 16 Und Simson sprach: “Mit dem Eselskinnbacken färbte ich sie rot, mit dem Eselskinnbacken schlug ich tausend Mann tot!” 17 Und als er diesen Ausspruch getan hatte, warf er den Kinnbacken aus seiner Hand; und man nannte jenen Ort Ramat-Lechi.
  • Simson wird von Gott gestärkt, scheint aber gar keine persönliche Hinwendung zu Gott zu kennen.
  • Weder ruft er den Herrn an um Hilfe, noch gibt er ihm die Ehre nachdem er befreit wurde.
  • Er gibt nur sich selbst die Ehre durch sein Lobgedicht und die Benennung des Schlachtfeldes.
  • Hochmut kommt vor dem Fall.
    • 18 Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall. 19 Besser bescheiden sein mit den Demütigen, als Beute teilen mit den Stolzen. 20 Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen, und wohl dem, der auf den HERRN vertraut ! (Sprüche 16:18-20)
18 Da er aber großen Durst hatte, rief er den HERRN an und sprach: Du hast durch die Hand deines Knechtes diese große Rettung gegeben; soll ich nun aber vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen? 19 Da spaltete Gott die Höhlung, die bei Lechi ist, so daß Wasser herausfloß; und als er trank, kehrte sein Geist wieder, und er lebte auf. Darum nannte er sie “Quelle des Rufenden”; sie ist bei Lechi bis zum heutigen Tag. 20 Und er richtete Israel zur Zeit der Philister 20 Jahre lang.
  • Selbst dieses Gebet von Simson ist vollkommen selbstsüchtig.
  • Er versucht Gott zu manipulieren und für seine Zwecke zu gebrauchen.
  • Das Erstaunliche ist, daß der Herr ihm dennoch hilft, weil er in seiner Gnade eine Rettung für sein Volk bringt.
    • 21 Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen: 22 Gnadenbeweise des HERRN sind’s, daß wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; 23 sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß! (Klagelieder 3:21-23)
  • Am Ende nennt Simson die Quelle nicht nach dem Herrn, sondern nach sich selbst.
  • Eine echte Neugeburt und Bekehrung im biblischen Sinn zeigt sich darin, daß man nicht für sich selbst lebt, sondern allein zur Ehre von Jesus Christus.
    • 7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet; 8 ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens, 10 um Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde, 11 damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange. (Philipper 3:7-11)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: