Werktagsgottesdienst vom 28.04.2016: Stefan Beyer – Der Christ und die Weltanschauung

Stefan Beyer – Der Christ und die Weltanschauung

Was ist eine Weltanschauung?
  • eine Hingabe des Herzens
  • ausgedrückt in einer Geschichte oder eine Reihe von Annahmen
  • diese Annahmen können wahr, bewußt und konsistent sein (oder auch nicht)
  • über die grundlegende Zusammensetzung der Realität
  • sie bildet das Fundament auf dem wir leben
Acht grundlegende Weltanschauungsfragen
  1. Was ist die grundlegende Wirklichkeit – das wirklich Reale?
  2. Was ist das  Wesen der externe Wirklichkeit, das heißt die Welt um uns herum?
  3. Was ist ein menschliches Wesen?
  4. Was passiert mit einer Person nach dem Tod?
  5. Wieso ist es möglich, irgendetwas zu wissen?
  6. Wie können wir richtig von falsch unterscheiden?
  7. Was ist die Bedeutung der Geschichte der Menschheit?
  8. Welche persönlichen Lebensziele sind mit dieser Weltanschauung vereinbar?
Christlicher Theismus – Ein Universum erfüllt mit der Herrlichkeit Gottes
  1. Die grundlegende Wirklichkeit ist der unendliche, persönliche Gott, der in den Heiligen Schriften offenbart wurde. Dieser Gott ist dreieinig, transzendent und immanent, allwissend, souverän und gut.
  2. Die externe Wirklichkeit ist das Universum, das Gott aus dem Nichts geschaffen hat mit einer Einheit von Ursache und Wirkung in einem offenen System.
  3. Menschliche Wesen sind im Bilde Gottes geschaffen und besitzen deshalb Persönlichkeit, Selbsttranszendenz, Intelligenz, Moral, Gemeinschaftsliebe und Kreativität. Die menschlichen Wesen wurden gut geschaffen, aber durch den Sündenfall wurde das Bild Gottes in ihnen entstellt, aber nicht so zerstört, als daß es nicht wiederhergestellt werden könnte. Durch das Werk Christi hat Gott die Menschheit erlöst und den Prozeß begonnen, Menschen zur Güte zurückzuführen, obwohl eine Person diese Erlösung auch ausschlagen kann.
  4. Für jede Person ist der Tod entweder das Tor zu einem Leben mit Gott und seinem Volk oder das Tor zur ewigen Trennung von der einzigen Sache, die unser menschliches Streben wirklich erfüllt.
  5. Menschliche Wesen können sowohl die Welt um sie herum als auch Gott erkennen, weil Gott in ihnen die Fähigkeit dazu geschaffen hat und weil er eine aktive Rolle einnimmt, um mit ihnen zu kommunizieren.
  6. Ethik ist transzendent und gegründet auf den Charakter Gottes der gut, heilig und liebend ist.
  7. Geschichte ist linear, eine bedeutungsvolle Sequenz von Ereignissen, die dazu führt, daß Gott seine Ziele für die Menschheit erfüllt.
  8. Christliche Theisten leben dafür, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten, das heißt, Gott zu verherrlichen und ihn für immer zu genießen.
Naturalismus – Die Stille des endlichen Raumes
  1. Die grundlegende Wirklichkeit ist Materie. Materie existiert ewig und ist alles, was es gibt. Es existiert kein Gott.
  2. Das Universum existiert als Einheit von Ursache und Wirkung in einem geschlossenem System.
  3. Menschen sind komplexe Maschinen; Persönlichkeit ist eine Kombination von chemischen und physischen Eigenschaften, die wir noch nicht vollständig verstehen.
  4. Tod ist das Auslöschen von Persönlichkeit und Individualität.
  5. Durch unseren eingeborenen, autonomen menschlichen Verstand, einschließlich der Methoden der Wissenschaft, können wir das Universum erkennen. Das Universum, einschließlich unserer Welt, wird als in seinem Normalzustand erachtet.
  6. Ethik bezieht sich nur auf menschliche Wesen.
  7. Geschichte ist eine lineare Kette von Ereignissen, die durch Ursache und Wirkung verbunden ist und keinen überspannenden Sinn hat.
  8. Naturalismus impliziert kein persönliches Lebensziel. Dieses wird entweder unbewußt angenommen oder bewußt gewählt.
Postmoderne – der verschwundene Horizont
  1. Die erste Frage, die sich die Postmoderne stellt, ist nicht, was da ist oder wie wir wissen, was da ist, sondern wie Sprache fungiert, um Bedeutung zu schaffen.
  2. Geschichten geben Gemeinschaften ihren Zusammenhalt.
  3. Es gibt kein echtes Selbst. Menschen machen sich zu dem, was sie sind, durch die Sprache, die sie über sich konstruieren.
  4. Das hängt von der jeweiligen Geschichte ab.
  5. Die Wahrheit über die Wirklichkeit bleibt uns für immer verborgen. Alles, was wir machen können, ist Geschichten erzählen. Alle Geschichte sind ein Vorwand für ein Machtspiel. Jede Geschichte, die als Metageschichte gebraucht wird, ist unterdrückend.
  6. Ethik, wie Erkenntnis, ist ein sprachliches Konstrukt. Das gemeinschaftliche Wohl wird von der Gesellschaft bestimmt.
  7. Die Geschichte der Menschheit ist in einem konstantem Fluß.
  8. Auch das Individuum ist im konstanten Fluß des Konstruierens.
Wege zur Verkündigung des Evangeliums vor dem Kontext unterschiedlicher Weltanschauungen
  1. Destablisieren der bestehenden Weltanschauung und Aufdecken von Unstimmigkeiten.
    • 4 Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, 5 so daß wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangennehmen zum Gehorsam gegen Christus. (2. Korinther 10:4-5)
  2. Verkünden der Kerninhalte des Evangeliums im Rahmen der christlichen Weltanschauung
    • 1 Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe – es sei denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet. 3 Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und daß er begraben worden ist und daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften. (1. Korinther 15:1-4)
  3. Aufbauen eines echten, christlichen Weltbildes bei den Nachfolgern von Jesus
    • 2 Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Römer 12:2)
Quelle: Sire, James: The Universe Next Door. Downers Grove: InterVarsity Press 2009.

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