Predigt vom 15.05.2016: Stefan Beyer – Galater 5:16-26 – Das gewöhnliche Wirken des Geistes im Neuen Testament

Stefan Beyer – Galater 5:16-26 – Das gewöhnliche Wirken des Geistes im Neuen Testament

  • Der Heilige Geist als Folge des Kommens des Messias war die große Verheißung des Alten Testaments.
    • Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächs­ten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleins­ten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken! Jeremia 31:31‭-‬34
  • Dadurch sollte bewirkt werden, daß jeder, der Teil des Neuen Bundes ist, auch ein erneuertes Herz hat, welches Gott gehorcht.
    • Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst. 5. Mose 30:6
  • Das außergewöhnliche Wirken des Geistes in der Apostelgeschichte bestätigte die Erfüllung dieser Verheißung.
    • »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.« Apostelgeschichte 2:17‭-‬21
  • Auf dieses außergewöhnliche Wirken des Geistes zur Bestätigung der Verheißungen Gottes folgte das gewöhnliche Wirken des Geistes im Neuen Testament.
    • Neugeburt des verlorenen Sünderns
    • Erleuchtung zum Verstehen des Wortes Gottes
    • Heiligung der Kinder Gottes
16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.
  • Trotz der Neugeburt und dem Innewohnen des Heiligen Geistes haben wir immernoch eine sündhafte Natur, Fleisch genannt.
  • Diese hat eigene Gelüste und muß deshalb gekreuzigt werden (Vers 24).
  • Wie wandelt man im Geist?
    • Durch das Studium des Wortes Gottes.
      • Laßt das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen. Kolosser 3:16
    • Durch Erkennen und Vertrauen auf das Evangelium.
      • Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung vom Glauben? Galater 3:2
    • Durch bewußte Abhängigkeit vom Wirken des Geistes.
      • Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben. Johannes 6:63
17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt. 18 Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
  •  In einem wahren Christen tobt ein Kampf zwischen dem Geist und dem Fleisch.
  • Christliche Reife besteht unter anderem darin, daß man diesem Kampf immer mehr wahrnimmt.
  • Der Geist wirkt anders als das Gesetz.
    • Das Gesetz wirkt durch Werke, die mir Gottes Ansehen verdienen.
    • Der Geist schafft Früchte, die aus einer engen Beziehung zu Gott erwachsen.
  • Paulus kritisiert im Galaterbrief nicht das Gesetz an sich, sondern den falschen Gebrauch des Gesetzes durch die Judaisierer.
19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; 21 Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
  • Der Heilige Geist schafft im Leben eines wahren Christen eine Heiligkeit, die das Kennzeichen echten, lebendigen Glaubens ist.
  • Da wo diese Heiligkeit dauerhaft fehlt und keine Buße getan wird, handelt es sich nicht um einen echten Christen.
  • Paulus geht es hier nicht um Werke als Bedingung für unsere Errettung, sondern um Werke als Beglaubigung für die Echtheit unseres Glaubens.
    • So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. Jakobus 2:17
    • Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird! Hebräer 12:14
    • Wir wissen, daß wir aus dem Tod zum Leben gelangt sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, bleibt im Tod. 1. Johannes 3:14
22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherr­schung.
  • Die Frucht des Geistes ist ein Paket von neun Eigenschaften (deshalb Singular – die Frucht).
  • Dadurch unterscheidet sie sich von natürlichen Charaktereigenschaften.
  • Sie bildet sich immer zusammen heraus und ist nur so stark wie das schwächste Glied in der Kette.
  • Aber selbst schwache Frucht ist ein Anzeichen, daß man wirklich zu Christus gehört.
  • Das große Wirken des Geistes im Neuen Testament ist nun diese Heiligung, das heißt das Herausbilden seiner Frucht in uns.
  • Selbst im einzigen Brief, wo Paulus noch das außergewöhnliche Wirken des Geistes anspricht, betont er schon das eigentlich, anhaltende Wirken, die Heiligung.
    • Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so daß ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. 1. Korinther 13:1-2
23 Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.
  • Die echte Frucht des Heiligen Geist geht so tief in unser Herz, daß man sie gesetzmäßig nicht vorschreiben und erreichen kann.
    • Man kann Menschen dazu zwingen, äußerlich das Gesetz zu erfüllen, aber nicht innerlich das Gesetz zu lieben.
    • Die innere Liebe zu Gott und zu seinem Gesetz muß und will der Heilige Geist in uns wirken.
      • Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. Ich hasse die Lüge und verabscheue sie; dein Gesetz aber habe ich lieb. Ich lobe dich siebenmal am Tag wegen der Bestimmungen deiner Gerechtigkeit. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall. Ich hoffe auf dein Heil, o HERR, und tue deine Gebote. Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse und liebt sie sehr. Psalm 119:162-167
24 Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. 25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.
  • Das christliche Leben ist gegründet auf Selbstverleugnung.
    • Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. 25 Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt? Lukas 9:23-25
  • Wir können die Fülle des Wirkens des Geistes nur erleben, wenn wir unsere sündige Natur kreuzigen und alles, was sie begehrt.
  • Durch diese Selbstverleugnung bleiben wir aber nicht leer zurück, sondern werden erfüllt mit der Freude des Herrn.
    • Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich! Psalm 16:11
  • Zum Angesicht Gottes kommen wir nur durch Heiligkeit.
    • HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet von Herzen. Psalm 15:1-2
  • Diese Heiligkeit haben wir zunächst durch Christus.
    • Dann fährt er fort: “Siehe, ich komme, um deinen Willen, o Gott, zu tun”. Somit hebt er das erste auf, um das zweite einzusetzen. Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, und zwar ein für allemal. Hebräer 10:9-10
  • Dann wird diese Heiligkeit aber auch ganz praktisch in unserem Leben gefordert, um tiefer in der Gemeinschaft mit Gott zu wachsen.
26 Lasst uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!
  • Wie sieht diese praktische Heiligkeit aus?
    • Genügsamkeit
    • Demut

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