Predigt vom 08.05.2016: Stefan Beyer – Richter 12:8-15 – Drei kleinere Richter

Stefan Beyer – Richter 12:8-15 – Drei kleinere Richter

  • Auf Jepthah folgen drei kleinere Richter, die uns kleine, aber wichtige Dinge über das Wirken Gottes aufzeigen.
8 Nach ihm richtete Ibzan von Bethlehem das Volk Israel. 9 Der hatte 30 Söhne und entließ 30 Töchter aus seinem Haus und nahm seinen Söhnen 30 Töchter von auswärts als Ehefrauen; und er richtete Israel sieben Jahre lang. 10 Danach starb Ibzan und wurde in Bethlehem begraben.
  • Der Kontrast zwischen Jepthah und Ibzan bezüglich der Anzahl ihrer Kinder ist enorm.
  • Jepthah hatte nur eine Tochter, die ihm sogar noch verloren gegangen ist.
  • Ibzan hatte dreißig Söhne, dreißig Töchter und dreißig Schwiegertöchter.
  • Hier haben wir nochmal eine eindrückliche Veranschaulichung der Vorsehung Gottes, wie sie in jedem Leben anders wirkt.
  • François Turrettini schreibt in seiner systematischen Theologie über die Vorsehung
    • Das Wort Vorsehung kommt aus dem griechischen pronoia , was sowohl den ewigen Ratschluß Gottes umfasst, wie auch die Ausführung dieses Ratschlusses in der Zeit.
    • Gott ist nicht teilnahmslos gegenüber dem Weltgeschehen.
    • “Mein Vater wirkt bis hierher.” (Johannes 5:17)
    • “Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Groschen? Und nicht ein Einziger von ihnen ist vor Gott vergessen. Aber auch die Haar eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht. Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.” (Lukas 12:6,7)
    • Der Herr wird versorgen. (1. Mose 22:14; Jahwe-Jireh)
    • Das Rad der Vorsehung (Hesekiel 1).
    • Die gleichen Gründe, die Gott veranlassten, die Welt zu erschaffen, veranlassen ihn, die Welt zu lenken.
    • Die Vorsehung Gottes erstreckt sich auf die größten, wie auch auf die kleinsten Dinge, denn so wie Gott die kleinsten Dinge geschaffen hat, will er sie auch lenken.
    • Gottes Vorsehung erstreckt sich auch über das Böse und die Sünde, ohne dass er selbst böse oder sündig ist.
    • “Das Wort Gottes wird gequält, wenn man die Worte “Ich will das Herz des Pharao verhärtet so deutet: “Ich werde es zulassen, dass er sein Herz verhärtet.” Wir müssen den Ausdruck so nehmen, wie er dasteht. Weil Gott im Bösen und durch das Böse wirkt, geschieht das Böse, obwohl Gott selbst nichts Böses tut, sondern Böses durch böse Menschen geschehen läßt. Da er selbst gut ist, kann er nichts Böses tun, aber er gebraucht böse Werkzeuge, die seiner Macht nicht entkommen können.” (Martin Luther)
    • Gegen die Lehre der Vorsehung sündige man, indem man murrt oder verzweifelt, seine Sünde entschuldigt, faul ist, sorgenvoll ist und sich zu sehr auf zweite Ursachen verlässt.
    • Vor allem ist die Lehre der Vorsehung aber ein Quelle unermesslichen Trostes für die Frommen.
    • Wir können im Schoß Gottes ruhen, uns seiner väterlichen Fürsorge anbefehlen, immer Gutes für die Zukunft von ihm erwarten und immer auf unseren himmlischen Vater hoffen.
    • “Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten; so würde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen. Der Herr wird mich auch von jedem boshaften Werk erlösen und mich in sein himmlischen Reich retten. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.” (2. Timotheus 4:17,18)
11 Nach ihm richtete Elon, ein Sebuloniter, das Volk Israel; der richtete Israel zehn Jahre lang. 12 Und Elon, der Sebuloniter, starb und wurde begraben in Ajalon im Land Sebulon.
  • Es ist erstaunlich, wie kurz und knapp über manchen Richter berichtet wird.
  • Wir dürfen aber nicht davon ausgehen, daß sie weniger wichtig waren als die anderen.
  • Der Grund, warum über manchen Richter wie Gideon und Jepthah mehr berichtet wird, liegt nicht in ihrer Besonderheit, sondern weil der Autor das Wirken Gottes hervorheben wollte.
  • Gott ist der zentrale Held der Bibel.
  • Wir sollten die Bibel nicht als eine Geschichte von Helden lesen, die mit Gottes Hilfe Großes vollbracht haben, sondern als eine Geschichte über Gottes großes Wirken und seinen Plan, in dem er ab und zu Menschen gebraucht hat.
  • Die zentrale Figur in der Geschichte der Bibel ist der Gott-Mensch Jesus Christus.
  • “Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei.” (Kolosser 1:16-18)
  • Deutlicher hätte es Paulus nicht ausdrücken können, dass es nicht um uns geht.
  • Das heißt, ich sollte auch in meinem Leben nicht Gott zum Nebendarsteller machen, der mir hilft, meine Hauptrolle möglichst elegant zu spielen, sondern Jesus sollte der Hauptdarsteller meines Lebens sein und Gott der Regisseur.
13 Nach ihm richtete Abdon, der Sohn Hillels, ein Piratoniter, das Volk Israel. 14 Der hatte 40 Söhne und 30 Enkel, die auf 70 Eselsfüllen ritten; und er richtete Israel acht Jahre lang. 15 Danach starb Abdon, der Sohn Hillels, der Piratoniter, und wurde begraben in Piraton im Land Ephraim im Bergland der Amalekiter.
  • Die einzige verlässliche Wahrheit über die Richter ist, dass sie starben. Ohne Ausnahme.
  • Damit war ihr Wirken zu Ende und Israel musste wieder nach einem neuen Führer suchen.
  • Auch sie konnten Israel nicht von ihrem größten Feind, dem Tod, befreien.
  • Sie wecken Hoffnung auf einen Messias, der unsterblich ist und den Tod besiegen wird.
  • “Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.” (Hebräer 7:25)
  • Jesus befreit vor der Angst vor dem Tod und gibt eine Hoffnung über den Tod hinaus.
  • “Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.” (Hebräer 2:14,15)
  • Jeder von uns hat tief drinnen Angst vor dem Tod. Diese Angst bestimmt unser ganzes Leben. Jesus kann uns diese Angst nehmen.

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