Werktagsgottesdienst vom 07.04.2016: Stefan Beyer – Der Christ und die Arbeit

Stefan Beyer – Der Christ und die Arbeit

  • Die Bibel hat eine starke Betonung von Arbeit und lehnt Faulheit genauso stark ab.
    • 6 Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise: 7 Obwohl sie keinen Anführer hat, weder Vorsteher noch Herrscher, 8 bereitet sie dennoch im Sommer ihr Brot und sammelt in der Erntezeit ihre Speise. 9 Wie lange willst du liegenbleiben, du Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? (Sprüche 6:6-9)
 
Falsche Einstellungen unter Christen
  • Meine Arbeit und mein Glauben haben nichts miteinander zu tun.
  • Meine Arbeit ist zweitrangig, mein Dienst für Christus erstrangig.
  • Ich habe keine Lust auf Arbeit.
  • Die Arbeit nimmt die zentrale Stelle im Leben ein.
 
Eine christliche Sicht zum Thema Arbeit?
  • Wir sollen alles zur Ehre Gottes tun.
    • 31 Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre Gottes! (1. Korinther 10:31)
  • Paulus wollte, daß Jesus in allen Bereichen seines Lebens groß gemacht wird.
    • 20 Entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, daß ich in nichts zuschanden werde, sondern daß in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod. (Philipper 1:20)
 
Arbeit als eine Gabe Gottes sehen
  • Arbeit ist nicht eine Folge des Sündenfalls.
  • Im Paradies werden wir arbeiten.
  • Arbeit ist eine Schöpfungsordnung.
    • 28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde! (1. Mose 1:28)
  • Sie gehört zu der Welt, wie Gott sie sich gedacht hat.
  • Die zwei wichtigsten Bereiche unseres Lebens, Ehe und Arbeit, sind beides Schöpfungsordnungen Gottes.
  • Als solche unterliegen sie seinen Gesetzen, stehen aber auch unter seinem Segen.
  • Nicht die Arbeit, sondern die schwierigen Umstände der Arbeit sind Folge der Sünde.
  • Ja, für Paulus hat das Reich Gottes und seine Angelegenheiten Vorrang.
    • 4 Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in Dienst gestellt hat. (2. Timotheus 2:4)
  • Aber dadurch wird nicht die Schöpfungsordnung Gottes aufgelöst, sondern in Spannung gehalten.
  • Wir sollen uns durch Arbeit nicht von unserem Auftrag der Verkündigung des Evangeliums abhalten lassen, dieser Auftrag negiert aber wiederum nicht die Gabe und Schönheit der Arbeit.
 
Der große Arbeitgeber
  • Gott hat dem ersten Menschen den Arbeitsplatz verschafft.
  • Er hat alles in der Hand und verfügt über alles und jeden.
  • Diese Lehre kann uns Trost in der Suche nach einem Arbeitsplatz geben.
 
Arbeit als Schutz sehen
  • Gottes Ordnungen sind für den Menschen gut.
  • Ein Leben innerhalb dieser Ordnungen wird dem Menschen Freude und Zufriedenheit bringen.
  • Gottes Ordnung bieten dem Menschen die optimalen Bedingungen zum Leben und dienen ihm auch als Schutz.
    • Die Arbeit ist ein Schutz vor Armut.
      • Gott will uns durch Arbeit mit unserem Unterhalt versorgen.
        • 10 Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen! (2. Thessalonicher 3:10)
      • Dagegen führt Faulheit oft zur Armut.
        • 33 “Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, die Hände ein wenig in den Schoß legen, um zu ruhen” 34 – so kommt deine Armut wie ein Wegelagerer und dein Mangel wie ein bewaffneter Mann! (Sprüche 24:33-34)
    • Die Arbeit ist ein Schutz vor Unordnung.
      • Paulus kennt unsere sündige Natur, die dazu neigt, unordentlich zu leben.
        • 6 Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr euch von jedem Bruder zurückzieht, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die er von uns empfangen hat. (2. Thessalonicher 3:6)
        • 11 Wir hören nämlich, daß etliche von euch unordentlich wandeln und nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. (2. Thessalonicher 3:11)
      • Ein Leben ohne Arbeit kann schnell zu einem unordentlichen Leben verkommen.
      • Ein solches Leben bringt Gott keine Ehre.
      • Arbeitslosigkeit ist keine Sünde, Faulheit aber schon, weil sie der Ordnung Gottes entgegensteht.
      • Unser Leben ist dazu da, Gottes Herrlichkeit und Charakter widerzuspiegeln.
      • Er selbst hat sechs Tage gearbeitet und am siebten Tag geruht.
      • So sollen nun auch wir handeln und ihm Ehre geben.
        • 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; 10 aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes (2. Mose 20:9-10).
      • Arbeit bringt einen gewissen Rhythmus und Struktur in unser Leben.
      • Wir brauchen Ordnung für das Wohlergehen unserer Körpers und unserer Seele.
 
Arbeit als Möglichkeit sehen
  • Gott gibt uns ganz bestimmte Fähigkeiten und Talente, um die Arbeit zu tun, die wir tun.
  • Wir ehren ihn, wenn wir diese Fähigkeiten einsetzen.
  • Für Martin Luther war die Betonung des weltlichen Standes und des allgemeinen Priestertums sehr wichtig: “Ob Schuster, Schmied oder Bauer: Jeder hat die Arbeit und das Amt seines Gewerbes, und dennoch sind sie alle gleichermaßen geweihte Priester und Bischöfe. Jeden von ihnen muß durch seine Arbeit und sein Amt jedem anderen dienen, damit auf diese Weise vielerlei Arbeiten getan werden für das körperliche und geistliche Wohl der Gemeinschaft.”
    • Eine Möglichkeit, Gott zu verherrlichen
      • Wir können Gott Ehre bringen, indem wir das von ihm Geschaffene zu seiner Ehre mit Freude gestalten und gebrauchen.
    • Eine Möglichkeit, Christus zu bekennen
      • Im Normalfall ist der Großteil unserer Arbeitskollegen ungläubig.
      • Gott will uns zum Zeugnis an unserem Arbeitsplatz gebrauchen.
    • Eine Möglichkeit, anderen zu helfen
      • Durch unsere Arbeit können wir direkt anderen helfen, indem wir Produkte oder Dienstleistungen herstellen, die anderen nützen.
      • Aber auch durch das Gehalt, was wir bekommen, können wir Menschen unterstützen.
 
Die Sache mit den Ochsen
  • Durch mein Gehalt aus der Arbeit kann ich auch Pastoren und Missionare unterstützen.
  • Paulus ruft uns zur Unterstützung christlicher Arbeiter auf:
    • 18 Denn die Schrift sagt: “Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt!”, und “Der Arbeiter ist seines Lohnes wert”. (1. Timotheus 5:18)
  • Christliche Arbeiter sollten die Möglichkeit haben, sich ganz auf die Verkündigung des Evangeliums und die Sorge für die Gemeinde konzentrieren zu können.
  • Versuche deine Arbeit als Möglichkeit zu sehen, diejenigen zu unterstützen, die Gott als deine Hirten eingesetzt hat.
 
Arbeit als Arbeit sehen – und nicht mehr …
  • Der biblische Anspruch an Christen ist es, unseren Beruf mit Verantwortungsbewußtsein und Leistungsbereitschaft auszuüben.
  • Wir sollen dadurch auch ein Vorbild für Nichtchristen sein.
  • Aber aus Verantwortungsbewußtsein soll kein Götzendienst und aus Leistungsbereitschaft keine Geld- und Machtgier werden.
  • Die Gabe Gottes soll nicht zu einem Götzen werden, der an die Stelle Gottes tritt und unser Leben bestimmt.
  • Wir sollen unseren Beruf nicht vergöttern.
  • Die Schöpfung ist nicht Gott selbst, sondern ein Mittel, um Gott Ehre zu geben, indem wir sie in der Weise gebrauchen, wie er sich das gedacht hat.
  • Der Schöpfung mehr Aufmerksamkeit zu schenken als Gott ist schlecht und ergreifend Götzendienst.
  • Götzendienst wirkt nicht erfüllend, sondern zerstörerisch.
  • Nicht die Arbeit, nicht das Geld, sondern Jesus soll mein größter Schatz sein und bleiben, auch dann, wenn ich im Beruf riesigen Erfolg habe.
Bücher zum Weiterlesen
  • Timothy Keller: Berufung – eine neue Sicht für unsere Arbeit
  • John Piper: Dein Leben ist einmalig – vergeude es nicht!
Quelle: Tissen, Rudolf (2014): „Der Christ und die Arbeit“. In: Klautke, Jochen; Reeh, Lars; Strebel, Hanniel (Hrsg.) Ein Leben zur Ehre Gottes. 1. Aufl. Waldems: 3L Verlag
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