Werktagsgottesdienst vom 03.03.2016: Stefan Beyer – Der Christ und das Gesetz

Stefan Beyer – Der Christ und das Gesetz

Gesetz und Gnade
  • Einwand: “Wenn wir aus Gnade gerettet sind, warum sollen wir noch das Gesetz einhalten?”
  • Ja, wir sind aus Gnade gerettet.
    • 8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; 9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. (Epheser 2:8-9)
  • Aber wir sind mit einem Ziel gerettet: Gott zu gehorchen und seinen Willen zu tun.
    • 10 Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Epheser 2:10)
    • 15 Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! 16 Wißt ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müßt ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? (Römer 6:15-16)
Gesetz und Gesetz
  • Nicht alle Gesetze des Alten Testaments sind für uns bindend. Wir können die Gesetze in drei Arten unterteilen.
    • Moralgesetze
      • Wir finden sie z.B. in den Zehn Geboten.
      • Sie beschreiben die Moral, die Gott von seinem Volk fordert.
      • Sie sind ein Ausdruck des Charakters und Wesens Gottes.
      • Sie wurden durch das Kommen Jesu nicht aufgelöst, sondern von ihm ausdrücklich bekräftigt (siehe die Bergpredigt).
      • Paulus spricht davon, daß diese Gesetze ins Herzen aller Menschen geschrieben sind (Römer 2:15).
    • Zeremonialgesetze
      • Sie sollten dem Volk im Alten Testament eine geistliche Wahrheit beibringen.
      • Sie wurden von Jesus Christus erfüllt.
      • Die Opfergesetze lehrten, daß man Vergebung bei Gott braucht, und daß dafür ein Opfer nötig ist.
      • Die Vorschriften über den Tempel lehrten, daß man Gott nicht auf beliebige Weise anbeten darf.
      • Im Neuen Testament ist Jesus die Erfüllung des Tempels, der Gott auf vollkommene Weise anbetet, und der Ort, wo man Gott begegnen kann.
      • Diese Gesetze sollten mit der Frage gelesen werden: Wie weisen sie mich auf Jesus hin? Wie hat Jesus sie erfüllt?
      • Paulus nennt diese Gesetze einen Schatten, der im Alten Testament von Jesus geworfen wird.
        • 16 So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, 17 die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat. (Kolosser 2:16-17)
    • Zivilgesetze
      • Das sind alle Gesetze, die das Leben der Israeliten als Nation regeln sollten.
      • Dazu gehören die Gebote, wieviel Prozent der Ernte den Armen und den Priestern gegeben werden mußte, oder wie man mit Dieben und Mördern umgehen soll (5. Mose 17:8-13).
      • Diese Gesetze gelten für das neue Volk Gottes nicht mehr, weil wir keine Nation im alttestamentlichen Sinn sind.
      • Diese Gesetze sind aber trotzdem lehrreich und können uns helfen, die Moralgesetze zu verstehen.
      • Die Gesetze über die Ernte lehren zum Beispiel, daß wir nicht nur arbeiten, sondern auch anderen helfen sollen.
        • 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern bemühe sich vielmehr, mit den Händen etwas Gutes zu erarbeiten, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe. (Epheser 4:28)
Gesetz und Liebe
  • Einwand: “Wir sollten nicht das Gesetz und den Gehorsam betonen, sondern die Liebe.”
  • Das Liebesgebot im Neuen Testament steht nicht im Widerspruch zum Gesetz.
    • 37 Und Jesus sprach zu ihm: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken”. 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Und das zweite ist ihm vergleichbar: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”. 40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22:37-40)
    • 21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Johannes 14:21)
  • Wir brauchen das Gesetz um zu erfahren, wie wir Gott und unseren Nächsten lieben sollen.
  • Es kommt nicht nur auf die richtige Motivation an, sondern auch auf die richtige Tat.
    • 2 Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. (Römer 10:2)
  • Die Pharisäer wurden von Jesus dafür kritisiert, daß sie sich eigene Gebote auferlegt hatten, die gegen die Gebote Gottes standen (Markus 7:6-13).
  • Die Pharisäer dachten, daß die richtige Motivation ihr Verhalten rechtfertigte, daß sie ihren Besitz in den Tempel statt den Eltern gaben.
  • Wenn man nur nach dem eigenen Herzen handelt, kann man sich auch leicht betrügen.
    • Man tut nur, was einem selbst gefällt oder was leichtfällt.
  • Gott ist Gehorsam wichtiger als unsere gute Motivation.
    • 22 Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! 23 Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst. (1. Samuel 15:22-23)
  • Wir dürfen nicht den Dienst für Gott gegenüber der Verpflichtung für unsere Familie ausspielen. Deswegen hat Gott uns das Gebot gegeben: Du sollst Vater und Mutter ehren.
  • Martin Luther
    • “Denn was Gott gebietet, muß viel und weit edler sein als alles, was wir selbst erdenken können.”
    • “Ich kann getröstet und sicher sein, daß das, was ich tue, Gott gefällt, weil es einfach nichts anderes ist, als sein Gebot.”
Gesetz und Freiheit
  • Einwand: “Jesus hat uns doch frei gemacht. Warum sollen wir wie Sklaven nach dem Gesetz leben?”
    • 1 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen! (Galater 5:1)
  • Paulus meint damit, daß wir nicht das Gesetz halten sollen, um uns dadurch bei Gott etwas zu verdienen.
  • Wir brauchen keine zusätzlichen Lasten auf uns nehmen (z.B. Beschneidung), um bei Gott angesehen zu sein.
  • Das Joch der Knechtschaft ist das Streben danach, die Liebe Gottes erarbeiten zu wollen.
  • Das ist eine unnötige und sogar schädliche Last: Wer sich seine Rettung erarbeiten will, der wird total scheitern und ist von Jesus Christus getrennt.
  • Aber wozu hat uns Christus befreit? Um Gott und anderen zu dienen.
    • 13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. (Galater 5:13)
  • Paulus spricht sogar vom Gesetz Christi, unter dem wir jetzt als befreite Christen stehen.
    • 2 Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! (Galater 6:2)
Gesetz, Sünde und Dankbarkeit
  • Einwand: “Das Gesetz ist doch nur dazu gedacht, daß wir unsere Sünde erkennen und Jesus als Retter empfangen.”
  • Das Gesetz hat einen dreifachen Gebrauch:
    • Der erste Gebrauch ist der des Spiegels. Durch das Gesetz erkennt man die Sünde und die Notwendigkeit der Vergebung und eines Retters.
    • Der zweite Gebrauch ist es, das Böse in Grenzen zu halten, so wie ein Damm das Wasser zurückhält. Das Gesetz hilft der zivilen Ordnung.
    • Der dritte Gebrauch des Gesetzes besteht darin, daß es uns darin unterrichtet, was Gott gefällt.
      • Wenn ich mich als Christ frage: “Was kann ich aus Freude für Gott tun?”, dann gibt das Gesetz die Antwort.
      • Durch den Gehorsam gegenüber dem Gesetz geben wir als Kinder Gottes unserem himmlischen Vater Ehre und Preis.

Quelle: Schuster, Simon (2014): „Der Christ und das Gesetz“. In: Klautke, Jochen; Reeh, Lars; Strebel, Hanniel (Hrsg.) Ein Leben zur Ehre Gottes. 1. Aufl. Waldems: 3L Verlag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: