Predigt vom 31.01.2016: Stefan Beyer – Richter 5 – Eine Siegeshymne

Stefan Beyer – Richter 5 – Eine Siegeshymne

  • Richter 4 und 5 sind ein besonderer Abschnitt im Alten Testament, da ein historisches Ereignis direkt von einem Loblied gefolgt wird.
    • Dadurch wird deutlich, wie wichtig Lobpreis und Anbetung in unserem Leben sind.
  • Wir sollten ein gottzentrierte Perspektive auf unser Leben einnehmen.
    • Das heißt, ihn in allen Dingen erkennen und ihn für sein Eingreifen, seinen Plan und seine Barmherzigkeit und Macht loben.
1 Da sangen Debora und Barak, der Sohn des Abinoam, in jener Zeit dieses Lied:
  •  Den glorreichen Sieg über Sisera und Jabin nehmen Debora und Barak als Anlaß für ein Loblied Gottes.
2 “Daß Führer anführten in Israel, daß sich das Volk willig zeigte, dafür preist den HERRN!
  • Sie loben ihn dafür, daß er Führer und Volk in Israel willig gemacht hat, sich am Kampf zu beteiligen.
    • Der Grund dafür, daß obwohl sich viele nicht am Kampf beteiligen, manche aber doch, ist allein der Herr.
3 Hört zu, ihr Könige, horcht auf, ihr Fürsten! Ich will, ja ich will dem HERRN singen! Ich will spielen dem HERRN, dem Gott Israels.
  • Debora fordert die Führer auf, sich am Lobpreis Gottes zu beteiligen.
  • Lobpreis und Anbetung ist eine gemeinschaftliche Erfahrung und dadurch wird die Gemeinde Gottes begründet.
    •  Die Gemeinde sind die Menschen, die die große Befreiung durch Christus erfahren haben und nun gemeinsam Gott dafür preisen.
4 O HERR, als du von Seir auszogst, als du einhergingst vom Gebiet Edoms, da erzitterte die Erde und der Himmel troff, ja, die Wolken troffen vom Wasser. 5 Die Berge zerflossen vor dem HERRN, der Sinai dort zerfloß vor dem HERRN, dem Gott Israels.
  • Gottes mächtiges Eingreifen wird poetisch beschrieben.
  • Er macht sich vom Süden auf den Weg während Jabin vom Norden aus das Volk Israel bedrängt.
  • Gottes Wirken ist unwiderstehlich und wird von kosmischen Zeichen begleitet.
    • Dadurch wird die spätere Sturmflut vorweggedeutet, durch die Siseras Heer besiegt werden wird.
6 Zu den Zeiten Schamgars, des Sohnes Anats, zu den Zeiten Jaels waren die Wege verödet; und die Wanderer gingen auf Schleichwegen. 7 Es fehlten Führer in Israel, sie fehlten, bis ich, Debora, aufstand, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel. 8 Es erwählte sich neue Götter, da war Krieg in ihren Toren. Wurden wohl Schild und Speer gesehen unter vierzigtausend in Israel?
  • Israels Leid unter der Bedrückung Jabins und Siseras wird beschrieben.
    • Die öffentlichen Wege konnten nicht benutzt werden.
    • Es gab keine guten Führer in Israel.
    • Israel fing an, den angeblich mächtigeren Göttern ihrer Unterdrücker zu folgen.
    • Der Krieg reichte bis an die Tore der Städte heran.
    • Es gab keine Waffen zur Verteidigung.
  • Debora ist der von Gott erweckte Retter, der die Situation ändern wird.
    • Sie tritt aber weniger in Form eines Richters und Führers auf, sondern als Mutter in Israel, die den neuen Befreier beruft und begleitet.
9 Mein Herz gehört den Anführern Israels, den Freiwilligen unter dem Volk. Lobt den HERRN! 10 Die ihr auf weißen Eselinnen reitet, die ihr auf Decken sitzt, und die ihr auf dem Weg geht, denkt nach! 11 Fern vom Lärm der Bogenschützen, zwischen den Schöpfrinnen, dort soll man preisen die gerechten Taten des HERRN, die gerechten Taten seines Führers in Israel! Dann wird das Volk des HERRN zu den Toren hinabziehen. 12 Wach auf, wach auf, Debora; wach auf, wach auf und sing ein Lied! Mach dich auf, Barak, und führe deine Gefangenen ab, du Sohn Abinoams!
  • Debora fordert das Volk auf, sich freiwillig am Kampf gegen die Feinde Israels zu beteiligen.
  • Der Kampf gegen die Feinde Gottes ist ein Weg, Gott zu loben.
  • Sowohl die Reichen Eselsreiter als auch die Armen, die zu Fuß gehen, sollen sich am Kampf beteiligen.
  • Gehorsam gegenüber Gott und Eintritt in den Kampf wird aus Lobpreis geboren.
    • Indem man Gott für seine gerechten Taten lobt, entsteht Freude und Bereitschaft, für ihn einzutreten.
  • Debora und Barak werden zum Aufwachen ermuntert.
    • Sie sollen sich bereit machen, dem Volk Gottes zu helfen.
  • Auch wir benötigen ein Herz des Lobpreises und den Ruf zum Aufwachen, um in den Dienst für Gott zu treten.
13 Da stieg der Überrest der Edlen des Volkes hinunter, der HERR selbst fuhr herab zu mir unter den Helden. 14 Von Ephraim zogen herab, deren Wurzel gegen Amalek ist; hinter dir her Benjamin inmitten deiner Volksstämme; von Machir kamen Befehlshaber, und von Sebulon, die den Zählstab handhabten. 15 Auch die Fürsten von Issaschar hielten es mit Debora; und Issaschar wurde wie Barak; ins Tal folgte er ihm auf dem Fuß. An den Bächen Rubens gab es schwere Herzensentschlüsse. 16 Warum bist du zwischen den Hürden geblieben, um das Flötenspiel bei der Herde zu hören? An den Bächen Rubens gab es schwere Herzenserwägungen. 17 Gilead verblieb jenseits des Jordan; und Dan, warum hielt er sich bei den Schiffen auf? Asser saß am Ufer des Meeres und verblieb an seinen Buchten. 18 Sebulon aber ist das Volk, das sein Leben dem Tod preisgibt; auch Naphtali auf den Anhöhen des Feldes.
  • Manche folgen dem Aufruf bereitwillig und zum Teil mit großer Bereitschaft, das eigene Leben hinzugeben und in die schwierigsten Regionen des Kampfplatzes zu gehen.
  • Andere ringen stark mit ihrem Herzen und Gewissen.
  • Obwohl sie die Einladung zum Kampf hören, wollen sie dann doch lieber bei ihren Herden bleiben oder in ihrem sicheren Land jenseits des Jordans oder den Handel oder das Geschäft nicht gefährden.
  • Auch zur Zeit Jesu entschuldigten sich viele, daß sie seinem Ruf nicht folgen konnten.
    • 16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu ein. 17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon alles bereit! 18 Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß unbedingt hinausgehen und ihn ansehen; ich bitte dich, entschuldige mich! 19 Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu erproben; ich bitte dich, entschuldige mich! 20 Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, darum kann ich nicht kommen! (Lukas 14:16-20)
19 Die Könige kamen und kämpften; da kämpften die Könige der Kanaaniter bei Taanach am Wasser von Megiddo – Beute in Silber machten sie nicht. 20 Die Sterne am Himmel kämpften mit, von ihren Bahnen aus kämpften sie gegen Sisera. 21 Der Bach Kison riß sie fort, der uralte Bach, der Bach Kison. Meine Seele, tritt kräftig auf! 22 Da stampften die Hufe der Rosse von dem Jagen, dem Jagen seiner Edlen.
  • Hier wird poetisch die Schlacht zwischen Barak und Sisera beschrieben.
  • Die Könige der Kanaaniter können es nicht mit dem König der Könige aufnehmen.
    • Damit wird schon vorweggedeutet, wie töricht es ist, daß die Israeliten später einen König wie die umliegenden Völker haben möchten.
  • Diesmal wird Sisera keine Beute machen, wie später im Kapitel auch seine Mutter feststellen muß.
  • Gott greift durch ein kosmisches Wunder ein.
  • Die Sterne galten als Machtbereich Baals und Gott zeigt hier wie schon in Ägypten seine Überlegenheit gegenüber den kanaanitschen Göttern und ihrer Militärtechnik.
  • Oft werden große Kriege gegen das Volk Gottes mit kosmischen Zeichen verbunden (siehe die Voraussagen über den Fall Jerusalems 70 n.Chr.).
  • Der Bach Kison überschwemmt und reißt die Streitwagen Siseras davon.
  • Die Pferden müssen vor Schreck fliehen.
23 Verflucht die Stadt Meros! sprach der Engel des HERRN; ja, verflucht, verflucht nur seine Bürger, weil sie dem HERRN nicht zu Hilfe gekommen sind, dem HERRN zu Hilfe mit den Helden! 24 Gesegnet sei Jael vor allen Frauen, die Frau Hebers, des Keniters; gesegnet sei sie vor allen Frauen im Zelt! 25 Milch gab sie, als er Wasser erbat, geronnene Milch brachte sie in prächtiger Schale. 26 Sie streckte ihre Hand aus nach dem Pflock, ihre Rechte nach dem Arbeitshammer. Sie schlug Sisera mit dem Hammer, zerschmetterte sein Haupt, sie zermalmte und durchbohrte seine Schläfe. 27 Er krümmte sich zu ihren Füßen, fiel nieder und lag da; zu ihren Füßen krümmte er sich und fiel; wo er sich krümmte, da fiel er erschlagen hin.
  • Hier wird nochmal der Ungehorsam einer Stadt und die fehlende Bereitschaft zum Dienst für den Herrn der Dienstbereitschaft einer einzigen Frau gegenübergestellt, die noch nicht einmal zum Volk Israel gehört.
  • Meros war nah an der Schlacht und man hätte annehmen können, daß sie sich am Kampf beteiligen, aber sie haben bitter enttäuscht.
  • Der Engel des Herrn verlucht sie, weil sie dem Herrn nicht zu Hilfe gekommen sind.
  • Dagegen wird Jael gelobt und gesegnet, daß sie eingegrifffen hat.
  • Der Mord an Sisera wird wieder in Zeitlupe beschrieben.
  • Jedes Detail wird festgehalten und sich daran ergötzt, wie der Feind des Herrn gedemütigt und besiegt wird.
28 Durchs Fenster schaute sie aus und schrie klagend, die Mutter Siseras schaute durchs Gitter: ›Warum kommt sein Streitwagen so lange nicht? Warum verspätet sich so sein Gespann?‹ 29 Die Klugen unter ihren Edelfrauen antworteten, und auch sie selbst gibt sich die Antwort: 30 ›Sollten sie nicht Beute finden und verteilen? Ein oder zwei Mädchen für jeden Mann? Beute von bunten Kleidern für Sisera? Beute von bunt gewirkten Kleidern, zwei bunt gewirkte Kleider für die Hälse der Geraubten?‹
  • Im Gegensatz zur vorbildlichen Jael wird die Mutter von Sisera beschrieben.
  • Die Spannung des Krieges wird verstärkt dargestellt, indem auch auf die Angehörigen der Feinde eingegangen wird.
  • Man ist fast versucht, mit der Mutter Siseras mitzufühlen.
  • Sie und ihre Edelfrauen ahnen schon, daß er nicht zurückkommen wird.
  • Dann wird aber doch ihre Verderbtheit und die der kanaanitischen Kultur offenbar.
  • Sie hat kein Problem damit, daß Sisera im Fall eines Sieges auf einen Beute- und Vergewaltigungszug gehen würde.
  • Das eine Frau auf diese abfällige Weise über die Erniedrigung und Ausbeutung anderen Frauen spricht ist nach Adoni-Besek im 1. Kapitel ein weiterer Einblick in die brutale Kultur Kanaans.
  • Aus biblischer Sicht sind die Kriege im Buch Josua und Richter gerecht, weil sie die absolute Verderbtheit der kanaanitischen Kultur strafen.
31 So müssen alle deine Feinde umkommen, o HERR! Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht!” Und das Land hatte Ruhe, 40 Jahre lang.
  • Die Niederlage Siseras ist ein Vorbild für alle Feinde des Herrn.
  • Das Problem ist nur, daß Israel wenig später wieder selbst zum Feind des Herrn wird.
  • Sie rufen hier das Gericht Gottes auf sich selbst herab.
  • Diejenigen, die Gott lieben sind diejenigen, die seinen Bund bewahren.
    • 5 Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,  6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. (2. Mose 20:5-6)
  • Das Land hat wiederum eine Generation Ruhe.
  • Wenn das Reich Gottes in Fülle gekommen ist und alle Feinde besiegt sind, werden auch wir in die ewige Ruhe eintreten.
    • 12 Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt, 13 und er wartet hinfort, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt werden. (Hebräer 10:12-13)
    • 26 Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er eine Verheißung gegeben, indem er spricht: “Noch einmal erschüttere ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel!” 27 Dieses “Noch einmal” deutet aber hin auf die Beseitigung der Dinge, die erschüttert werden, als solche, die erschaffen worden sind, damit die Dinge bleiben, die nicht erschüttert werden können. 28 Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht ! (Hebräer 12:26-28)

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