Predigt vom 17.01.2016: Stefan Beyer – Richter 3:12-31 – Ehud und Schamgar: Unerwartete Retter

Richter 3:12-31 – Ehud und Schamgar: Unerwartete Retter

  • Gott greift tatsächlich in die Not und Verlorenheit unseres Lebens ein.
  • Wir müssen unser Leben nicht aufhübschen.
  • Der Herr kennt die Verwirrung und Unappetitlichkeit unseres Lebens und schenkt uns eine wundersame Rettung durch die Macht seiner Gnade.
  • Auch die Wege, auf denen Gott rettet und befreit, und die Menschen, die er dazu gebraucht, sind oft unerwartet.
12 Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des HERRN. Da stärkte der HERR Eglon, den König der Moabiter, gegen Israel, weil sie taten, was in den Augen des HERRN böse war.
  • Israel wendet sich wieder ab vom Herrn.
  • Der Herr stärkt Eglon, der übersetzt junger Bulle und rundlich heißt.
  • Hier beginnt schon die Komik des Berichts.
13 Und er sammelte um sich die Ammoniter und die Amalekiter und zog hin und schlug Israel und nahm die Palmenstadt ein.
  • Eglon, auch wenn er später sehr naiv und dümmlich erscheint, ist doch durch Gottes Macht weise in der Kriegsführung.
  • Er nimmt die Stadt Jericho ein und besetzt sie mit seinen Truppen.
14 Und die Kinder Israels dienten Eglon, dem König von Moab, 18 Jahre lang.
  • Der Knechtsdienst der Israeliten währt noch länger (10 Jahre) als unter Kuschan.
  • Sie mußten wirtschaftlichen Tribut leisten und waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich vollkommen ausgezehrt.
15 Da schrieen die Kinder Israels zum HERRN. Und der HERR erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, einen Benjaminiter, der linkshändig war. Und die Kinder Israels sandten durch ihn den Tribut an Eglon, den König von Moab.
  • Gott greift in seiner Gnade ein.
  • Die Formel für Gottes Wirken im Alten Testament ist nicht Segen und Fluch je nach Gehorsam und Ungehorsam, sondern Gottes erstaunliche Gnade auf unerwarteten Wegen.
  • Ehud wird uns sofort als Sonderling vorgestellt: Er ist ein Linkshänder, der aus einem Stamm der Söhne der Rechten kommt.
  • Entweder war er körperlich behindert oder speziell zur Linkshändigkeit trainiert.
  • Es ist nicht klar, ob er sich zunächst bewußt war, daß er Israels Erretter ist.
  • Er wird von den Israeliten als Übersender des (wahrscheinlich landwirtschaftlichen) Tributs erkoren.
16 Da machte sich Ehud ein zweischneidiges Schwert, eine Spanne lang, und gürtete es unter seinem Gewand an seine rechte Hüfte.
  • Ehud heckt allein einen Meuchelmord aus.
  • Er versteckt das Schwert an einer Stelle, wo bei Rechtshändern nicht gesucht würde.
  • Seine Schwachheit bzw. besondere Fähigkeit ist in dieser Geschichte der Schlüssel zum Erfolg.
17 Und er überbrachte Eglon, dem König von Moab, den Tribut. Eglon aber war ein sehr fetter Mann.
  • Hier wird schon das tragikkomische Ende von Eglon vorbereitet.
  • Er ist wie ein fettes Schaf, was bereit ist zur Schlachtung.
18 Als er nun die Überreichung des Tributs vollzogen hatte, ließ er die Leute gehen, die den Tribut getragen hatten; 19 er selbst aber kehrte um bei den Götzenbildern von Gilgal und sprach zu dem König: Ich habe dir, o König, etwas Geheimes zu sagen! Er aber sprach: Schweig! Und alle, die um ihn her standen, gingen von ihm hinaus.
  • Ehud kehrt allein zu König Eglon zurück.
  • Er wählt bewußt die Götzenbilder bei Gilgal als Umkehrpunkt aus, um den Eindruck zu erwecken, daß er ein Orakel über Eglon bekommen hat.
  • Der ganze Plan von Ehud ist mit List durchsetzt.
  • Eglon geht auf die Bitte von Ehud ein und entläßt leichtfertig seine Leibgarde.
20 Da kam Ehud zu ihm hinein. Er aber saß in seinem kühlen Obergemach, das für ihn allein bestimmt war. Und Ehud sprach: Ein Wort Gottes habe ich an dich! Da stand er von seinem Thron auf.
  • Indem Ehud darauf hinweist, daß er nicht nur etwas Geheimes auszurichten hat, sondern ein Wort Gottes, bringt er Eglon dazu, sich in ehrfürchtiger Erwartung aufzurichten.
  • Dadurch wurde er ein leichteres Ziel für Ehud.
21 Ehud aber griff mit seiner linken Hand zu und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch, 22 und es fuhr auch der Griff der Klinge hinein, und das Fett schloß sich um die Klinge; denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch, so daß es ihm hinten hinausging.
  • Nun berichtet der Schreiber des Richterbuches alles in Zeitlupe.
  • Eglon wird von Ehud erstochen und fällt tot zu Boden.
  • Dabei treten seine Exkremente aus, wodurch ein Geruch entsteht, als ob er gerade sein Geschäft verrichtet.
23 Danach ging Ehud hinaus in den Vorsaal und schloß die Türe des Obergemachs hinter sich zu und verriegelte sie.
  • Ehud kann unbemerkt entkommen und verriegelt die Tür des königlichen Saales.
24 Als er nun hinausgegangen war, kamen die Diener; als sie aber sahen, daß die Türe des Obergemachs verschlossen war, sprachen sie: Gewiß bedeckt er seine Füße in dem kühlen Gemach!
  • Ehud hatte mit der Unbeholfenheit der Diener gerechnet.
  • Der königliche Saal von Eglon hatte einen eigenen Abort und der Gestank veranlaßte die Diener dazu, damit zu rechnen, daß Eglon gerade diesen Abort benutzt.
25 Und sie warteten so lange, bis sie sich dessen schämten; und siehe, niemand machte die Türe des Obergemachs auf; da nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf; und siehe, da lag ihr Herr tot auf dem Boden! 26 Ehud aber war entkommen, während sie so zögerten, und ging an den Götzen vorüber und entkam nach Seira.
  • Da sie so lange warteten, konnte Ehud entkommen und sich in israelisches Gebiet retten.
27 Und als er heimkam, blies er in ein Schopharhorn auf dem Bergland Ephraim, und die Söhne Israels zogen mit ihm vom Bergland herab, und er vor ihnen her. 28 Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, denn der HERR hat die Moabiter, eure Feinde, in eure Hand gegeben! Und sie zogen hinab, ihm nach, und besetzten die Furten des Jordan gegen Moab hin und ließen niemand hinüber; 29 und sie schlugen die Moabiter zu jener Zeit, etwa 10 000 Mann, alles starke und tapfere Männer, so daß nicht einer entkam.
  • Spätestens jetzt wird sich Ehud seiner Rolle als Richter und Retter bewußt und ruft ganz Israel zusammen.
  • Die Kunde seines Mordes an Eglon muß sich schnell herumgesprochen haben, so daß ihm die Israeliten bereitwillig folgen.
  • Indem die Israeliten den Moabitern den Rückweg abschnitten, konnten sie deren ganze Armee besiegen.
30 So wurden zu jener Zeit die Moabiter unter die Hand Israels gebracht; und das Land hatte Ruhe, 80 Jahre lang.
  • Die Moabiter, welche die Kinder Israels so lange unterdrückt hatten, kamen nun selbst unter deren Hand.
  • Es schließt sich eine ungewöhnlich lange Ruhezeit an.
31 Nach ihm trat Schamgar auf, der Sohn Anats; der erschlug 600 Philister mit einem Rinderstachel; und auch er errettete Israel.
  • Während dieser Ruhezeit wehrte vermutlich Schamgar einen Angriff der Philister ab.
  • Die Philister waren noch in einer Volksbewegung und Gebietssuche.
  • Schamgar war vermutlich kein Israelit und stammte möglicherweise aus einer Spezialeinheit der ägyptischen Armee.
  • Er war ein ungewöhnlicher Retter für Israel, der ein ungewöhnliches Werkzeug zur Errettung benutzte.
Anwendung
  • Gott gebraucht ungewöhnliche Retter und vollbringt seine Errettung oft auf ungewöhnliche Weise.
  • Das sollte uns ermutigen, daß er uns egal wie unser Hintergrund, Situation und Begabung ist, gebrauchen kann.
  • Es sollte uns die Augen öffnen für die ungewöhnliche Rettung Gottes am Kreuz.
    • Der Sohn Gottes wurde schwach und trug unsere Schuld am Kreuz.
  • Es sollte uns ermutigen, daß Gott in unseren schwierigsten Situationen Rettung schenken kann, weil er über Menschen und Wege verfügt, die weit über unser Denken hinausgehen.
    • Er kann selbst durch Ungläubige wirken.
  • Eglon ist auch eine Warnung für die Feinde von Gottes Volk: Gott wird sie irgendwann zum Objekt des Hohns und Spotts machen.
    • 1 Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? 2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten: 3 “Laßt uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!” 4 Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. 5 Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm: 6 “Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg !”  (Psalm 2:1-6)

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