Predigt vom 10.01.2016: Stefan Beyer – Richter 3:7-11 – Otniel: Ein Muster der Erlösung Gottes

Stefan Beyer – Richter 3:7-11 – Otniel: Ein Muster der Erlösung Gottes

  • Die Reihenfolge der Richter folgt der Reihenfolge der Stämme in Kapitel 1.
  • Den Anfang macht Juda, aus dem auch der Messias entspringen würde.
  • Schon der Erzvater Jakob hatte die Sonderstellung Judas prophezeit.
    • 8 Dich, Juda, werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden sich die Söhne deines Vaters beugen. 9 Juda ist ein junger Löwe; mit Beute beladen steigst du, mein Sohn, empor! Er hat sich gekauert und gelagert wie ein Löwe, wie eine Löwin; wer darf ihn aufwecken? 10 Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein. (1. Mose 49:8-10)
  • Die Geschichte von Otniel ist ein Muster für die Geschichten der anderen Richter.
  • Mit jedem Zyklus werden die Richter selbst immer weniger vorbildhaft und das Volk wendet sich immer mehr vom Herrn ab.
  • Otniel ist der Vornehmste der Richter und ein Bild für den Messiaskönig.
  • Er hatte sein Vertrauen auf Gott und seinen Gehorsam gegenüber Gottes Gesetzen schon gezeigt.
    • 12 Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sepher schlägt und erobert, dem will ich meine Tochter Achsa zur Frau geben! 13 Da eroberte es Otniel, der Sohn des Kenas, des jüngeren Bruders Kalebs; und er gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau. (Richter 1:12-13)
  • Er ist auch ein Vorbild in seinem Umgang mit Frauen. In diesem Bereich zeigt sich zunehmend der moralische Niedergang der Richter.
7 Und die Kinder Israels taten, was böse war in den Augen des HERRN, und sie vergaßen den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und Ascheren.
  • Die Israeliten wendeten sich vom Herrn ab und dienten den Fruchtbarkeitsgöttern ihres Landes.
  • Gott beobachtete ihr handeln und beurteilte es als böse.
  • Sie ähneln damit dem natürlichen Zustand jedes Menschen.
    • 1 Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; 3 unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Epheser 2:1-3)
8 Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel; und er verkaufte sie unter die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Aram-Naharajim; und die Kinder Israels dienten dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre lang.
  • Aufgrund seines Bundes mit Israel und aufgrund seiner Leidenschaft für die Ehre seines Namens entbrennt der Zorn Gottes.
  • Der Zorn Gottes wird in der gesamten Bibel bezeugt.
    • 36 Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3:36)
  • Gottes Zorn äußert sich darin, daß er sein Volk in die Hand fremder Mächte gibt.
  • Das können auch unsere Sünden und Begierden selbst sein.
    • 28 Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt, 29 als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke, solche, die Gerüchte verbreiten, 30 Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam; 31 unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig. (Römer 1:28-31)
  • Kuschan-Rischatajims heißt übersetzt Kuschan von doppelter Boshaftigkeit und war wohl ein Spitzname von Seiten der Menschen, die er unterdrückte.
  • Er kam aus Aram der zwei Flüsse, das sich auf das assyrische Gebiet im Nordosten Israels beziehen kann.
  • Vielleicht war er sogar der mächtigste aller Gegner Israels im Richterbuch.
  • Nachdem die Israeliten den falschen Göttern gedient haben, müssen sie nun einem weltlichen Unterdrücker dienen.
  • Götzendienst führt immer zu Fesselung und Unterdrückung.
  • Die Anbetung des wahren Gottes befreit.
    • Im Gegensatz zu den Behauptungen unserer Kultur, wodurch Sünde und Irrlehre befreit. Jedoch geht es hier nicht um das Einhalten christlicher Werte, sondern um die Anbetung des wahren Gottes und die Erlösung in Jesus Christus, die sich dann in freudigem Gehorsam zeigt.
  • Jesus befreit uns aus der Knechtschaft der Sünde durch die Erkenntnis der Wahrheit über ihn und in seiner Nachfolge.
    • 31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden? 34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. (Johannes 8:31-34)
  • Interessant ist hier die Reihenfolge. Man folgt Jesus nach, bleibt in seinem Wort und wird dann in diesem Prozeß durch die Wahrheit freigemacht.
9 Da schrieen die Kinder Israels zum HERRN. Und der HERR erweckte den Kindern Israels einen Retter, der sie befreite: Otniel, den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders Kalebs.
  • Die Kinder Israels schreien zum Herrn, aber nicht als Zeichen der Umkehr von ihrem Götzendienst, sondern aus purer Not und Verzweiflung.
  • Die Güte Gottes zeigt sich darin, daß er ihnen dennoch einen Retter schenkt, der sie befreit.
    • Von dem Wort für Retter bzw. befreien leitet sich der Name Jesus ab (Gott ist Rettung).
  • Der Retter sowie seine Errettung kommen direkt vom Herrn (er erweckte).
  • Otniel ist selbst Ausländer, steht ab über die Verbindung mit Kaleb in der Linie Judas.
  • Otniel ist ein Bild für einen Menschen aus dem Alten Testament, der aufgrund seines Glaubens gerettet und gebraucht wird.
  • Er ist aber auch eine Andeutung, daß Gott in seinem Heilsplan unerwartete Menschen und Wege gebraucht.
10 Und der Geist des HERRN kam über ihn, und er richtete Israel und zog aus zum Kampf. Und der HERR gab Kuschan-Rischatajim, den König von Aram-Naharajim, in seine Hand, so daß seine Hand über Kuschan-Rischatajim mächtig wurde.
  • Die Menschen des Alten Testaments, die Gott gebrauchte, wurden durch den Heiligen Geist zu ihrem Dienst befähigt.
  • Diese Befähigung kommt durch den Heiligen Geist nun auf alle Gläubigen.
    • 7 Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum allgemeinen Nutzen verliehen. 8 Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; 9 einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; 10 einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen. 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. (1. Korinther 12:7-11)
  • Die Befähigung durch den Geist des Herrn führt dazu, daß Otniel gegen Kuschan in den Kampf zieht.
    • 6 Da antwortete er und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist ! spricht der HERR der Heerscharen. (Sacharja 4:6)
  • Die Israeliten waren unter der Hand Kuschans und nun gerät Kuschan unter die Hand des Retters von Israel.
  • Das erinnert an den Kampf Davids gegen Goliat und an die Befreiung durch Jesus Christus aus unseren Sünden und aus der Gewalt des Teufels.
11 Da hatte das Land 40 Jahre lang Ruhe. Und Otniel, der Sohn des Kenas, starb.
  • Ruhe ist in der Bibel ein Bild für den Zustand der Erlösung, des Befreitseins.
  • Es hat die Bedeutung von Frieden, Sicherheit, Ankommen, enge Gemeinschaft mit Gott.
  • Die Israeliten verloren diese Ruhe, als Otniel starb und sie wieder zu ihrem Götzendienst zurückkehrten.
  • Das nährt die Hoffnung auf einen Retter, der nicht stirbt und eine Ruhe, die nicht mehr verloren werden kann.
  • Deswegen kam Jesus und ersetzte das System der Priester aus dem Alten Testament.
    • 22 Insofern ist Jesus um so mehr der Bürge eines besseren Bundes geworden. 23 Und jene sind in großer Anzahl Priester geworden, weil der Tod sie am Bleiben hinderte; 24 er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unübertragbares Priestertum. 25 Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. (Hebräer 7:22-25)

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