Predigt vom 29.11.2015: Stefan Beyer – Richter 2:6-13 – Glaube in Gefahr

Stefan Beyer – Richter 2:6-13 – Glaube in Gefahr

  • Im Abschnitt 2:6 bis 3:6 haben wir eine zweite Einleitung in das Richterbuch.
  • Sie erklärt das Versagen aus Kapitel 1 und nimmt die Geschichte des restlichen Buches vorweg.
  • Nach dem wunderbaren Vorbild von Josua und der treuen Generation, die mit ihm das Land Kanaan einnahm, ist die nächste Generation vom Glauben an den Herrn abgefallen.
  • Dadurch wird deutlich, daß der Glaube in unserem Leben, in unserer Familie und in unserer Gemeinde beständig in Gefahr steht.
    • Die Treue zu Gott und dem Evangelium muß immer wieder neu erkämpft werden.
  • Das heißt nicht, daß ich mein persönliches Heil verlieren kann oder Gottes Pläne für die Welt nicht zustande kommen.
  • Aber es kann heißen,
    • daß mein Glaube auf einer gewissen Stufe stehenbleibt oder sich zurückentwickelt und ich Gottes Bestes für mein Leben verpasse.
    • daß meine Kinder nicht automatisch treue Nachfolger Jesu werden.
    • daß eine Gemeinde nach Jahren treuen Dienstes für den Herrn nicht ihre Liebe für Gott, sein Wort und sein Evangelium verlieren kann.
6 Als nämlich Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israels jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen.
  • Josua hatte das treue Eingreifen Gottes erlebt, indem er sich ein Leben lang an Gottes Wort gehalten hatte.
    • 8 Laß dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln! (Josua 1:8)
    • 14 Und siehe, ich gehe heute den Weg aller Welt; so sollt ihr erkennen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, daß nicht ein Wort gefehlt hat von all dem Guten, das der HERR, euer Gott, euch verheißen hat; es ist alles für euch eingetroffen, und nicht ein Wort davon ist ausgeblieben! (Josua 23:14)
  • Er hatte das Volk ermahnt, mit ihrer Seele beim Herrn zu bleiben.
    • 6 So haltet nun fest daran, alles zu befolgen und zu tun, was im Buch des Gesetzes Moses geschrieben steht, daß ihr nicht davon abweicht, weder zur Rechten noch zur Linken, 7 damit ihr euch nicht mit diesen Völkern vermischt, die noch bei euch übriggeblieben sind, und nicht die Namen ihrer Götter anruft, noch bei ihnen schwört, noch ihnen dient, noch sie anbetet; 8 sondern dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr anhängen, wie ihr es getan habt bis zu diesem Tag. 9 Und der HERR hat große und mächtige Völker vor euch vertrieben, wie denn niemand bis zu diesem Tag vor euch bestehen konnte. 10 Ein einziger von euch jagt tausend; denn der HERR, euer Gott, kämpft für euch, wie er euch verheißen hat. 11 Darum habt gut acht auf eure Seelen, daß ihr den HERRN, euren Gott, liebhabt! 12 Wenn ihr euch aber abwendet und dem Überrest dieser Völker anhängt, die unter euch übriggeblieben sind, und euch mit ihnen verheiratet, so daß ihr euch untereinander vermischt, so sollt ihr gewiß wissen, 13 daß dann der HERR, euer Gott, nicht länger diese Völker vor euch vertreiben wird; sondern sie werden euch zur Schlinge werden und zum Fallstrick und zur Geißel an eurer Seite und zu Dornen in euren Augen, bis ihr vertilgt seid aus diesem guten Land, das der HERR, euer Gott, euch gegeben hat! (Jos 23:6-13)
7 Und das Volk diente dem HERRN, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des HERRN gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.
  • Gott hatte sich in großen Taten als mächtig erwiesen.
    • Er hatte den Jordan geteilt (Josua 3).
    • Jerichos Mauern zu Fall gebracht (Josua 6).
    • Achans Sünde im Lager der Israeliten aufgedeckt und gestraft (Josua 7).
    • Viele Schlachten für die Israeliten geschlagen und ihnen den Sieg geschenkt (z.B. die Schlacht bei Gibeon – Josua 10).
    • Die Verteilung des Landes gelenkt (Josua 14).
  • Für Josua und die Leiter, die unter ihm dienten, waren diese großen Taten ein Anlaß, Gott zu dienen und mit ganzen Herzen nachzufolgen.
8 Als aber Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, im Alter von 110 Jahren gestorben war, 9 da begruben sie ihn im Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres, auf dem Bergland Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch. 10 Und als auch jene ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den HERRN nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte.
  • Die folgende Generation ist aber so gut wie ausnahmslos vom Glauben abgefallen.
  • Das hatte mehrere Gründe:
    • Ihr Glauben war nicht mehr lebendig, sondern nur noch äußerlich (sie kannten den Herrn nicht).
    • Sie hatten die großen Werke des Herrn vergessen.
  • Die ältere Generation hatte darin versagt, einen lebendigen Glauben an die nächste Generation weiterzugeben und eine Erinnerung an seine großen Taten wachzuhalten.
  • Um selbst im Glauben treu zu bleiben und ihn lebendig an die nächste Generation weiterzugeben, braucht es persönliche Jüngerschaftsbeziehungen.
  • Die zwei Abschlußreden Josuas haben nicht ausgereicht, um die nächste Generation in die Nachfolge des Herrn zu führen.
  • Stattdessen braucht es das persönliche Weitergeben der großen Taten Gottes im Rahmen enger Lehrer-Schüler-Beziehungen.
    • 6 Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, 7 und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; 8 und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein; 9 und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben. (5. Mose 6:6-9)
    • 2 Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. (2. Timotheus 2:2)
  • Außerdem müssen wir uns persönlich und als Gemeinde Zeiten der Erinnerung nehmen, wo wir die Versorgung und Bewahrung Gottes feiern.
    • 20 Und Josua richtete die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan genommen hatten, in Gilgal auf; 21 und er redete zu den Kindern Israels und sprach: Wenn in Zukunft eure Kinder ihre Väter fragen und sagen werden: “Was bedeuten diese Steine?”,  22 so sollt ihr es euren Kindern erklären und sagen: Israel ging auf trockenem Boden durch diesen Jordan, 23 als der HERR, euer Gott, das Wasser des Jordan vor euch vertrocknen ließ, bis ihr hinübergegangen wart, ebenso wie der HERR, euer Gott, es am Schilfmeer getan hat, das er vor uns vertrocknen ließ, bis wir hindurchgegangen waren; 24 damit alle Völker auf Erden erkennen, wie mächtig die Hand des HERRN ist, und damit ihr den HERRN, euren Gott, allezeit fürchtet! (Josua 4:20-24)
  • Von Gilgal war der Engel des Herrn nach Bethel gekommen (Richter 2:1).
    • Er klagt Israel an, daß sie vergessen haben, wie er sie auf so wundersame Weise aus Ägypten befreit und in das Land Kanaan geführt hatte.
  • Wir müssen uns also durch persönliche Beziehungen helfen, daß unsere Liebe zu Gott nicht nachläßt, unser Glaube nicht schwindet und wir seine Heilstaten nicht vergessen.
    • 21 Bewahrt euch selbst in der Liebe Gottes und hofft auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. (Judas 1:21)
    • 12 Habt acht, ihr Brüder, daß nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! (Hebräer 3:12)
    • 12 Darum “richtet wieder auf die schlaff gewordenen Hände und die erlahmten Knie”, 13 und “macht gerade Bahnen für eure Füße”, damit das Lahme nicht vom Weg abkommt, sondern vielmehr geheilt wird! (Hebräer 12:12-13)
11 Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des HERRN, und sie dienten den Baalen; 12 und sie verließen den HERRN, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den HERRN; 13 denn sie verließen den HERRN und dienten dem Baal und den Astarten.
  • Ein dritter Faktor, der dazu führte, daß die Israeliten sich von Gott abwandten, war die mangelnde Absonderung vom Götzendienst ihrer Umgebung.
  • Baal war ein Fruchtbarkeitsgott, der durch verschiedene Fruchtbarkeitsriten angebetet wurde.
  • Dadurch versprach man sich Fruchtbarkeit im eigenen Leben.
  • Israel hatte sich vom Götzendienst der Kanaaniter verführen lassen, statt auf den Herrn allein zu vertrauen.
  • Sie fingen an, neben dem Herrn die Götter ihrer Umgebung anzubeten.
    • 33 So verehrten sie den HERRN und dienten auch ihren Göttern nach der Gewohnheit jedes Volkes, von dem sie hergebracht worden waren. (2. Könige 17:33)
  • Was ist ein Götze? Ein Bereich in meinem Leben,
    • den ich nicht unter Gottes absolute Herrschaft stellen will
    • wo ich nicht mit Genügsamkeit das annehme, was Gott mir schenken will.
  • Israel befolgte nicht Gottes Befehl, sich vom Götzendienst ihrer Zeit abzusondern.
    • 32 Du sollst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Bund schließen! 33 Sie sollen nicht in deinem Land wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verleiten; denn du würdest ihren Göttern dienen, und sie würden dir zum Fallstrick werden! (2. Mose 23:32-33)
  • Gott wollte sich ein heiliges Volk schaffen.
    • 6 Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! (2. Mose 19:6)
  • Die Israeliten sollten ein Bild für Gottes Heiligkeit in dieser Welt sein und auf das Evangelium hinweisen.
  • Auch im Neuen Testament sind wir aufgerufen, uns vom Götzendienst unserer Zeit abzusondern.
    • 16 Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: “Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein”. 17 Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, 18 und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. (2. Korinther 6:16-18)
  • Wir müssen lernen, nicht nur christlich zu handeln, sondern auch christlich zu denken.
    • 2 Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Römer 12:2)
  • Durch das Wort Gottes und den Heiligen Geist wird es möglich, daß wir das weltliche Denken in unserem Leben erkennen und ein echt christliches Weltbild entwickeln können.
  • Wir brauchen auch in der Gemeinde nicht nur treue Verkündiger das Evangeliums, sondern auch Menschen, die die Geister prüfen können.
    • 1 Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. (1. Johannes 4:1)
  • Die Gemeinde muß vor weltlichem Denken geschützt werden, welches sich teilweise unter einem christlichen Denkmantel in ihr breit macht.
  • Die Vermischung mit dem Götzendienst unserer Zeit kann extreme Konsequenzen zur Folge haben.
    • 34 Sie vertilgten die Völker nicht, wie ihnen der HERR geboten hatte; 35 sondern sie vermischten sich mit den Heidenvölkern und lernten ihre Werke. 36 Und sie dienten ihren Götzen, und diese wurden ihnen zum Fallstrick. 37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen. (Psalm 106:34-37)
Anwendung
  • Wie kannst du teil einer persönlichen Jüngerschaftsbeziehung werden, um sicherzustellen, daß dein Glaube nicht einschläft?
  • Wie kannst du dir regelmäßig Zeit nehmen, um Gottes großen Taten in Christus und in deinem Leben zu gedenken und ihm dafür zu danken?
  • Wo mußt du dich von weltlichen Einflüssen in deinem Leben befreien?
  • Wie kannst du das Wort Gottes und geistliche Nahrungsaufnahme zu einem regelmäßigen Bestandteil deines Lebens machen, damit sich dein Sinn zur Ehre Gottes erneuert?

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