Extra-Cross vom 10.12.2015: Stefan Beyer – Apostelgeschichte 17:22-31 – Der unbekannte Gott

Stefan Beyer – Apostelgeschichte 17:22-31 – Der unbekannte Gott

  • Paulus nimmt ein Bewußtsein für die Existenz Gottes bei seinen Hörern an.
    • Calvin sprach auf Grundlage von Römer 1 von einem sensus divinitatis bei allen Menschen.
    • Damit steht die Bibel im Gegensatz zum Weltbild der Moderne, die Gott aus dem Denken verbannen wollte.
  • Er wendet sich aber zur gleichen Zeit gegen das pluralistische Denken seiner Zeit und geht von nur einem wahren Gott aus.
    • Die Bibel beansprucht für sich Ausschließlichkeit und widerspricht damit der Postmoderne.
    • Der Gott der Bibel teilt seine Ehre nicht mit anderen (falschen) Göttern.
  • Das zeigt, daß ich mich in meiner Suche nach Wahrheit und meiner Suche nach Gott nicht primär von der Meinung der Mehrheit leiten lassen sollte, sondern von den Indizien und Fakten.
  • Paulus stellt den Athenern den Gott vor, von dem er ausgeht, daß sie ihn schon kennen, aber aus ihrem Denken verdrängen.
22 Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, daß ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid!
  • Die Anfänge des Christentums waren in einer pluralistischen Gesellschaft, ähnlich wie heute.
23 Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: “Dem unbekannten Gott”. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.
  • Die Athener hatten ein Gespür, daß ihre Götter nicht ausreichend waren.
  • Oft waren sie sehr menschlich geprägt.
  • Ihr Götter waren zu klein und konnten nicht das innerste Bedürfnis des Herzens nach Transzendenz und Anbetung erfüllen.
  • Deshalb hatten sie auch einen zusätzlichen Altar für den Gott, den sie erahnten, aber nicht persönlich kannten.
  • Die Offenbarung Gottes in der Natur ist ausreichend, um von ihm zu wissen, aber wir brauchen die heilige Schrift, um ihn persönlich kennenzulernen.
24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind;
  • Paulus stellt den wahren Gott vor, von dem er ausgeht, daß die Athener ihn tief drinnen erahnen.
  • Gott ist der Schöpfer. Er hat alles erschaffen, was wir sehen und nicht sehen.
  • Gott als Schöpfer steht über der Schöpfung und ist nicht Teil von ihr (wider Pantheismus).
  • Er läßt sich auch nicht räumlich lokalisieren, sondern ist allgegenwärtig (wider Henotheismus).
25 er läßt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.
  • Gott ist im Gegensatz zu den falschen Göttern nicht auf unseren Gottesdienst angewiesen.
  • Er hat uns nicht geschaffen, weil er uns braucht.
  • Er schuf uns, um die Fülle seines Reichtums mit uns zu teilen.
26 Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt,
  • Paulus, wie Jesus, geht von der Historizität Adam und Evas aus.
  • Gott hat nicht nur die Welt geschaffen, sondern er waltet auch in seiner Vorsehung über die Geschichte.
  • Jeder Teil der Welt steht unter der souveränen Herrschaft Gottes.
27 damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten; und doch ist er ja jedem einzelnen von uns nicht ferne;
  • Gott führt in seiner Vorsehung unser Leben so, daß er sich uns zeigen möchte.
  • Er möchte, daß wir ihn kennenlernen.
  • Die Schuld für unseren Unglauben liegt nicht daran, daß Gott sich nicht deutlich in der Welt und in unserem Leben gezeigt hat, sondern daß wir ihn nicht anerkennen wollten.
  • Im Gegensatz zur Kritik Kants ist der Gott der Bibel nicht ferne von uns.
28 denn “in ihm leben, weben und sind wir”, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: “Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.”
  • Gott ist uns so nah, daß wir ihn täglich erleben in seiner Führung und Versorgung unseres Lebens.
  • Paulus nimmt auf einen griechischen Dichter Bezug, um zu zeigen, daß dieses Wissen bei den Athenern eigentlich vorhanden ist, sie aber nicht die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen.
  • Gott hat uns in seinem Bild geschaffen.
  • Das heißt, an unserer Persönlichkeit, Kreativität, Gefühlsleben und Denkweisen können wir etwas über Gott erfahren.
  • Wir wissen zwar nicht vollständig, wie er ist, aber durch die Ähnlichkeit mit ihm, können wir wahre Aussagen über ihn machen und sein Wesen und seinen Charakter erahnen (wider Kant).
29 Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.
  • Weil wir durch unsere Gottesebenbildlichkeit von Gott wissen können, können wir schließen, daß Gott nicht etwas totes, menschengemachtes sein kann.
  • Unsere Persönlichkeit macht notwendig, daß unser Schöpfer auch eine Person ist.
  • Unsere Schöpfung schließt auf einen Schöpfer (der kosmologische Gottesbeweis).
30 Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun,
  • Jetzt wird Paulus Vortrag ungemütlich.
  • Die Athener wollten immer etwas Neues hören, aber nichts, was den status quo in ihrem Leben durcheinander bringt.
  • Paulus verkündet nun aber, daß dieser Gott eine Entscheidung von uns verlangt.
  • Er begnügt sich nicht damit, daß wir ihn vage kennen und anerkennen, sondern er will von uns persönlich gekannt und angebetet werden.
  • Der Aufruf zur Buße ist ein Befehl Gottes.
    • Daraus entsteht die Dringlichkeit der christlichen Verkündigung.
31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
  • Es wird einen Tag des Gerichts geben.
  • Der christliche Glaube will keine Angst machen, aber doch ein realistisches Bild von Gott vermitteln: so wie er sich offenbart hat.
  • Jesus, der in Schwachheit gekommen ist und gekreuzt wurde, ist nun auferstanden und wir der Richter aller Menschen sein.
  • Der christliche Glaube beruht auf einer historischen Tatsache.
    • Jesus wurde durch die historische Wirklichkeit der Auferstehung für alle beglaubigt.
  • Wir sind alle aufgerufen, die historischen Indizien für die Auferstehung zu prüfen und eine Entscheidung zu fällen.
  • Der christliche Glaube beruht im Gegensatz zu anderen Religionen nicht auf Gefühlen oder einer geheimen Erkenntnis, sondern auf historischen Tatsachen.
  • Deswegen ist der Glaube an Gott auch kein vages Gefühl, sondern beruht auf einer rationellen Entscheidung.
  • Zu dieser Entscheidung ist jeder von uns aufgerufen.

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