Predigt vom 22.11.2015: Stefan Beyer – Richter 2:1-5 – Ein Aufruf zur Buße

Stefan Beyer – Richter 2:1-5 – Ein Aufruf zur Buße

1 Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe; und ich sagte: Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich!
  • Der Fürst über das Heer des Herrn war Josua in Gilgal erschienen. Er hatte ihm zugesagt, daß er ihm bei der Eroberung des Landes helfen würde.
    • 13 Es geschah aber, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah sich um; und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, der hatte ein blankes Schwert in seiner Hand. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Bist du für uns oder für unsere Feinde? 14 Er aber sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN; jetzt bin ich gekommen! Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und betete an und sprach zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht? 15 Und der Fürst über das Heer des HERRN sprach zu Josua: Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es. (Josua 5:13-15)
  • Nun kommt der Botschafter (Engel) des Herrn von Gilgal nach Bethel, dem zentralen Heiligtum der Israeliten zur Zeit der Richter.
  • Bethel war auch davor schon ein Ort, wo der Herr dem Erzvater Jakob begegnet war.
    • 11 Und er kam an einen Ort, wo er über Nacht blieb; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen. 12 Und er hatte einen Traum; und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. 13 Und siehe, der HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. 14 Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! 15 Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe! 16 Als nun Jakob von seinem Schlaf erwachte, sprach er: Wahrlich, der HERR ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht! 17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtgebietend ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels! 18 Und Jakob stand am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Gedenkstein und goß Öl auf seine Spitze, 19 und er gab diesem Ort den Namen Bethel; zuvor aber hieß die Stadt Lus. (1. Mose 28:11-19)
  • Er kommt, um über die Zeit der Kämpfe unter Josua und nach seinem Tod Abrechnung zu halten.
  • Er erinnert das Volk Israel an seinen Bund mit ihnen und seine Heilstaten in der Vergangenheit.
  • Gottes Bund und seine mächtigen Taten hätten dazu führen sollen, daß Israel in Treue und Vertrauen zum Herrn das ganze Land einnimmt.
  • Gott sendet auch in unser Leben immer wieder seine Botschafter, die uns zu Buße und Umkehr führen wollen.
    • Bedrängnis und Leid
      • 9 Die Stimme des HERRN ruft der Stadt zu, und Weisheit ist es, auf deinen Namen zu achten. Hört auf die Zuchtrute und auf den, der sie bestellt hat! (Micha 6:9)
    • andere Christen
      • 12 Habt acht, ihr Brüder, daß nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! 13 Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es “Heute” heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde! (Hebräer 3:12-13)
    • sein Wort
      • 16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. (2. Timotheus 3:16)
  • Die große Frage ist: wie sind die Israeliten mit dem Botschafter Gottes umgegangen und wie gehe ich mit dem Botschafter Gottes um?
2 Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan?
  • Der Botschafter des Herrn klagt die Israeliten nicht an, weil sie das Land zu langsam eingenommen haben, sondern
    • weil sie einen Bund mit den Kanaanitern eingegangen waren (Gibeon – Josua 9; Bethel – Richter 1:22-26; Frondienst – Richter 1:28,30,33,35)
    • weil sie ihre Altäre nicht niedergerissen haben.
  • Beides hatte der Herr ihnen ausdrücklich verboten.
    • 2 Und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir dahingibt, daß du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken; du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen. 5 Vielmehr sollt ihr so mit ihnen verfahren: Ihre Altäre sollt ihr niederreißen, ihre Gedenksteine zerbrechen, ihre Aschera-Standbilder zerschlagen und ihre Götzenbildnisse mit Feuer verbrennen. (5. Mose 7:2,5)
  • Gott ist nicht so sehr interessiert, wieviel Fortschritt ich in der Heiligung gemacht habe, sondern ob ich Frieden mit der Sünde in meinem Leben geschlossen habe.
  • Dem Herrn ist nichts so wichtig, als daß wir seiner Stimme gehorchen.
    • 22 Samuel aber sprach zu Saul: Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! 23 Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst. (1. Samuel 15:22-23)
    • 21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Johannes 14:21)
3 So habe ich nun auch gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden!
  • Der Herr hatte den Israeliten gesagt, daß sie durch die Kanaaniter Schaden nehmen werden, wenn sie sie nicht vertreiben.
    • 55 Wenn ihr aber die Einwohner des Landes nicht vor eurem Angesicht vertreiben werdet, so sollen euch die, welche ihr übrigbleiben laßt, zu Dornen werden in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten, und sie sollen euch bedrängen in dem Land, in dem ihr wohnt. (4. Mose 33:55)
    • 12 Wenn ihr euch aber abwendet und dem Überrest dieser Völker anhängt, die unter euch übriggeblieben sind, und euch mit ihnen verheiratet, so daß ihr euch untereinander vermischt, so sollt ihr gewiß wissen, 13 daß dann der HERR, euer Gott, nicht länger diese Völker vor euch vertreiben wird; sondern sie werden euch zur Schlinge werden und zum Fallstrick und zur Geißel an eurer Seite und zu Dornen in euren Augen, bis ihr vertilgt seid aus diesem guten Land, das der HERR, euer Gott, euch gegeben hat! (Josua 23:12-13)
  • Gott, der die Kanaaniter vertreiben wollte, benutzt sie nun zur Züchtigung der Israeliten.
  • Sünde wird über kurz oder lang immer zum Fangnetz und zum Fallstrick werden.
    • 23 Wenn ihr aber nicht so handelt, siehe, so habt ihr euch an dem HERRN versündigt, und ihr werdet erfahren, daß eure Sünde euch finden wird! (4. Mose 32:23)
4 Als nun der Engel des HERRN diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das Volk seine Stimme und weinte.
  • Das Volk erlebt eine oberflächliche Reue. Aber ist diese Reue auch echte Buße?
  • Reue heißt, daß ich die Sünde bereue, weil mich ihre Konsequenzen schmerzen.
  • Buße heißt, daß ich mein Denken grundsätzlich ändere und mein Herz ganz neu auf Gott ausrichte.
    • Ich lehne die Sünde um ihrer selbst wegen ab, weil sie ein Affront gegen Gottes Heiligkeit ist.
      • 6 An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. (Psalm 51:6)
    • Meine Liebe zu Gott und zu seiner Herrlichkeit wird stärker und nimmt den Platz der Liebe zur Sünde ein.
      • 9 Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! (Psalm 51:9)
    • Ich tausche die Freude an der Sünde mit Freude an Gott ein.
      • 12 Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von neuem einen festen Geist in meinem Innern! 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! (Psalm 51:12-14)
  • Jakobus 4:7-10 zeigt Elemente echter Buße auf.
    • 7 So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; 8 naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid! 9 Fühlt euer Elend, trauert und heult! Euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit! 10 Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. (Jakobus 4:7-10)
5 Daher nannten sie den Ort Bochim; und sie brachten dort dem HERRN Opfer dar.
  • In diesem Vers steckt viel Hoffnung, daß die Israeliten sich Gott zuwenden würden. Diese Hoffnung verflüchtigt sich aber im Rest des Kapitels.
Das Evangelium im Buch Richter
  • Der Botschafter des Herrn ist ein Überbringen des gerechten Urteils Gottes.
  • Er ist ein Schatten des großen Gerichts am jüngsten Tag.
  • Die Begegnung mit dem Botschafter des Herrn enthält eine Spannung:
    • Er offenbart den Bund Gottes mit seinem Volk und seine Bereitschaft, diesen Bund aufrechtzuerhalten.
    • Er offenbart die Gerechtigkeit Gottes, aufgrund derer er sein Volk für dessen Ungehorsam straft.
  • Wird Gottes Bundestreue überwiegen und er wird seinem Volk immer wieder vergeben und durchhelfen?
  • Oder wird seine Gerechtigkeit überwiegen und er wird sein Volk irgendwann verstoßen?
  • Diese Spannung zieht sich durch das ganze Buch Richter und das restliche Alte Testament.
  • Sie wird erst im Evangelium aufgelöst, wo Jesus am Kreuz für unsere Schuld stirbt.
  • Gott erweist seine Gerechtigkeit, indem er die Sünde mit voller Härte straft.
  • Aber erweist auch seine Bundestreue, indem er sein Volk nicht verwirft, sondern die Strafe durch seinen Sohn selbst trägt.
  • Jesus als Retter aufzunehmen, an ihn zur Erlösung zu glauben, ist der einzige Weg, um vor den letzten Gericht Gottes zu bestehen.
  • Gottes Züchtigung in diesem Leben ist ein Aufruf, zu Jesus zu kommen und ihn zum obersten Herrn und Schatz unseres Lebens zu machen.

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