Predigt vom 01.11.2015: Stefan Beyer – Einführung in das Buch Richter

Stefan Beyer – Einführung in das Buch Richter

  • Das Buch umfaßt eine Zeitspanne von ungefähr 250 Jahren nach dem Tod Josuas.
  • Das Gebiet von Kanaan ist gekennzeichnet durch ein multireligiöses Umfeld.
  • Es gibt keinen klaren moralischen Kompaß (“Jeder tat was recht war in seinen Augen.”).
  • Daraus entsteht eine tiefe Glaubensprobe für die Israeliten:
    • Würden sie weiter Gott allein anbeten, seinen Gesetzen folgen und im Vertrauen auf ihn das restliche Land einnehmen, oder würden sie sich von Gott abwenden?
  • Das große Thema das Richterbuches ist die Kanaanisierung (Verweltlichung) Israels.
  • Gott reagiert auf diesen Abfall, indem er Israel züchtigt. Das geschieht oft durch fremde Mächte, in deren Hand er Israel ausliefert.
  • Nach einer Zeit des Leidens schreit Israel zu Gott um Rettung.
  • Er sendet einen Helden, der das Volk befreit.
  • Nach der Befreiung gibt es eine vorübergehende Ruhezeit.
  • Allmählich fällt das Volk aber immer wieder von Gott ab.
  • Es lassen sich zwei Tendenzen beobachten:
    • Der moralische Verfall nimmt bei jedem Zyklus zu.
    • Die Helden verhalten sich zunehmend weniger vorbildhaft und werden immer mehr zu Anti-Helden.
  • Am Ende des Buches ist die einzige Hoffnung Israels das Königtum, welches zumindest eine gewisse Stabilität verspricht.
  • Das Buch Richter hat drei große Lehren:
    • Es ist ein Aufruf, Gott treu zu bleiben inmitten einer multireligiösen Gesellschaft (Kapitel 1 – 3:6).
    • Gott ist der einzige wirkliche Held des Richterbuches. Er hält und trägt sein Volk und bereitet mitten in ihrer Sündhaftigkeit das Kommen seines Messias vor (Kapitel 3:7 – 16:31).
      • Der Messias ist der einzige wirkliche Held, gegenüber dem alle Helden des Richterbuches weit fehlen.
      • Das ist eine Ermutigung für uns im christlichen Dienst. Wir müssen nicht den Helden spielen, sondern wir sollen den wirklichen Helden Jesus ins Zentrum rücken.
    • Das Ausmaß des religiösen und moralischen Verfalls in einer Gesellschaft, die sich von Gott lossagt, nimmt dramatische Züge an (Kapitel 17 – 21).
Drei Einblicke in das Richterbuch
Richter 2:1-4 – Der Abfall von Gott und seine Folgen
1 Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe; und ich sagte: Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich! 2 Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich nun auch gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden! 4 Als nun der Engel des HERRN diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das Volk seine Stimme und weinte.
Richter 3:7-12 – Gott erweckt einen Retter
7 Und die Kinder Israels taten, was böse war in den Augen des HERRN, und sie vergaßen den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und Ascheren. 8 Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel; und er verkaufte sie unter die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Aram-Naharajim; und die Kinder Israels dienten dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre lang. 9 Da schrieen die Kinder Israels zum HERRN. Und der HERR erweckte den Kindern Israels einen Retter, der sie befreite: Otniel, den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders Kalebs. 10 Und der Geist des HERRN kam über ihn, und er richtete Israel und zog aus zum Kampf. Und der HERR gab Kuschan-Rischatajim, den König von Aram-Naharajim, in seine Hand, so daß seine Hand über Kuschan-Rischatajim mächtig wurde. 11 Da hatte das Land 40 Jahre lang Ruhe. Und Otniel, der Sohn des Kenas, starb. 12 Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des HERRN. Da stärkte der HERR Eglon, den König der Moabiter, gegen Israel, weil sie taten, was in den Augen des HERRN böse war.
Richter 17:5-11 – Religiöser Verfall
5 So hatte also Micha ein Gotteshaus, und er machte ein Ephod und Teraphim und weihte einen seiner Söhne, damit er ihm als Priester diente. 6 Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen. 7 Es war aber ein junger Mann aus Bethlehem -Juda, vom Geschlecht Judas, der war ein Levit und hielt sich dort als Fremdling auf. 8 Er zog aber aus der Stadt Bethlehem-Juda, um sich als Fremdling dort niederzulassen, wo er etwas Geeignetes fände. Als er so seines Weges ging, kam er auf das Bergland Ephraim zum Haus Michas. 9 Da fragte ihn Micha: Wo kommst du her? Er antwortete ihm: Ich bin ein Levit von Bethlehem-Juda und bin unterwegs, um mich dort als Fremdling niederzulassen, wo ich etwas Geeignetes finde! 10 Da sprach Micha zu ihm: Bleibe bei mir! Du sollst mir Vater und Priester sein; ich will dir jährlich zehn Silberlinge und Bekleidung und deinen Unterhalt geben! Und der Levit ging hinein. 11 Und der Levit willigte ein, bei dem Mann zu bleiben; und dieser hielt den jungen Mann wie einen seiner Söhne.

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