Predigt vom 27.09.2015: Stefan Beyer – Galater 6:1-5 – Anderen helfen

 

  • Wenn wir eingebildet leben, dann streben wir in unseren Beziehungen nur nach unserem Vorteil.
    • 26 Laßt uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden! (Galater 5:26)
  • Stattdessen zeigt uns das Evangelium und befähigt uns, als Brüder zu leben.
1 Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, daß du nicht auch versucht wirst!
  • Brüder und Schwestern ermutigen sich in ihrem christlichen Leben.
  • Wenn wir eingebildet leben, werden wir im Falle, daß jemand in der Gemeinde von einer Übertretung übereilt wird, auf ihn herabschauen und froh sein, daß wir nicht so sind wie er.
  • In so einem Fall würde das hinweisen auf Sünde im Leben des anderen nur unterstreichen, wie gut wir selber dastehen.
  • Oder man würde aus Schwäche heraus den sündhaften Lebensstil beneiden oder das Ansehen der Person so wichtig erachten, daß man nicht riskieren will, auf eine Inkonsequenz im Ausleben des Evangeliums hinzuweisen.
  • Durch das Evangelium erfahren wir, daß wir aufgrund des Glaubens an Christus adoptierte Söhne Gottes sind.
  • Das gibt uns die Stellung und die Kraft, Sünde im Leben der Gemeinde nicht zu ignorieren.
  • Das heißt natürlich nicht, daß wir jeden Sünde im Leben eines anderen ansprechen.
    • 8 Denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken. (1. Petrus 4:8)
  • Wir sollte nicht überkritisch sein und andere ständig auf ihre Fehler hinweisen.
  • Aber wir sollte auch nicht übersehen, wenn jemand von einer Übertretung übereilt wurde.
  • Übereilt (verwickelt) heißt, daß das sündhafte Verhalten ein Muster ist, und das eine bestimmte Sünde die Oberhand im Leben eines Menschen gewonnen hat.
  • Es bezeichnet eine sündhafte Gewohnheit, die ein Mensch nicht ohne Hilfe von außen überwinden kann.
  • Christen sollten weder vorschnell sein, zu kritisieren, noch Angst davor haben, zu konfrontieren.
  • Stattdessen sollten wir unsere Verantwortung als geisterfüllte Brüder wahrnehmen, zu helfen.
  • “Die ihr geistlich seid” heißt, die ihr im Geist wandelt (Galater 5:16,25).
    • Paulus spricht nicht eine Gruppe von Elitechristen in der Gemeinde an, sondern jeden, der danach strebt, im Geist zu wandeln.
  • Das Ziel ist, jemanden wieder zurecht zu helfen.
    • Das Bild ist von einem ausgekugelten Gelenk.
    • Schmerz entsteht, weil etwas nicht in der vorgesehenen, gesunden Verbindung mit den anderen Teilen des Körpers ist.
    • Wenn ein Gelenk wieder eingekugelt wird, entsteht wiederum Schmerz, aber ein heilender Schmerz.
    • Wenn wir jemanden zurechtweisen, dann mit dem Ziel, eine Änderung des Lebens und des Herzens herbeizuführen.
  • Wir sollen in Sanftmut zurechtweisen, mit dem Wissen, daß wir auf andere Weise selbst sündigen.
    • 12 Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle! (1. Korinther 10:12)
2 Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!
  • Jemanden in seiner Sünde entgegenzutreten ist eine Art, einander die Lasten zu tragen.
    • Es es gibt noch viele andere.
  • Paulus bündelt hier den Gegensatz zu Vers 29.
    • Statt für uns sollen wir für andere leben.
  • Durch die Freiheit des Evangeliums erfüllen wir das Gesetz.
    • 13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe. 14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”. (Galater 5:13-14)
  • Nächstenliebe wird hier als das Gesetz des Christus bezeichnet, weil Christus selbst das höchste Vorbild für diese Art von Liebe ist.
  • Wir sollen andere so lieben, wie Christus uns geliebt hat.
    • 32 Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus. (Epheser 4:32)
  • Das ganze Leben und der Tot von Jesus Christus verkörpern die Liebe, die Gott in der Bibel von uns fordert.
  • Jesus ist mehr als ein Vorbild: Er ist unser König und Erlöser. Aber er ist nicht weniger als ein Vorbild.
    • Und sein Vorbild ist eine Art Gesetz für uns.
  • Galater 6:2 macht den Aufruf zur Liebe in Galater 5:14 praktisch.
  • Liebe ist ein Gefühl, was zu Taten führt.
    • 6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. (Galater 5:6)
    • 14 Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann ihn denn dieser Glaube retten? 15 Wenn nun ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und es ihnen an der täglichen Nahrung fehlt, 16 und jemand von euch würde zu ihnen sagen: Geht hin in Frieden, wärmt und sättigt euch!, aber ihr würdet ihnen nicht geben, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist, was würde das helfen? 17 So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. (Jakobus 2:14-17)
  • Wir sollen nicht die Menschen ihre Lasten alleine tragen lassen.
  • Diese Lasten können
    • eine Verantwortung sein (alleine ein Kind aufzuziehen, eine Wohnung zu renovieren)
    • oder eine Schwierigkeit oder ein Problem sein.
  • Paulus möchte, daß wir uns nahe kommen.
    • Man kann eine Last eines anderen nicht tragen, wenn man der Person nicht nahe kommt, gewissermaßen in ihren Schuhen steht und mit eigener Schulter die Last mitträgt.
  • Paulus korrigiert nochmal die galatischen Judaisierer.
    • Das Gesetz erfüllt man nicht durch äußerliche Rituale, sondern durch Glauben an Christus, der sich in Liebe zum Nächsten äußert.
  • Das Gesetz Christi erfüllen bedeutet, unser ganzes Leben am Vorbild von Jesus auszurichten, angetrieben von Freude und Anbetung.
  • Es ist ein Leben gegründet auf eine Person, nicht auf religiöse Rituale.
  • Wir haben eine höhere Verpflichtung im Neuen Testament, die Lasten der anderen zu tragen, weil Christus unsere Sündenlast getragen hat.
3 Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst.
  • Wir können einander nicht die Lasten tragen, wenn wir uns nicht vom Evangelium her verstehen.
  • Wenn wir nicht unsere absolute Abhängigkeit von der Gnade Gottes begreifen, werden wir nicht ein dienendes Herz haben.
  • Wir werden uns zu wichtig nehmen und um uns selbst kreisen, um die Lasten der anderen wahrzunehmen und ihnen damit zu helfen.
  • Ohne Christus sind wir nichts.
    • 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. (Johannes 15:5)
  • Es braucht auf Christus gegründete Demut, um die Lasten von anderen zu tragen.
4 Jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen;
  • Auch wenn wir in der Gemeinde Brüdern und Schwestern sind, hat doch jeder die Verantwortung, seine Gaben einzusetzen.
  • Gott schenkt jeden von uns eine einzigartige Kombination von Gaben und Möglichkeiten, diese Gaben einzusetzen.
  • Wir sollen uns weder von anderen abhalten lassen, die ihre Gaben nicht einsetzen, noch von anderen einschüchtern lassen, die mehr Gaben haben als wir.
  • Statt uns mit anderen zu vergleichen (siehe Galater 5:29), sollen wir uns in gewisser Hinsicht an uns selbst messen:
    • Nutze ich die Gaben und Möglichkeiten, die Gott mir gegeben hat?
5 denn jeder einzelne wird seine eigene Bürde zu tragen haben.
  • Bürde in Vers 5 ist ein anderes Wort als Last in Vers 2.
  • Jeder von uns hat eine einzigartige Bürde von Gott.
    • Die Bürde ist ein Rucksack unserer Schwierigkeiten und Möglichkeiten, Schwächen und Gaben.
  • Diese Bürde ist unsere Verantwortung vor Gott.
  • Statt uns mit anderen zu vergleichen, müssen wir Gott gehorsam in unserem Leben sein.
  • Wir sollen weder mit Stolz auf Menschen sehen, die weniger als wir tun, noch mit Neid auf Menschen, die mehr tun.
  • Diese Einstellung macht uns großzügig und weitherzig.
    • Wir kennen nicht die Bürde, die jemand anderes zu tragen hat.
  • Wir werden alle einzeln vor dem Richterstuhl Christi stehen und uns für unsere Haushalterschaft verantworten müssen.
    • 19 Nach langer Zeit aber kommt der Herr dieser Knechte und hält Abrechnung mit ihnen. (Matthäus 25:19)
    • 1 So soll man uns betrachten: als Diener des Christus und Haushalter der Geheimnisse Gottes. 2 Im übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, daß er treu erfunden wird. (1. Korinther 4:1-2)
    • 10 Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse. (2. Korinther 5:10)

Anwendungsfragen

  • Gibt es jemanden, der in einer gewohnheitsmäßigen Sünde lebt, und den du zurechthelfen mußt?
  • Bist du bereit auf andere zu hören, wenn sie dir zurechthelfen wollen?
  • Welche Möglichkeiten hat Gott dir gegeben, die Lasten eines anderen zu tragen?
  • Inwieweit ist es befreiend und ermahnend, daß wir uns nur für unsere eigene Bürde vor Gott verantworten müssen?

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