Predigt vom 20.09.2015: Stefan Beyer – Galater 5:26 – Innere Leere

 

  • Welchen Einfluß hat das Evangelium auf deine Beziehungen?
  • Das Evangelium schafft ein vollkommen neues Selbstbild, welches sich nicht mehr mit anderen vergleichen muß.
  • Das Evangelium macht uns freimütig und demütig.
  • Statt auf andere zu sehen, um uns mit ihnen zu vergleichen, schauen wir auf Christus und wie wir ihm dienen können. Dadurch dienen wir auch anderen.
26 Laßt uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!
  • Im Geist wandeln hieß das Abwenden von sündigen Lüsten und das Hinwenden zu einer tiefen Freude und Zufriedenheit in Christus.
  • Das wird uns helfen, nicht eingebildet und aufgeblasen zu sein.
  • Nach leerem Ruhm zu streben entsteht aus einer tiefen Unsicherheit (kenodoxos), die nach Ehre und Anerkennung verlangt und sich ständig beweisen muß.
  • Dadurch sind wir geneigt, uns permanent mit anderen zu vergleichen.
  • Wir fordern einander heraus wie in einem Wettstreit und beneiden dem anderen, was wir nicht haben.
  • Es geht dem Eingebildeten nicht um das Wohl das anderen, sondern um sich selbst, wie er aussieht und sich fühlt.
  • Das ist eine Form der Werksgerechtigkeit, die der ganze Galaterbrief anspricht.
  • Herausfordern kommt vom Stärkeren, der auf den Schwächeren herabsieht. Beneiden kommt vom Schwächeren, der auf den Stärkeren aufschaut.
  • Bin ich eher herausfordernd oder beneidend?
    • Neige ich eher zu explodieren oder mich zu verschließen?
    • Neige ich eher streitlustig zu sein oder Streit aus dem Weg zu gehen?
    • Neige ich eher andere Menschen zu richten oder mich unsicher in ihrer Gegenwart zu fühlen?
    • Wenn ich kritisiert werde, neige ich dazu wütend, richtend und kämpferisch zu werden oder werde ich entmutigt, verteidige mich durch viele Ausreden oder gebe gleich nach?
    • Sage ich mir “Ich würde niemals das tun, was dieser Person gemacht hat.” oder “Ich könnte niemals erreichen, was diese Person erreicht hat.”?
  • Das Evangelium schenkt uns ein Selbstbild, was nicht auf Vergleichen mit anderen basiert.
  • Ohne das Evangelium fühle ich mich entweder immer überlegen oder unterlegen oder wechsle von Situation zu Situation in den Gefühlen.
  • Das Evangelium demütigt mich, weil es mir sagt, daß ich ein Sünder bin, der nur durch Gnade gerettet ist.
  • Aber das Evangelium ermutigt mich auch, weil es mir zuspricht, daß ich geliebt und geehrt bin von den einzigen Augen, die im Universum zählen.
  • Das Evangelium schenkt mir Demut und Freimut gemeinsam. Und beides kann wachsen.
  • Wir müssen uns diese Wahrheiten des Evangeliums in den praktischen Situationen des Alltags selber zusprechen.
    • Ich bin ein Sohn Gottes (Ich kann freimütig und selbstsicher sein.) durch den Glauben an Jesus Christus (Ich bin demütig.).
  • Diese Form der Einbildung kommt besonders häufig in Gemeinden vor, wo das Evangelium aus dem Zentrum verschwunden ist.
  • In Bezug auf unsere Eltern zeigt sich diese Werksgerechtigkeit bzw. Moralismus auf die Weise, daß wir entweder so sehr darauf aus sind, ihnen zu gefallen, daß wir nicht leben können ohne ständig an sie zu denken. Oder wir sind so wütend auf sie wegen ihres Verhaltens, daß wir auch ständig an sie denken müssen.
  • Das Evangelium befreit uns von diesem moralistischen Bedürfnis, Errettung darin zu finden, den Eltern zu gefallen oder sie abzulehnen. Es sagt uns, daß wir einen vollkommenen Vater haben.
  • Auch in unseren sexuellen Beziehungen zeigt sich dieses moralistische Streben nach Erfüllung durch andere.
  • Diese Streben kommt von einem inneren Vakuum, welches man durch sexuelle Beziehungen füllen möchte.
  • Selbst wenn man jede Moral von sich wirft, hat man doch ein Verlangen nach echten, tiefen, wahrhaftigen Beziehungen.
  • Das Evangelium zeigt uns, daß Sexualität ein Teil von Gottes guter Schöpfung ist.
  • Sie soll die Selbsthingabe von Christus widerspiegeln.
  • Jesus hat sich ganz für uns hingegeben.
    • Das heißt, wenn wir uns sexuell an jemanden hingeben, dann soll wir uns auch mit unserem ganzen Leben an die Person binden.
  • Deshalb sollte Sex nur im Rahmen einer verpflichteten, dauernden Beziehung, d.h. der Ehe, stattfinden.
  • Durch das Evangelium ist dieses Ideal näherungsweise erreichbar, weil auch unsere Ehen immernoch zwei Sünder beeinhalten.
Anwendungsfragen
  • Anhand der Fragen von oben, bist du eher herausfordernd oder eher beneidend?
  • Wie zeigt sich dein Eingebildetsein und deine innere Leere in deinen Beziehung?
  • Wie kann ein Selbstbild, das auf dem Evangelium gegründet ist, verändern, wie du dich selbst und andere siehst?
  • In welchen Situationen mußt du dir ganz besonders das Evangelium selbst zusprechen?

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