Werktagsgottesdienst vom 30.07.2015: Stefan Beyer – Die Taufe

  • Das geistliche Klima heutzutage ist so, daß man fast nicht über theologische Streitfragen reden darf, weil man entweder als spaltend empfunden wird oder davon ausgegangen wird, daß es sowieso keine eindeutig, biblische Meinung gibt.
  • Die evangelikale Ansicht ist, daß die Taufe an sich nicht rettet. Die Errettung kommt durch den Glauben allein, ohne Werke (einschließlich Taufe).
  • Taufe wird heutzutage als nicht mehr so dringend angesehen. Viele Christen leben autonom und unabhängig, statt unter der Autorität einer Gemeinde.
  • Die Bibel befiehlt uns zu taufen und getauft zu werden.
    • Machet zu Jüngern und tauft sie (Matthäus 28).
    • Kehrt um und laßt euch taufen (Apostelgeschichte 2).
  • Auf der anderen Seite gibt es viele Getaufte, die aber nicht von Neuem geboren sind.
  • Die Frage der Taufe ist demnach sehr wichtig zu klären.
  • Ein Christ, der nicht getauft werden will, ist entweder
    • unwissend
    • stolz
    • gleichgültig
    • ungehorsam
    • oder noch gar nicht bekehrt.
  • Viele Bekehrte haben keine Jüngerschaft in Bezug auf Taufe bekommen.
  • Die Taufe ist wichtig und von zentraler Bedeutung in der Gemeinde.
  • Wir müssen zur Lehre der Bibel zurückkehren und unsere kirchliche Tradition hinterfragen.
  • Während der Reformation wurde die Tradition hinterfragt – und muß es immer wieder.
Kindstaufe findet man nicht in der Bibel
  • Die Bibel lehrt und gibt keine einzige Kindstaufe wieder.
  • Man kann sie deshalb nicht direkt aus der Bibel ableiten.
  • Sie wurde erst ab dem 2. bis 3. Jahrhundert praktiziert.
  • Das regulative Prinzip der Reformation: Wenn etwas in Bezug auf die Anbetung Gottes in der Bibel nicht ausdrücklich befohlen wird, ist es verboten.
  • Sola Scriptura heißt, daß die Bibel die einzige Autorität in Fragen des Glaubens ist.
  • Luther: Die Kirche muß sich von alle Einbildungen lösen, die persönliche Meinungen in die Schrift einfügen.
  • Trotzdem wird versucht, die Kindstaufe indirekt aus der Bibel abzuleiten.
  • Matthäus 18:3-5 – Wider den Stolz der Jünger lobt Jesus die Demut eines kindlichen Glaubens.
  • Matthäus 19:14 – Jesus hat eine besondere Fürsorge für Kinder, egal ob von Christen oder nicht.
  • Haushaltstaufen in der Apostelgeschichte und dem 1. Korintherbrief
    • Fünf Haushalte wurden getauft.
    • Nirgendwo werden Kleinkinder erwähnt.
    • Bei Kornelius haben alle das Wort gehört, den Geist erhalten und wurden getauft.
    • Beim Kerkermeister haben alle das Wort gehört und wurden getauft.
    • Bei Krispus habe alle geglaubt und haben sich taufen lassen.
    • Bei den Haushalten von Lydia und Stephanas müssen wir dasselbe annehmen wie bei den klareren Stellen.
    • Haushalte sind alle die, die das Wort hören, verstehen und daran glauben können.
    • Beim Haushalt von Stephanas haben sich alle zum Dienst für die Heiligen bereitgestellt (1. Korinther 16:15).
    • Beim Haushalt von Lydia handelt es sich vermutlich um eine ledige Frau aufgrund ihrer Reisetätigkeit.
    • Johannes 4:53 – Er glaubte mit seinem ganzen Hause. Alle müssen die Fähigkeit gehabt haben zu glauben.
  • Apostelgeschichte 2:38,39 – Die Kinder, die hier genannt werden, sind die geistlichen Nachfolger der Glaubenden. Alle werden durch den Glauben gerettet.
  • 1. Korinther 7:14 – Die Kinder erhalten einen Segen durch ein gläubiges Elternteil. Wenn dieser Vers bedeuten würde, daß die Kinder gerettet wären, müßte sich auch der ungläubige Partner taufen lassen.
  • Das reformatorische Prinzip: Der ganze Ratschluß Gottes ist entweder direkt in der Bibel genannt oder läßt sich zwingend und überzeugend durch gute, logische Schlüsse daraus ableiten (z.B. die Lehre der Dreieinigkeit).
Kindstaufe ist nicht die Taufe des Neuen Testaments
  • Im Neuen Testament wird ganz deutlich die Gläubigentaufe gelehrt.
  • Ein Gläubiger wurde ins Wasser gebracht und wieder herausgeführt als ein äußerliches Zeichen seiner Errettung.
  • Die Verben bapto und baptitzo bedeuten untertauchen, tränken und ertrinken.
  • Das Substantiv baptismos bedeutet in der Apostelgeschichte immer Untertauchen.
  • Im Griechischen gibt es das Wort rentitzo für besprengen.
  • Wenn man baptitzo bei der Taufe nicht als Untertauchen versteht, dann kommt der Gläubige in Römer 6:3 auch nicht in volle Verbindung mit Christus. Durch die Rechtfertigung kommt der Sünder in volle Einheit mit Christus.
  • Wassertaufe ist ein Bild für die Wahrheit der Errettung: Jemand der einmal ein Sünder war, ist jetzt mit Christus verbunden (in Christus).
  • Römer 6 spricht nicht über die äußerliche Taufe, sondern über die geistliche Wirklichkeit, in der uns Gott geistlich in die Einheit mit Christus bringt.
  • Geistlich mit Christus verbunden zu werden ist die Taufe die rettet (1. Petrus 3:21).
  • Geistlich mit Christus getränkt zu werden ist das Bad der Wiedergeburt (Titus 3:5).
  • Geistliche Taufe ist das Wegwaschen der Sünde (Apostelgeschichte 22:16).
  • Unter Wasser tauchen ist das äußerliche Zeichen für dieses geistliche Eintauchen in Christus.
  • Deswegen konnte Paulus auch von einem Herrn, von einem Glauben und von einer Taufe sprechen (Epheser 4:5).
  • Die Kirche hat willkürliche Änderungen in diese heilige Ordnung eingeführt.
Kindstaufe ist nicht ein Ersatz für Beschneidung
  • Die Bibel zieht nie diese Verbindung.
  • Es wird behauptet, daß wie das Symbol des Glaubens im Alten Testament die Bescheidung war, so ist es die Taufe im Neuen Testament.
  • Aber Bescheidung war nicht ein Zeichen persönlichen Glaubens.
  • Es war ein Symbol für die Notwendigkeit von Reinigung unabhängig von persönlichem Glauben.
  • Es zeigt die Verderbtheit des Menschen und die Erfordernis der Rettung.
  • Die Verderbtheit der Menschen zeigt sich, daß sie verderbte Nachkommen zeugen.
  • Durch Beschneidung zeigte Gott, daß wir eine tiefgehende Reinigung brauchen.
  • Frauen wurde überhaupt nicht beschnitten, weshalb die Bescheidung nicht ein Symbol des Glaubens und ein Vorbild für die Taufe sein kann.
  • Alle Erwachsenen eines Haushalts mußten beschnitten werden, unabhängig ihrems Glaubens (siehe Abrahams Haushalt).
  • Beschneidung war ein Zeichen ethnischer Identität. Es war ein Zeichen, daß man Jude war und am äußerlichen Segen des Bundes mit Abraham Anteil hatte.
  • Im Neuen Bund des Neuen Testaments ist jeder gerettet, der dazu gehört.
  • Es wird von keinem gläubigen Rest innerhalb des neutestamentlichen Bundes gesprochen.
  • Jeremia 31:31-34 – der neue Bund wird versprochen, in dem alle den Herrn kennen
  • Ein Zeichen, daß zu einem ethnischen Bund gehörte, paßt nicht zu einem rettenden Bund.
  • Der Vorläufer der neutestamentlichen Taufe war die Taufe des Johannes.
    • Jeder mußte zuerst umkehren und sich dann taufen lassen.
    • Johannes weigerte sich Juden zu taufen, die nicht bußfertig war.
Kindstaufe paßt nicht zum Wesen der neutestamentlichen Gemeinde
  • Durch Kindstaufe wird die Identität der Gemeinde verwirrt.
  • Die Ortsgemeinde, die Ungläubige enthält, paßt nicht zur universellen Gemeinde, die nur Gerette enthält.
  • Kindstaufe richtet sich gegen die Lehre einer wiedergeborenen Gemeinde.
  • Welchen Status haben getaufte Kinder im Vergleich zu einem echten Kind Gottes?
  • Die Gemeinde besteht nur aus wahren Gläubigen, nicht wie Israel.
  • Alle anderen sind nicht teil der wiedergeborenen Gemeinde.
  • Kindstaufe wirft die klare Identität einer erlösten Gemeinde durcheinander.
  • Eine Kirche mit Kindsgetauften hat viele Mitglieder, bei denen man nicht sagen kann, ob sie wirklich dazugehören.
  • Kindstaufe ist ein Zeichen einer unvollständigen Reformation und ein Überbleibsel der Staatskirche des Mittelalters.
  • Die Reformatoren wollten Macht im Kampf gegen Rom behalten. Durch die Staatskirche hatten sie eine Machtbasis, um gegen die katholischen Länder zu kämpfen.
  • Luther wollte ein Christentum der Freiheit und hat sich hier von seinen Idealen entfernt.
  • Die Kindstaufe ist die größte Tragödie der Reformation, indem sie die Staatskirche ermöglichte.
  • Dadurch wurde die Kirche verweltlicht und die wahre Kirche ausgestoßen.
  • Wie macht man Gemeindezucht bei den getauften Kindern?
Kindstaufe paßt nicht zur Rettungslehre der Reformation
  • Die Klarheit des Evangeliums mit der Rechtfertigung allein durch Glauben wird verdunkelt.
  • Es gibt keinen Glauben und keine Umkehr in einem Kleinkind. Warum wird es also getauft?
  • Da die Taufe nicht rettet, warum werden dann Kleinkinder getauft?
  • Kinder werden gesegnet durch ein gottesfürchtiges Umfeld (1. Korinther 7), nicht durch die Taufe.
  • Es bietet eine falsche Sicherheit für das Kind und die Eltern.
  • Luther mußte später sogar unbewußten Glauben bei Kindern unterstellen, um die Kindstaufe zu rechtfertigen.
  • Die Kirche erhält Mitglieder, die nicht gerettet sind.
  • Christus würde geehrt werden, wenn weniger Menschen eine falsche Sicherheit und ein falsches Symbol eines falschen Zustands haben.
  • Statt aus christianisierten Heiden soll die Gemeinde aus Erlösten bestehen.
  • cry of the reformation: scripture, scripture, scripture

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