Werktagsgottesdienst vom 13.08.2015: Stefan Beyer – 1. Merkmal einer gesunden Gemeinde – Auslegungspredigt

  • Ausgang für die 9 Merkmale ist das Buch und der Dienst von Mark Dever, einer der Vordenker von Evangelium21.
  • Das Ziel sind gesunde Gemeinden.
    • 13 Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! (2. Timotheus 1:13)
  • Die 9 Merkmale langfristig gesunder Gemeinden sind:
    • Auslegungspredigt
    • Biblische Theologie
    • Das Evangelium
    • Bekehrung
    • Evangelisation
    • Gemeindemitgliedschaft
    • Gemeindezucht
    • Jüngerschaft
    • Gemeindeleitung
Auslegungspredigten
  • Eine Auslegungspredigt arbeitet die Hauptaussage eines Bibelabschnitts heraus und wendet sie auf das Leben heute an.
  • Die biblische Grundlage: 2. Timotheus 2:14-18
    • 14 Bringe dies in Erinnerung und bezeuge ernstlich vor dem Herrn, daß man nicht um Worte streiten soll, was zu nichts nütze ist als zur Verwirrung der Zuhörer.
      • Timotheus soll die falschen Lehrer in seiner Gemeinde ernstlich zurechtweisen und die Gemeinde ermahnen, sich nicht vom Wort Gottes abbringen zu lassen.
      • Das Ergebnis eines nicht auf das Wort Gottes gegründeten Glaubens ist eine Verwirrung (griech. Katastrophe) der Gläubigen.
      • Während ein falscher, auf Gefühle oder Legenden gegründeter Glaube keinen Nutzen bringt, führt die Gottesfurcht gegründet auf dem Wort Gottes zu großem Ertrag.
        • 6 Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst, wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist. 7 Die unheiligen Altweiberlegenden aber weise ab; dagegen übe dich in der Gottesfurcht! 8 Denn die leibliche Übung nützt wenig, die Gottesfurcht aber ist für alles nützlich, da sie die Verheißung für dieses und für das zukünftige Leben hat. (1. Timotheus 4:6-8)
      • Der Hintergrund von Timotheuses Wirken ist die Gegenwart des Herrn.
    • 15 Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.
      • Timotheus soll sich im Studium und Lehren des Wortes Gottes eifrig bemühen.
      • Das Ziel für Timotheus ist es nicht, Menschen zu gefallen, sondern Gott.
      • Wenn Timotheus das Wort Gottes falsch lehren sollte, wird er sich im letzten Gericht Gottes schämen müssen.
      • Timotheus soll das Wort Gottes richtig auslegen und lehren.
    • 16 Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit,
      • Timotheus soll sich nicht mit fremden Lehren und Eindrücken befassen, sondern mit dem Wort Gottes.
      • Die Frucht falscher Lehre ist immer Gottlosigkeit.
    • 17 und ihr Wort frißt um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenäus und Philetus,
      • Falsche Lehre breitet sich schnell aus.
      • Paulus weist falsche Lehrer öffentlich beim Namen zurecht.
    • 18 die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie behaupten, die Auferstehung sei schon geschehen, und so den Glauben etlicher Leute umstürzen.
      • Die falschen Lehrer haben sich vom Wort Gottes entfernt (siehe 1. Korinther 15).
      • Sie fälschen das Wort Gottes, indem sie es verdrehen.
      • Sie schaden damit anderen Gläubigen sehr.
        • Nominelle Christen können in ihren Bann gezogen werden.
        • Wahre Christen können dennoch in ihrem Glauben verwirrt werden und Schaden nehmen.
  • Das Gegenmittel gegen falsche Lehre und das beste Mittel zum Wachstum im Glauben sind Auslegungspredigten.
  • Die Reformatoren wandten sich mit der Auslegungspredigt und der Lehre von der Klarheit der Schrift gegen die Lehre des vierfachen Schriftsinns der katholischen Kirche.
    • Dort wurde neben dem Literalsinn noch der typologische Sinn (Allegorie für den Glauben), der tropologische Sinn (Moralprinzipien) und der anagogische Sinn (Blick auf die Endzeit) gelehrt.
    • Die allegorischen Deutungen dominierten aber den Literalsinn, weshalb die Bibelauslegung zunehmend subjektiv wurde.
  • Die Auslegungspredigt versucht herauszuarbeiten, was der Autor den ursprünglichen Adressaten vermitteln wollte.
  • Sie benutzt die historisch-grammatische Auslegungsmethode, d.h. sie legt den Text in seinem historisch-grammatischen Kontext aus.
  • Die Auslegungspredigt betreibt Exegese (herauslesen aus dem Text) und nicht Eisegese (hineinlesen).
  • Das Ziel der Auslegungspredigt ist es, das Wort Gottes möglichst deutlich und klar sprechen zu lassen, denn sie ist davon überzeugt, daß das Wort Gottes – klar verkündigt – das Werk Gottes vollbringen wird.
    • 10 Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der ißt — 11 genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe! (Jesaja 55:10,11)
  • Durch Auslegungspredigten steht das Wort Gottes im Mittelpunkt, nicht der Prediger.
  • Vorbilder für Auslegungsprediger in der Bibel:
    • die levitischen Priester
      • 10 Sie werden Jakob deine Rechtsbestimmungen lehren und Israel dein Gesetz; sie werden Räucherwerk vor dein Angesicht bringen und Ganzopfer auf deinen Altar. (5. Mose 33:10
    • Esra und die Leviten
      • 8 Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand. (Nehemia 8:8)
    • Petrus und die Apostel (Apostelgeschichte 2:14-41; 13:16-47)
  • Gott warnt vor falschem Reden über ihn.
    • 15 Darum, so spricht der Herr der Heerscharen über die Propheten: Siehe, ich will ihnen Wermut zu essen geben und Giftwasser zu trinken; denn von den Propheten Jerusalems ist die Gottlosigkeit ausgegangen in das ganze Land. 16 So spricht der Herr der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht was aus dem Mund des Herrn kommt. 17 Ständig sagen sie zu denen, die mich verachten: »Der Herr hat gesagt: Ihr werdet Frieden haben!« Und zu allen denen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln, sprechen sie: »Es wird kein Unheil über euch kommen!« 18 Denn wer hat im Rat des Herrn gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört? 19 Siehe, als ein Sturmwind des Herrn ist der Grimm losgebrochen, und ein wirbelnder Sturmwind wird sich auf das Haupt der Gottlosen entladen! 20 Der Zorn des Herrn wird sich nicht abwenden, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Am Ende der Tage werdet ihr es erkennen und verstehen! 21 Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. 22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg und von ihren schlimmen Taten! 23 Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der Herr, und nicht auch Gott in der Ferne? 24 Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? spricht der Herr. 25 Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: »Ich habe einen Traum gehabt, ich habe einen Traum gehabt!« 26 Wie lange soll das noch gehen? Soll etwa die falsche Weissagung im Herzen der Propheten bleiben? Und die Propheten, die selbsterfundenen Betrug weissagen, 27 haben sie nicht im Sinn, bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen durch die Träume, die sie einander erzählen, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergessen haben über dem Baal? 28 Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam? spricht der Herr. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? (Jeremia 23:15-19)

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