Predigt vom 16.08.2015: Stefan Beyer – Galater 5:1-5 – Eine feste Gewissheit

  • Das Evangelium scheint zunächst jeden Anreiz zu einem heiligen Leben zu nehmen.
  • Dies war ein zentraler Kritikpunkt der katholischen Kirche zur Zeit der Reformation.
  • Deswegen wurden auch in reformierten Gemeinden immer wieder Regeln eingeführt, um akzeptables, christliches Verhalten zu gewährleisten.
  • Aber nur das Evangelium kann zu einer echten Veränderung des Herzens führen.
1 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!
  • Paulus faßt die Botschaft an die Galater in einem Vers zusammen.
    • Christus hat uns zur Freiheit befreit. Das Evangelium führt zur Freiheit.
    • Das ganze Leben von Jesus war eine fortgesetzte Befreiungsaktion.
    • Die Befreiung ist vollendet. Am Kreuz sprach Jesus: Es ist vollbracht.
  • Aber diese Freiheit ist zerbrechlich und kann verlorengehen.
  • Diese Freiheit muß verteidigt werden.
  • “Feststehen” kommt aus der Militärsprache und hat die Bedeutung von wachsam, stark, wehrhaft und kameradschaftlich zu sein.
  • Wir können unsere Errettung nicht verlieren, aber wir können die Freude an der Errettung verlieren.
  • Im Gegensatz zum Evangelium ist eine Religion gegründet auf das Gesetz in Wirklichkeit Knechtschaft.
  • Das Gesetz ist im engeren Sinn die 10 Gebote, im erweiterten Sinn das ganze Gesetz des Mose und im weitesten Sinn jedes allgemeine Prinzip, was mein Leben bestimmt.
  • Aber wenn ich das Gesetz nicht in Hinblick auf das Evangelium verstehe, wird es zu einem Joch, daß ich nicht tragen kann.
    • 10 Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? (Apostelgeschichte 15:10)
  • Unsere Hauptaufgabe als Christen ist nicht, das Gesetz zu erfüllen, sondern umzukehren und an das Evangelium zu glauben.
    • 15 Und [Jesus] sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! (Markus 1:15)
  • Die Galater waren schoneinmal unter einem Joch: dem Götzendienst und den Grundsätzen der Welt (Galater 4:3).
  • Nun waren sie kurz davor, wieder unter geistliche Knechtschaft zu geraten.
  • Sie würden wieder die Sorge, Schuld und Last ihres heidnischen Lebens erfahren.
  • Sie würden wieder aus Unsicherheit und Ungewißheit leben.
2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird euch Christus nichts nützen.
  • Letztlich stehen die Galater vor der Entscheidung: Werden sie Christus zu ihrem Schatz machen, von dem sie alles an Vergebung und Erfüllung erwarten, oder das Gesetz und die Beschneidung?
  • Es stand sogar ihre Errettung auf dem Spiel.
  • Man kann nichts zu Christus hinzufügen, ohne etwas von ihm wegzunehmen.
  • Entweder ist er ihnen alles wert, oder er ist ihnen gar nichts wert (nütze).
3 Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.
  • Wenn sie sich zum Gesetz wenden, wenden sie sich von Christus ab.
  • Auch hier gilt, das Gesetz ist ein umfassender Begriff für das Vertrauen auf Regeln und Prinzipien.
4 Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!
  • Ein Leben gegründet auf Regeln und Gesetze ist Selbsterlösung.
  • Dadurch wird man losgetrennt von Christus.
  • Das Evangelium schenkt uns eine reine, freudige Motivation, Christus zu gehorchen. Nicht eine Motivation der Last und Knechtschaft.
  • Paulus sagt hier nicht, daß ein Christ seine Errettung verlieren kann, sondern daß man nicht gleichzeitig durch die Gnade und die eigenen Werke gerettet werden kann.
  • Wenn man durch seine eigenen Werke gerettet werden will, kann man nicht durch Christus gerettet werden.
  • Ein zentraler Punkt, den andere Religionen, Sekten und manchen Strömungen innerhalb des Christentums angreifen, ist die Genugsamkeit des Opfers Jesu.
  • Ein wahrer Christ kann zwar nicht seine Errettung, aber die Freude und Gewißheit seiner Errettung verlieren.
5 Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.
  • Statt nach Gerechtigkeit zu streben, die wir noch nicht haben, erwarten wir die Gerechtigkeit, die wir schon haben.
  • Hoffnung im Neuen Testament ist eine feste Gewißheit.
    • 1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. (Hebräer 11:1)
  • Statt ängstlich auf die Rechtfertigung vor Gott zu warten, können wir uns in sicherer Gewißheit darauf freuen.
  • Diese Sicherheit bei und mit Gott ist eine Frucht des Evangeliums.
  • Wir leben aus der Gewißheit, daß Christus uns untadelig vor Gottes Angesicht stellen wird.
    • 8 Der euch auch fest machen wird bis ans Ende, so daß ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. (1. Korinther 1:8)
    • 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so daß sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei. (Epheser 5:25-27)
  • Wir leben jetzt schon aus der Vorfreude und Gewißheit über diese Schönheit der Beziehung mit Gott im Himmel.
  • Dieses Erwarten ist eine geistliche Disziplin, das Entwickeln einer Einstellung des Herzens.
  • Wir sollen darüber nachdenken und uns erfreuen über alles, was wir in Christus bekommen haben: unsere Rechtfertigung, Adoption, zukünftige Verherrlichung.
  • Indem wir darüber nachdenken, wer wir in Christus sind und was wir in ihm haben, sollen wir unser Verhalten in Einklang mit diesen unsichtbaren Realitäten bringen.
  • Das geschieht durch den Heiligen Geist, der mächtig in uns am wirken ist.



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