Werktagsgottesdienst vom 16.07.2015: Stefan Beyer – Römer 9:1-24 – Ist Gott denn ungerecht?

Zur Wichtigkeit von richtiger Theologie
  • Das zweite Gebot befiehlt richtige Anbetung.
    • 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. (2. Mose 20:4-6)
  • Die Beständigkeit der Liebe Gottes hängt von Römer 9:1-24 ab.
    • 37 Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Römer 8:37-39)
1 Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, 2 daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. 3 Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch,
  • Angesichts der reichen Verheißungen des Evangeliums spricht Paulus von der Traurigkeit darüber, daß seine jüdischen Mitbürger zum großen Teil den Messias abgelehnt haben.
  • Es geht ihm aber auch um die Tiefe der Liebe Gottes und die Verläßlichkeit Gottes. Die Frage ist, wenn Gott das jüdische Volk so sehr geliebt hat, warum ist jetzt ein Großteil verloren? Ist die Liebe und Treue Gottes wirklich verläßlich? Kann mich mein Ungehorsam von Gottes Liebe trennen?
4 die Israeliten sind, denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen; 5 ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobter Gott in Ewigkeit. Amen!
  • Ja, die Israeliten hatten große Vorrechte. Aber sie waren primär äußerlich.
  • Gott hatte nie verheißen, daß er jeden Israeliten retten würde.
6 Nicht aber, daß das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; 7 auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, Kinder, sondern “in Isaak soll dir ein Same berufen werden”. 8 Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.
  • Denn, die rettenden Verheißungen galten immer ausgewählten Menschen innerhalb Israels.
  • Gott hatte inmitten vom äußerlichen Israel ein wahres Israel, wahre Kinder, seine Erwählten.
  • Paulus stellt die Kinder des Fleisches den Kindern der Verheißung gegenüber.
9 Denn das ist ein Wort der Verheißung: “Um diese Zeit will ich kommen, und Sarah soll einen Sohn haben”. 10 Und nicht allein dies, sondern auch, als Rebekka von ein und demselben, von unserem Vater Isaak, schwanger war, 11 als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der gemäß der Auserwählung gefaßte Vorsatz Gottes bestehen bleibe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -, 12 wurde zu ihr gesagt: “Der Ältere wird dem Jüngeren dienen”; 13 wie auch geschrieben steht: “Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehaßt”.
  • Gott hatte sowohl bei Abraham als auch bei Isaak souverän zwischen den Kinder erwählt, welche die Kinder der Verheißung würden.
  • Auserwählung ist ein klar offenbartes, biblisches Prinzip.
14 Was wollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!
  • Der Einwand, der immer wieder gegen die Erwählung gebracht wurde, wurde schon von Paulus vorweggenommen.
15 Denn zu Mose spricht er: “Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich”.
  • Mose hatte Gott gebeten, seine Herrlichkeit zu sehen.
    • 18 Er aber antwortete: So laß mich doch deine Herrlichkeit sehen! 19 Und der HERR sprach: Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des HERRN vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich. (2. Mose 33:18-19)
  • Erwählung ist ein zentraler Bestandteil von Gottes Herrlichkeit.
  • Gottes Gerechtigkeit scheint also für Paulus darin zu bestehen, daß er immer das tut, was seiner Herrlichkeit entspricht.
16 So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. 17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: “Eben dazu habe ich dich aufstehen lassen, daß ich an dir meine Macht erweise, und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde”. 18 So erbarmt er sich nun, über wen er will, und verstockt, wen er will.
  • So hängt also die Errettung einzelner Menschen vollkommen und allein von Gottes Entscheidung ab.
19 Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Denn wer kann seinem Willen widerstehen?
  • Paulus antizipiert wieder den Einwand, der immer wieder gegen seine Lehre gebracht wird: Haben wir dann noch Eigenverantwortung? Sind wir nicht Marionetten in der Hand des Schöpfers?
20 Ja, o Mensch, wer bist denn du, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu dem, der es geformt hat: Warum hast du mich so gemacht? 21 Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?
  • Paulus antwortet, daß der Einwand seine Lehre genau richtig verstanden hat, aber von Unglaube und mangelnder Ehrfurcht vor Gott zeigt.
  • Gott ist als Töpfer vollkommen frei wie er seine Gefäße macht und mit welcher Bestimmung er sie versieht.
  • Gott erwählt in Hinblick auf den Fall Adams. Er entschließt sich, bestimmte Menschen vom allgemeinen Verderben zu retten, und andere die gerechte Strafe für ihren Abfall zuteil werden zu lassen.
22 Wenn nun aber Gott, da er seinen Zorn erweisen und seine Macht offenbar machen wollte, mit großer Langmut die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind, 23 damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeige, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat?
  • Gott ist deswegen gerecht, weil er in seinem Erwählungshandeln die Verherrlichung seines Names verfolgt. Er offenbart die Facetten seiner Herrlichkeit.
  • Aber das große Hauptziel ist, vor einem Hintergrund von Zorn den Reichtum seiner herrlichen Barmherzigkeit und Gnade zu zeigen.
  • Der zweite Kernaspekt der Herrlichkeit Gottes, neben der Freiheit, seine Gnade zu verteilen, ist seine große Gnade.
    • 5 Da kam der HERR in einer Wolke herab und trat dort zu ihm und rief den Namen des HERRN aus. 6 Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. (2. Mose 34:5-6)
  • Gott tut also alles, um seine Herrlichkeit zu zeigen, die zum einen aus seiner großen Gnade besteht, zum anderen aber aus der Freiheit, diese Gnade nach seiner eigenen Entscheidung zu verteilen.
24 Als solche hat er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden.
  • Wir, die wir jetzt Christen sind, sind die Gefäße der Barmherzigkeit, und wurden von Gott zum Glauben berufen.
  • Berufung hier ist nicht ein allgemeiner, äußerlicher Ruf zum Glauben, sondern ein innerer, wirksamer Ruf, der den Glauben selbst schafft.
    • 48 Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden alle die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren. (Apostelgeschichte 13:48)
Wie sollte die Lehre der Souveränität Gottes auf uns wirken?
  • Sie sollte Ehrfurcht vor Gott in uns erzeugen.
    • 7 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. (Sprüche 1:7)
  • Wir sollten diesem großen Gott gehorsam sein.
    • 35 Laß mich wandeln auf dem Pfad deiner Gebote, denn ich habe Lust an ihm. 36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier! (Psalm 119:35-36)
  • Wir sollten uns beständig seinem Willen unterordnen.
    • 21 Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen; nackt werde ich wieder dahingehen. Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1:21)
  • Sie sollte tiefe Dankbarkeit und Freude in uns erzeugen.
    • 20 Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. (Epheser 5:20)
  • Unser Herz sollte in tiefe Anbetung verfallen.

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