Predigt vom 19.07.2015: Stefan Beyer – Galater 4:12-20 – Paulus’ Dienst am Evangelium

  • Paulus hatte sich leidenschaftlich in den Dienst für das Evangelium gegeben.
  • Wir erfahren hier, wie er die Gemeinden in Galatien gegründet hatte.
  • Er schaut auf die Zeit zurück, als die Gemeinden in Galatien intakt waren und die Beziehung zu Paulus noch in Ordnung war.
  • Wir lernen in diesem Abschnitt viel darüber, wie Paulus seinen Evangeliumsdienst verstanden und ausgeübt hat.
12 Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr! Ich bitte euch, ihr Brüder! Ihr habt mir nichts zuleide getan;
  • Evangeliumsdienst ist kulturell flexibel und anpassbar, so lange das Evangelium im Zentrum bleibt.
    • Paulus sagt buchstäblich: “Ich wurde wie ihr.”
  • Ein Dienst aus dem Evangelium ist nicht an spezielle kulturelle Normen gebunden.
    • Seine Diener können wahrhaftig unter den Menschen leben, die sie erreichen wollen, sich ihnen anpassen und sie lieben.
  • Dagegen ist ein gesetzlicher Dienst unflexibel und detailversessen.
    • Bekehrte müssen den Kleidungs- und Lebensstil des Missionars annehmen, und sich genau wie seine Gruppe verhalten.
  • Paulus ist jemand, der sich den Menschen wirklich genähert und an ihrem Leben Anteil genommen hat – so wie Christus in seiner Fleischwerdung.
  • Er lernte die Galater nicht nur persönlich kennen, sondern lebte bei ihnen, aß mit ihnen und verbrachte Freizeit mit ihnen.
  • Er lernte ihre Welt kennen und schätzen, auch wenn es nicht seine Welt war.
  • Er nahm Anteil an ihren Fragen und Problemen, Hoffnungen und Ängsten, und paßte sein Leben und seine Botschaft an – ohne das Evangelium zu verändern.
  • Evangeliumsdienst ist transparent.
    • Paulus sagt: “Werdet wie ich.”
  • Paulus war so offen mit seinem Leben und integer, daß er die Galater einladen konnte, ihn nachzuahmen.
  • Neben der wichtigen mündlichen Botschaft war Paulus ein Vorbild mit seinem Leben
    • wie er mit Problemen,
    • mit Enttäuschungen und Ablenkungen,
    • mit Beziehungen umging.
  • Die meisten Menschen werden Christen durch eine Beziehung zu einem freudigen, fehlerhaften, aber ehrlichen, liebenden Christen. Nicht durch Argumente, Information oder Bücher.
  • Paulus kann die Galater einladen, wie er zu sein, nachdem er bereit war, wie sie zu werden.
13 ihr wißt aber, daß ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe.
  • Evangeliumsdienst geschieht aus und in Schwachheit.
    • Gott benutzt Probleme und Schwierigkeiten als Möglichkeiten für den Dienst.
    • Paulus sagt wörtlich: “Wegen Schwachheit des Fleisch verkündigte ich euch das Evangelium.”
  • Gott und Leid
    • Gott läßt Leid und Schwierigkeiten im Leben von Christen zu.
    • 28 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8:28)
    • Gott benutzte das Leid von Paulus, damit viele Menschen das Evangelium hören konnten.
    • Er durchkreuzte die Pläne von Paulus, um großes Gut aus seinem Leid zu bringen.
    • Gott verspricht nicht, Christen zu segnen, indem er Leiden wegnimmt. Sondern er hat verheißen, uns im Leid zu segnen.
    • Jesus hat gelitten, damit unser Leid als Christen nicht Strafe ist, sondern aus Liebe zugelassen wird.
    • Manchmal gebraucht Gott Leid, um uns einen unerwarteten Dienst zu eröffnen, manchmal um unseren Charakter zu verändern.
    • In 2. Korinther 12:7-10 spricht Paulus von einem Stachel des Leids, der ihn gedemütigt und zu wahrer Stärke geführt hat.
      • 7 Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 8 Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir ablassen soll. 9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. 10 Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Mißhandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. (2. Korinther 12:7-10)
    • Der Dienst am Evangelium geschieht nicht immer nach unseren Plänen.
    • Strategisches Planen ist nicht falsch. Paulus predigte immer in den größten Städten einer Region.
      • Wir sollen weise handeln und gut mit unserer Zeit und Ressourcen planen.
    • Aber Gott durchkreuzt immer wieder unsere Pläne.
      • Andere Leute sind offen für das Evangelium als ursprünglich gedacht.
      • Leute kommen manchmal ganz zufällig zur Gemeinde, und nicht immer aufgrund unserer Anstrengungen und Einladungen.
14 Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus.
  • Die Galater hatten Paulus sehr herzlich aufgenommen.
  • Sie hatten sich von seiner Krankheit und Schwachheit nicht abschrecken lassen.
15 Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, daß ihr wenn möglich eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.
  • Vielleicht hatte Paulus eine Augenkrankheit, denn die Galater waren sogar bereit, ihm ihre Augen zu geben.
  • Aber nun war plötzlich die Freude in der Beziehung zu Paulus verlorengegangen.
16 Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?
  • Sie begannen, Paulus als feindlich einzustufen und ihn als Feind zu behandeln.
  • Indem er ihnen die Wahrheit sagte, hat sich ihre Beziehung drastisch abgekühlt.
  • Obwohl Paulus sich in seiner Botschaft und seinem Dienst nicht verändert hat, hat sich aber die Reaktion der Gemeinde auf ihn verändert.
  • Sie standen nun unter dem Einfluß von Männern mit einer anderen Botschaft, mit anderen Zielen und Mitteln.
17 Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert.
  • Die falschen Lehrer wollten mit eifrigen Dienst bewirken, daß sie die auschließliche Liebe und Unterstützung der Galater bekommen.
  • Dagegen braucht ein wahrer Evangeliumsdienst keine emotional-abhängigen Gefolgsleute.
  • Echter Dienst für Gott möchte ihm allein gefallen und geschieht aus der Gewißheit, daß die Errettung allein durch Glauben geschieht.
  • Die falschen Lehrer wollten ihre Errettung durch ihren Dienst erreichen.
    • Sie brauchten Menschen, die wiederum die falschen Lehrer brauchten.
    • Sie brauchten Menschen, die sich völlig ihren Lehrern hingaben.
    • Nur so bekamen sie innerliche Gewißheit, daß sie einen Dienst taten, den Gott segnet.
  • Sie sagten den Galatern nicht die Wahrheit, sondern nur Dinge, die die Galater hören wollten, nach denen ihnen die Ohren juckten, um ihre Gefolgschaft zu gewinnen.
18 Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin.
  • Paulus war nicht gegen Eifer im christlichen Leben.
  • Aber das richtige Ziel ist entscheidend.
    • Geht es um das Evangelium oder den Stolz und das Ansehen eines Leiters?
19 Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt
  • Paulus möchte nicht, daß die Leute ihm folgen, sondern indem sie Paulus nachahmen, sollen sie so werden wie Christus.
  • Er möchte nicht Anhänger, sondern Menschen die Christus nachfolgen so wie er selbst.
  • Er möchte nicht, daß die Menschen abhängig von ihm werden, sondern von Christus.
  • Paulus hatte ein ganz persönliches, hingegebenes Jüngerschaftsverhältnis mit den Galatern.
  • Er wollte, daß ihr Glaube gelingt und selbständig lebensfähig wird.
  • Gesunder, evangeliumsbasierter Dienst macht Menschen zu reifen, selbständigen Christen.
20 – wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin!
  • Paulus möchte, daß die Galater Christus verherrlichen, die falschen Lehrer wollten selbst verherrlicht werden.
  • Deswegen sagt er ihnen die Wahrheit, nicht nur das, was sie hören wollen.
  • Paulus würde gern liebevoll mit den Galatern reden.
  • Aber er ist nicht bereit, seine Botschaft zu ändern, nur um von den Galatern gepriesen zu werden.
  • Nur das Evangelium führt Menschen in die Abhängigkeit zu Christus, macht sie Christus ähnlicher und führt sie dazu, Christus zu loben.
  • Das Evangelium befreit uns dazu, nicht vom Ansehen anderer abhängig zu sein und sie manchmal auch mit der Wahrheit zu konfrontieren.
  • Nur die Wahrheit, in Liebe gesprochen, kann Menschen verändern.
  • Diese Art Evangeliumsdienst ist kostspielig für den Diener und für die, denen er dient.
    • Aber er basiert auf der Wahrheit und weist Menschen auf Christus hin.
    • Er führt zu ewigen Lohn.
  • Wir sind aufgerufen, Paulus in seinem Dienst nachzuahmen und denen zu danken, die uns auf diese Weise dienen
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