Predigt vom 05.07.2015: Stefan Beyer – Galater 3:26-4:7 – Gotteskindschaft

  • Um im Glauben zu wachsen und tiefere Freude zu erfahren, müssen wir immer tiefer in die Schatzkammern des Evangeliums eintauchen.
  • Mit der Lehre der Aufnahme in Gottes Familie erreicht Paulus den Höhepunkt seiner Lehre über das Evangelium.
  • Jesus, als der Same Abrahams (3:19) bekommt alle verheißenen Segnungen Abrahams und mit ihm alle, die ihm durch den Glauben angehören (Vers 29).
  • Wie werden wir zu Erben des göttlichen Segens?
    • durch Seinen Sohn werden wir rechtlich Gottes Kinder (Verse 4-5)
    • durch Seinen Geist werden wir praktisch Gottes Kinder (Verse 6-7)
26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus;
  • Wir sind schon Söhne Gottes. Das ist nicht etwas, was wir erreichen müssen, sondern wir haben diesen Stand jetzt schon.
  • Nicht jeder Mensch ist ein Kind Gottes, sondern nur der, der sein Vertrauen auf Jesus Christus setzt.
  • Söhne Gottes bedeutet im antiken Kontext gesetzliche Erben.
    • An andere Stelle (Offenbarung 21:2) werden auch Männer als die Braut Christi bezeichnet.
27 denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.
  • Die Taufe ist das Zeichen einer geistlichen Realität, nämlich daß der Heilige Geist uns neugemacht und mit Christus und seiner Gemeinde verbunden hat.
    • 13 Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist. (1. Korinther 12:13)
  • Christus wird hier mit einer Kleidung verglichen, die wir durch den Glauben und die Taufe mit dem Heiligen Geist angezogen haben.
    • vgl. 24 und den neuen Menschen angezogen habt, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Epheser 4:24)
  • Diese geistliche Realität, daß wir Christus angezogen haben, bedeutet vier erstaunliche Dinge:
    • Unsere oberste Identität ist in Christus.
      • Wir werden durch unsere Kleidung mit einer Gruppe identifiziert.
      • Wenn Christus unsere Kleidung ist dann zeigt das, daß wir primär zu ihm und den seinen gehören.
    • Es zeigt die Enge unsere Beziehung zu Christus.
      • Kleidung ist näher an mir als sonst etwas.
      • Sie schützt mich immer und ich habe sie immer dabei.
      • Wenn Christus unsere Kleidung ist, dann drückt das unsere beständige Abhängigkeit und Bewußtsein seiner Gegenwart aus.
      • Wir müssen geistlich das Bewußtsein seiner Gegenwart einüben.
    • Wir ahmen Christus nach.
      • Das Bewußtsein für Christi Gegenwart einzuüben heißt, daß wir beständig so denken und handeln, als ob er direkt vor unserem Angesicht ist.
      • Eine biblischer Begriff dafür ist: “vor ihm zu wandeln” (1. Mose 17:1; Psalm 56:14)
      • Es heißt, daß wir Jesus überall hin mitnehmen und durch ihn jede Situation nach seinem Willen und seinem Geist verändern lassen.
      • Wir sollen seine Tugenden und Handlungen anziehen. Wir sollen uns wie Jesus kleiden.
    • Wir sind von Gott vollkommen angenommen.
      • Kleidung drückt Schmuck aus. Sie bedeckt unsere Nacktheit.
      • Gott hat uns seit dem Sündenfall mit Kleidung versorgt, um unsere Schande zu bedecken (1. Mose 3:7,21).
      • Wenn Christus unsere Kleidung ist heißt das, daß wir in Gottes Augen geliebt sind, wegen dem was Jesus ist und getan hat.
      • Gott sieht uns immer durch seinen Sohn hindurch.
      • Der Herr Jesus hat uns seine Gerechtigkeit, seine Vollkommenheit, als Kleidung gegeben.
  • Vers 27 ist eine umfassende Metapher für ein ganz neues Leben. Sie bedeutet, daß wir beständig an Christus denken und sein Geist erfüllt uns mit Jesu Wesen in allem was wir denken, sagen oder tun.
28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.
  • Nachdem wir nun in dieser wundervollen, neuen Beziehung zu Jesus sind, gibt es keine Trennung mehr in der Gemeinde in Bezug auf Rasse, Klasse oder Geschlecht.
  • Das heißt nicht, daß es keine Unterschiede mehr gibt in Bezug auf Rollen, Gaben und kulturelle Identität.
  • Wir sind nicht alle identisch und austauschbar, aber wir sind alle eins.
  • Das heißt, ich bin immer zuerst in Christus, bevor ich etwas anderes bin.
    • Kulturelle Barrieren werden aufgehoben und wir können alle gemeinsam Gott auf unsere Weise anbeten.
    • Klassenunterschiede sind aufgehoben und wir sollten Gemeinschaft nicht aufgrund von Stand und Einkommen haben.
    • Geschlechterunterschiede sind aufgehoben und wir können gemeinsam Gott anbeten und ihm dienen.
  • Paulus spricht hier zunächst die Situation in der Gemeinde an, die sich nur indirekt auf die Gesellschaft drumherum auswirkt.
  • Christen verändern die Welt, indem sie das Evangelium predigen und in der Gemeinde ausleben.
    • Wir haben alle auf gleiche Weise Zugang zu den Privilegien des Evangeliums.
    • Wir sind alle nur durch Gnade aufgrund des Glaubens gerettet und in Gottes Familie aufgenommen.
29 Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.
  • Wir sind in einer wunderbaren Gemeinschaft:
    • vertikal mit Gott
    • horizontal mit Christen aus der ganzen Welt
    • und historisch sind wir mit allen Christen bis Abraham verbunden
1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist;
  • Paulus vertieft noch einmal den Gedanken der Adoption.
  • Hier benutzt er das Bild eines Erben, der noch zu jung war, um sein Erbe anzutreten.
  • Es scheint in diesem Zustand kein Unterschied zu sein zwischen ihm und einem Sklaven im Haus.
2 sondern er steht unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit.
  • Im Römischen Recht war ein Erbe unmündig bis zum Alter von 14 Jahren und hatte Vormünder bis zum Alter von 25.
  • Erst dann konnte der Jüngling volle Gewalt über sein Erbe ausüben.
  • Im Alten Testament war die Intimität und Freiheit in der Beziehung zu Gott nur angedeutet.
3 Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen.
  • Als Nichtchristen haben wir Regeln und Gesetze eingehalten, um uns besser zu fühlen und besser zu stellen.
  • Wir haben alle nach der Erlösung getrachtet, obwohl unsere Beziehung zu Gott entfremdet war.
  • Auch Christen können wieder in diese Sklavenbeziehung zurückfallen und mit Gott aufgrund von Verdiensten leben.
    • So, als ob wir ein Geschenk erhalten haben, es aber zurückgeben, um es uns selbst erneut zu verdienen.
4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan,
  • Christus hat uns aus der Sklaverei befreit.
  • Er ist zur rechten Zeit gekommen.
  • Er wurde wirklich Mensch.
  • Er hat als Mensch das Gesetz für uns vollkommen erfüllt.
5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.
  • Jesus hat uns auf dem Sklavenmarkt freigekauft.
  • Der Sklavenhalter war das Gesetz und Jesus hat den Preis des Gesetzes vollkommen bezahlt.
  • Und er hat für uns die vollen Rechte der Sohnschaft erworben.
  • In der griechisch-römischen Welt könnte ein reicher, kinderlosen Mann einen Sklaven als Sohn adoptieren.
  • Zum Zeitpunkt der Adoption erhielt der Sklave alle Rechte eines Sohnes.
  • Dieses neue Leben voller neuer Privilegien ist eine der tiefgründigsten Metaphern von Paulus für das, was Jesus uns geschenkt hat.
  • Die Galater hatten nur den ersten Teil der Erlösung verstanden: Christus hat uns vom Sklavenmarkt befreit.
  • Aber sie hatten noch nicht ihre Privilegien als Söhne verstanden und dachten, sie müßten sich jetzt immer wieder Gottes Gunst und Ansehen verdienen.
6 Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!
  • Gott hat seinen Sohn gesandt, um uns das rechtmäßige Anrecht auf die Sohnschaft zu erwerben.
  • Der Heilige Geist schenkt uns die praktische Erfahrung dieser Wirklichkeit.
  • Das Werk des Sohn ist objektiv, unabhängig von unseren Gefühlen.
  • Das Werk des Heiligen Geist ist subjektiv, indem wir 
    • die Annahme Gottes spüren
    • persönlich mit ihm reden
    • die Nähe Gottes erfahren
    • mit Sicherheit auf die Liebe des Vaters vertrauen
  • Das Werk des Sohnes und des Geistes gehören zusammen und ist aufeinander bezogen.
    • Wir erleben den Geist, indem wir über das Werk des Sohnes nachdenken.
    • Der Geist führt uns, das Werk des Sohnes immer tiefer zu verstehen und darauf zu vertrauen.
7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus.
  • Was sind die Privilegien der Sohnschaft?
    • eine enge Beziehung
    • ein sicheres Erbe
    • Privilegien gegenüber dem Besitz des Vaters
    • Sicherheit und Zuversicht
Anwendung
  • Studiere das Werk des Sohnes, damit der Heilige Geist dir die Augen für deine Privilegien öffnet.
  • Lebe diese persönliche Gemeinschaft zu deinem himmlischen Vater aus
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