Predigt vom 28.06.2015: Stefan Beyer – Galater 3:15-25 – Die Rolle des Gesetzes im Leben nach dem Evangelium

  • Durch das Evangelium liebt uns Gott vollständig (totus homo).
  • Welche Rolle spielt nun das Gesetz in meinem Leben als Christ? Muß ich noch ein heiliges Leben führen?
15 Brüder, ich rede nach Menschenweise: Sogar das Testament eines Menschen hebt niemand auf oder verordnet etwas dazu, wenn es bestätigt ist.
  • Paulus benutzt ein menschliches Beispiel. Verträge sind gültig, auch wenn sich die Umstände ändern.
  • Das Evangelium, welches Gott dem Abraham verheißen hat, wurde durch das Gesetz nicht ungültig gemacht.
16 Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: “und den Samen”, als von vielen, sondern als von einem: “und deinem Samen”, und dieser ist Christus.
  • Gott hatte Abraham des Evangelium verheißen, welches in Christus mündet.
    • 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sprach: Abraham! Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich! 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen! 13 Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohnes. 14 Und Abraham nannte den Ort: “Der HERR wird dafür sorgen”, so daß man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der HERR dafür sorgen! 15 Und der Engel des HERRN rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu, 16 und er sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, 17 darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen, 18 und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst! (1. Mose 22:11-18)
  • Paulus geht von einer Verbalinspiration der Heiligen Schrift aus, indem er sein Argument auf den Numerus eines einzigen Wortes aufbaut.
17 Das aber sage ich: Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, so daß die Verheißung aufgehoben würde.
  • Das Gesetz hatte die Evangeliumsverheißung an Abraham und den Weg der Errettung im Alten Testament nicht verändert.
18 Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.
  • Verheißung und Gesetz schließen sich für Paulus gegenseitig aus.
    • Entweder bekomme ich etwas aufgrund eines Versprechens geschenkt, oder ich bekomme es als Lohn für meine Leistungen.
    • Einem Versprechen muß man vertrauen, einem Gesetz muß man gehorchen.
  • Gott schloß mit Abraham einen Bund der Verheißung.
    • 8 Abram aber sprach: Herr, HERR, woran soll ich erkennen, daß ich es als Erbe besitzen werde? 9 Und Er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube! 10 Und er brachte das alles und zerteilte es mittendurch, und legte jedes Teil dem anderen gegenüber. Aber die Vögel zerteilte er nicht. (1. Mose 15:8-10)
    • Die geschlachteten Tiere sind ein Bild für das, was mit dem passieren würde, der den Bund bricht. Normalerweise mußten beide Seiten mitten durch die Tierhälften laufen.
    • Aber Abraham selbst läuft nicht hindurch, sondern der Herr allein.
      • 17 Und es geschah, als die Sonne untergegangen und es finster geworden war – siehe, da war ein rauchender Glutofen, und eine Feuerfackel, die zwischen den Stücken hindurchfuhr. (1. Mose 15:17)
    • Gott schließt einen einseitigen Gnadenbund mit Abraham.
      • 18 An jenem Tag machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphrat. (1. Mose 15:18)
    • Gott würde eher sterben als den Bund mit Abraham brechen.
    • Und am Ende starb der Same, der hier angekündigt wird, am Kreuz, damit das Versprechen Gottes erfüllt und Abraham und seine geistlichen Nachfolger das Land ererben können.
19 Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.
  • Die ganzen Verheißungen des Alten Testaments werden hier in einer Verheißung zusammengefaßt und auf Christus hin gedeutet.
  • Wofür kam nun das Gesetz? Nicht um uns den Weg zum Heil zu zeigen, sondern unsere Notwendigkeit für einem Retter.
  • Die Verheißung kam auch unmittelbarer. Während das Gesetz dem Volk durch Engel und Mose als Mittler überbracht wurde, ging die Verheißung direkt an Abraham.
20 Ein Mittler aber ist nicht Mittler von einem; Gott aber ist einer.
21 Ist nun das Gesetz gegen die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.
  • Das Gesetz war nie als Weg gedacht, um vor Gott gerecht zu werden.
  • Das Gesetz kann nur verurteilen, aber kein geistliches Leben schenken.
22 Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben.
  • Das Alte Testament sollte der ganzen Welt lehren, daß wir voller Sünde sind und nicht aus eigener Kraft zu Gott kommen können.
  • Wir verfehlen nicht nur leicht Gottes Willen, sondern wir sind vollkommen unter der Macht der Sünde und brauchen Rettung von außen.
  • Das Gesetz zeigt uns die Notwendigkeit des Heils auf.
23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte.
  • Das Gesetz war ein Wächter, der uns gefangen hielt.
  • Das Verhältnis zum Gesetz ist nicht persönlich und intim.
  • Es gründet auf Belohnung und Bestrafung.
  • Wir werden als Unmündige behandelt.
  • Werksreligion führt zu
    • einem Gefühl der Knechtschaft
    • einem unpersönlichem Verhältnis zu Gott, motiviert durch Belohnungen und Furcht vor Strafe
    • Sorge um die Annahme bei Gott
24 So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
  • Das Gesetz war ein Pädagoge, der uns zu Christus führte.
  • Das Ziel des Gesetzes ist Freiheit.
  • In Christus haben wir eine persönliche Beziehung zu Gott.
  • Wir wachsen in unserem Glauben zu mündigen, reifen Christen heran.
  • Wir dürfen in unserer Evangelisation nie das Gesetz auslassen oder abmildern. Der Stern das Evangeliums ist nur auf dem Hintergrund der Finsternis des Gesetzes sichtbar.
25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister.
  • Die Hauptaufgabe des Gesetzes ist also, daß wir unsere Notwendigkeit für einen Retter erkennen.
  • Trotzdem ist das Gesetz für Christen noch wichtig.
    • Wenn ein Kind erwachsen wird, streift es nicht die Erziehung ab, sondern hat sie internalisiert.
    • Jetzt wollen wir unsere Liebe zu Christus zeigen, indem wir seine Gebote erfüllen.
      • 21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Johannes 14:21)
    • Solange wir das Gesetz erfüllen wollen, um bei Gott angenommen zu werden, relativieren wir die Gebote und machen sie einfacher zu erfüllen. Wir werden unehrlich.
    • Nun halten wir das Gesetz nicht mehr um unseretwillen, sondern aus Liebe zu Gott.
      • 19 Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. (Galater 2:19)
    • Wir brauchen das Gesetz, um tiefe Freude und Annahme im christlichen Leben zu erfahren. Wenn wir glauben, daß wir gar nicht so schlecht sind, dann wird uns das Konzept von Gnade nicht wirklich verändern.
    • Das Gesetz zeigt uns, wer wir wirklich sind. Und es zeigt uns wer Christus wirklich ist: unser Retter.
Anwendungsfragen
  • Wie hat sich deine Sicht auf Gottes Gesetz durch deine Bekehrung verändert?
  • Wie beeinflußt ein Wissen um Gottes Gesetz deine Dankbarkeit für Christus und deine Gefühle gegenüber dem Evangelium?
  • Wieso gehorchst du dem Gesetz Gottes? Was willst du damit erreichen
    ?

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