Predigt vom 21.06.2014: Stefan Beyer – Galater 3:6-14 – Die Gerechtigkeit durch Glauben

  • Paulus führt Abraham als Vater der Juden ein, um die Gesetzesprediger zu widerlegen.
  • Wenn schon der Vater der Juden allein durch Glauben gerechtfertigt wurde, wieviel mehr alle seine Nachfolger.
  • Die Geschichte Abrahams begann mit diesem Versprechen:
    • 1 Der HERR aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! 2 Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde! (1. Mose 12:1-3)
6 Gleichwie Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde,
  • Abraham war ein Mann des Glaubens und hätte der Botschaft des Paulus zugestimmt.
  • Paulus bezieht sich hier auf Abrahams Glauben aus 1. Mose 15:1-6.
    • 1 Nach diesen Begebenheiten geschah es, daß das Wort des HERRN an Abram in einer Offenbarung erging: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn! 2 Abram aber sprach: O Herr, HERR, was willst du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus! 3 Und Abram sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe, ein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein! 4 Doch siehe, das Wort des HERRN erging an ihn: Dieser soll nicht dein Erbe sein, sondern der aus deinem Leib hervorgehen wird, der soll dein Erbe sein! 5 Und er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So soll dein Same sein! 6 Und Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.
  • Hier ist eine genaue Beobachtung notwendig:
    • Der Glaube Abrahams ist nicht ein gutes Werk, was Gerechtigkeit verdient.
    • Stattdessen wurde Abraham von Gott Gerechtigkeit zugerechnet (logizomai).
    • Gott behandelt Abraham aufgrund seines Glaubens so, als wenn er ein vollkommen gerechtes Leben geführt hätte.
    • Der Glaube ist also bloß das Mittel, um in den Besitz dieser Gerechtigkeit zu kommen.
    • Gott spricht Abraham gerecht, obwohl er in sich eigentlich immernoch ungerecht ist.
      • 5 Wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. (Römer 4:5)
    • Eigentlich war so ein Akt im Gesetz verboten.
      • 15 Wer den Gottlosen gerechtspricht und wer den Gerechten verurteilt, die sind beide dem HERRN ein Greuel. (Sprüche 17:15)
    • Deswegen brauchen wir den Messias, dessen gerechtes Leben und stellvertretender Tod uns gutschrieben wird.
      • 19 Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. (Römer 5:19)
    • Jesu gehorsames Leben und sein Sühnetod sind also die Grundlage dieser Gerechtsprechung.
  • Traditionelle Religion sagt: Entweder wir führen ein gerechtes Leben und sind deshalb Gott angenehm oder wir leben und ungerechtes Leben und sind deshalb entfremdet von ihm.
  • Paulus zeigt uns, daß es möglich ist, von Gott geliebt und angenommen zu sein, während wir selbst noch sündig und unvollkommen sind.
  • Luther schöpfte die berühmte Phrase: simul justus et peccator.
  • Wir brauchen also nicht erst unser Leben aufzuräumen, bevor wir Gottes Gnade empfangen können, sondern wir empfangen sie als Sünder allein durch Glauben.
7 so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder.
  • Es kommt also nicht auf physische Abstammung von Abraham an, sondern geistliche. Wir sollen den gleichen Glauben wie er haben.
  • Das Neue Testament deutet die Geschichte Israels radikal christuszentriert und in Christus erfüllt.
    • 4 Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. (Römer 10:4)
  • Was war Abrahams Glaube?
    • Nicht ein Glauben an Gott, sondern ein Glauben an seine Evangeliumsverheißungen.
    • Er glaubte an Gottes Versorgung, nicht auf seine eigene Leistung.
      • Abraham war kinderlos mit einer unfruchtbaren Frau.
      • Er konnte keine Kinder zeugen, aber Gott verhieß ihm, daß seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne sein würden.
      • Gott selbst würde eingreifen und Abraham einen Nachkommen schenken.
      • Abraham mußte Gott vertrauen, daß Er genau das tun würde.
8 Da es nun die Schrift voraussah, daß Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im voraus das Evangelium verkündigt: “In dir sollen alle Völker gesegnet werden”.
  • Wenn die Schrift redet, redet Gott.
    • 17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: “Eben dazu habe ich dich aufstehen lassen, daß ich an dir meine Macht erweise, und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde”. (Römer 9:17)
  • Das Alte Testament verkündigte das Evangelium.
  • Gott hat den roten Faden von Anfang an auf Christus hin gesponnen.
9 So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.
  • Das Alte und Neue Testament ist eine große Einheit um das Evangelium herum.
10 Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: “Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun”.
  • Diejenigen, die nicht auf Christus allein vertrauen, stehen unter einem Fluch.
  • Sie können niemals Heilsgewißheit bekommen.
  • Sie leben entweder in Furcht und Unsicherheit oder in Selbstsicherheit und Hochmut.
11 Daß aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn “der Gerechte wird aus Glauben leben”.
12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: “Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben”.
  • Hier ist nicht gemeint, daß das Gesetz für Christen unwichtig ist, sondern daß es nicht dazu dient, vor Gott gerecht zu werden.
  • Das Gesetz war laut Calvin dazu da
    • die Notwendigkeit eines Retters zu erkennen (1. Gebrauch)
    • eine zivile Ordnung zu sichern (2. Gebrauch)
    • und zu wissen, wie man als Gerechtgesprochener gottgefällig leben kann (3. Gebrauch).
  • So war das Gesetz auch im Alten Testament gedacht gewesen, denn es wurde erst nach der Erlösung aus Ägypten gegeben.
13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: “Verflucht ist jeder, der am Holz hängt”),
  • Wir sind nicht aufgrund unseres Glaubens gerettet, sondern aufgrund des Kreuzestodes Jesu.
  • Das Aufhängen am Holz bewirkte nicht den Fluch, sondern war ein Zeichen des Fluches und der göttlichen Ablehnung.
  • Jesu Tod am Kreuz zeigt uns, daß er die göttliche Ablehnung für uns erduldete.
  • Um unsertwillen bedeutet: an unserer Stelle. Jesus war unser Stellvertreter.
  • Er hat nicht allgemein für Sünden gelitten, sondern tatsächlich unsere Stelle am Kreuz eingenommen.
14 damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.
  • Unsere Sünden wurden Jesus gutgeschrieben und sein Segen wurde uns gutgeschrieben (doppelter Tausch – der fröhliche Wechsel (Luther)).
  • Gott behandelte Jesus als Sünder am Kreuz, obwohl er selbst keine Sünde begangen hatte. Er behandelt uns als gerecht, obwohl wir kein gerechtes Werk getan haben.
  • Wir sind nicht nur vergeben, sondern als vollkommen gerecht erachtet.
  • Wir sind vollkommen in Gottes Augen und bleiben es auch.
  • Wir müssen uns jetzt Gottes Segen nicht neu verdienen, sondern wir leben als Christen so wie wir angefangen haben: Im Vertrauen und Liebe zu Christus, dem Gekreuzigten.
  • Wir lassen das Evangelium niemals hinter uns.
  • Der Heilige Geist wurde im Alten Testament verheißen und kommt jetzt in seiner Fülle auf alle, die glauben.
    • 26 Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; 27 ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, daß ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut. (Hesekiel 36:26-27)
    • 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. (Johannes 7:38-39)

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