Galater 2:5-10 – Einheit durch das Evangelium

5 denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, daß wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.
6 Von denen aber, die etwas gelten – was sie früher waren, ist mir gleich; Gott achtet das Ansehen der Person nicht -, mir haben diese Angesehenen nichts weiter auferlegt;
7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, daß ich mit dem Evangelium an die Unbeschnittenen betraut bin, gleichwie Petrus mit dem an die Beschneidung –
8 denn der, welcher in Petrus kräftig wirkte zum Aposteldienst unter der Beschneidung, der wirkte auch in mir kräftig für die Heiden -,
9 und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten, mir und Barnabas die Hand der Gemeinschaft, damit wir unter den Heiden, sie aber unter der Beschneidung wirkten;
10 nur sollten wir an die Armen gedenken, und ich habe mich auch eifrig bemüht, dies zu tun.
Liebe für alle, die in Christus sind

  • Wir sind aufgerufen, jeden in die Gemeinschaft der Heiligen zu akzeptieren, der „in Christus“ ist (Vers 4), egal aus welchem kulturellen oder ethnischen Hintergrund er stammt.
  • Viele Gemeinde predigen einen Glauben an Jesus allein, aber in der Praxis fügen sie Dinge wie Erwählung, Abstinenz von Alkohol oder Zungenrede als weitere Bedingungen hinzu, um wirklicher Christ zu sein.

Wir dürfen anerkennen und feiern, daß wir unterschiedliche Berufungen im Reich Gottes haben (Vers 7)

  • Petrus und Paulus predigten das gleiche Evangelium, aber sie hatten unterschiedliche Zielgruppen.
  • Wir dürfen aber bei diesen unterschiedlichen Berufungen nicht das wahre Evangelium aufgeben und abstoßende Elemente auslassen.
  • Auf der anderen Seite sind wir aufgerufen, den Juden ein Jude und den Griechen eine Grieche zu sein. Das heißt, wir dürfen uns nicht an kulturelle Elemente des Glaubens so binden, daß wir Außenstehende nicht mehr aufnehmen können oder wollen (siehe 1. Korinther 9:19-22).
  • Das Evangelium kann durch konservative und durch liberale Christen verlorenen werden.
  • Die Botschaft des Evangeliums muß immer die gleiche bleiben, auch wenn das Medium der Verkündigung sich ändert.

Wir sind gemeinsam aufgerufen, der Not in der Welt abzuhelfen

  • Obwohl Petrus und Paulus unterschiedliche Missionsfelder hatten, sollten sie doch beide die Sorge für die Armen gewährleisten.
  • Die verschiedenen Gemeinden sollten ihre Ressourcen teilen.
    • 1 Was aber die Sammlung für die Heiligen anbelangt, so sollt auch ihr so handeln, wie ich es für die Gemeinden in Galatien angeordnet habe. 2 An jedem ersten Wochentag lege jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nachdem er Gedeihen hat, damit nicht erst dann die Sammlungen durchgeführt werden müssen, wenn ich komme. 3 Wenn ich aber angekommen bin, will ich die, welche ihr als geeignet erachtet, mit Briefen absenden, damit sie eure Liebesgabe nach Jerusalem überbringen. 4 Wenn es aber nötig ist, daß auch ich hinreise, sollen sie mit mir reisen. (1. Korinther 16:1-4)
  • Dieses Teilen sollte auch innerhalb jeder Ortsgemeinde geschehen.
    • 32 Und die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alle Dinge waren ihnen gemeinsam. (Apostelgeschichte 4:32)
  • Wir sollen uns um die Armen kümmern, weil
    • es Jesus tat (Matthäus 11:1-6)
    • es Jesus von uns fordert (Matthäus 5:43-48)
    • und wir später von Gott darüber gerichtet werden (Matthäus 25:44-46).
  • Wahrer Glaube wird sich in Taten der Barmherzigkeit äußern.
    • 27 Eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist es, Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich von der Welt unbefleckt zu bewahren. (Jakobus 1:27)
  • Diakonische Dienste in der Gemeinde sind genauso gefordert wie Evangelisation und Gemeindegründung (Apostelgeschichte 6:1-7; Römer 15:23-29).
  • Auch die letzten Worte des Paulus an die Ältesten der Gemeinde in Ephesus beinhalten einen Aufruf zur Fürsorge.
    • 35 In allem habe ich euch gezeigt, daß man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als Nehmen! (Apostelgeschichte 20:35)

Grenzen der Einheit

  • Einheit unter den Gemeinden kann unter- aber auch überbewertet werden.
  • Paulus war nicht bereit, in einer Gemeinde mit Falschlehrern zu sein (Vers 4). Deshalb reiste er nach Jerusalem.
  • Die Apostel in Jerusalem stellten sich auf die Seite des Paulus und des Evangeliums und damit gegen die falschen Lehrer (Vers 9).
  • Indem sie Paulus, Barnabas und Titus einschlossen, schlossen sie die falschen Lehrer aus.
  • Indem sie Einheit um das Evangelium schlossen, zogen sie auch die Grenzen um diese Einheit.
  • Das Evangelium schafft eine echte, keine hohle Einheit.

Gottes Gnade im Aposteldienst des Paulus

  • Gott betraute ihn mit einer Berufung (Vers 7).
  • Gott wirkte in Paulus kräftig, damit er diese Berufung erfüllen konnte (Vers 8)
  • Gott schenkte Paulus reichlich Gnade (Vers 9).
  • Aber diese Gnade hatte auch Bedingungen.
    • Paulus kämpfte für die Wahrheit des Evangeliums (Vers 5).
    • Paulus suchte Rechenschaft von Leitern der Gemeinde (Vers 7).
    • Paulus war bereit, seine Berufung auszuführen (Vers 9).
    • Paulus erkannte die Bedingungen an, die ihm von den Gemeindeleitern aufgelegt wurde (Vers 10).
  • “Damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.” (Römer 5:21)

Anwendungsfragen

  • Kennst du Gemeinden, denen die Einheit mit anderen Gemeinden nicht wichtig ist? Oder Gemeinden, denen die Einheit wichtiger als das Evangelium ist?
  • Wie sorgst du dich um die Armen? Wie hat dich Galater 2:10 ermutigt oder herausgefordert?
  • Paßt du dich in deinem Leben zu sehr an die Kultur um dich herum an oder zu wenig, damit das Evangelium verkündigt werden kann?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: