Galater 2:1-4 – Freiheit durch das Evangelium

1 Darauf, nach 14 Jahren, zog ich wieder hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit.
  • Paulus besuchte Jerusalem erneut nach 14 Jahren intensivem Dienst der Verkündigung.
  • Er nahm zwei Vertraute seines Missionsteams mit.
2 Ich zog aber aufgrund einer Offenbarung hinauf und legte ihnen, insbesondere den Angesehenen, das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre.
  • Zum einen hatte Gott Paulus gezeigt, dass er wieder nach Jerusalem reisen sollte.
  • Paulus wollte aber auch sicherstellen, dass sein Dienst nicht vergeblich gewesen ist.
  • Es ging ihm nicht darum, dass er sich unsicher über sein Evangelium war, sondern dass er die Früchte seines Dienstes in Gefahr sah.
  • Er brauchte zu diesem Zeitpunkt die Rückendeckung der Leiter in Jerusalem, um sich vor der Gemeinde gegenüber den falschen Lehrern zu verteidigen.
  • Es ging um die wahre Einheit der Gemeinden um das Evangelium herum.
  • Hätten die Leiter in Jerusalem die Verkündigung des Paulus nicht bestätigt, hätten die Judenchristen den Heidenchristen den Glauben abgesprochen (Antinomismus) und umgekehrt (Gesetzlichkeit).
  • Die Frage war: Würden die Gemeindeleiter in Jerusalem das Evangelium losgelöst von der jüdischen Kultur sehen bzw. die jüdische Kultur darin erfüllt?
  • Die Freiheit in Christus war in Gefahr (Vers 4) und damit die Wahrheit des Evangeliums (Vers 5) (aber siehe Galater 5:13,14).
3 Aber nicht einmal mein Begleiter Titus, obwohl er ein Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen.
  • Titus war der Testfall, den Paulus mit nach Jerusalem brachte.
  • Die Jerusalemer Gemeindeleiter wandten sich gegen ihre jüdische Kultur und zum Evangelium, indem sie für Titus nicht die Beschneidung forderten.
  • Äußere Dinge sind für Gott nicht wichtig (Vers 6), sondern ein erneuertes Herz.
  • Die Gemeindeleiter standen zu den radikalen Implikationen des Evangeliums: Wir sind allein durch den Glauben an Jesus gerettet.
4 Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten –
  • Das Gesetz wurde gegeben, nicht primär, damit wir es erfüllen, sondern damit wir unsere Bedürftigkeit nach Christus erkennen.
  • Für die falschen Brüder war das Gesetz aber erfüllbar und ein Weg, sich vor Gott reiner und annehmbarer zu machen.
  • Durch den Erlösungstod Jesu sind wir schon “heilig und tadellos und unverklagbar dargestellt vor [Gottes] Angesicht” (Kolosser 1:22).
  • Das Zeremonialgesetz wurde nicht abgeschafft, sondern in Christus erfüllt. Er ist es, der uns reinigt (Johannes 13:2-11).
  • Die heidenchristlichen Gemeinden wurden von falschen Brüder infiltriert. Sie predigten ein gesetzliches Verdiensteevangelium, was letztlich zur Sklaverei führte.
Wie führt das Evangelium zur Freiheit?
  • Das Evangelium schenkt kulturelle Freiheit.
    • Es macht keine spezifischen Regeln wie: Schau dir keine Filme an. Trink keinen Alkohol. Iss diese Speisen nicht.
    • Stattdessen gibt es uns eine viel allgemeinere Regel: “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.”, die aber viel schwieriger ist, weil sie unser Herz anspricht.
    • Das Evangelium schafft nicht kleine christliche Ghettos in den Großstädten, sondern sendet uns aus als Lichter in die Welt.
    • Es geht nicht um externe Besonderheiten, sondern um einen Geist der Liebe, die richtigen Motive und Perspektiven.
    • Es geht nicht darum, kulturell nett und anständig zu sein, sondern um radikale Liebe für Christus und den Nächsten.
  • Das Evangelium schenkt emotionale Freiheit.
    • Wenn die Beziehung zu Gott von unserem moralischen Verhalten abhängt, dann sind wir auf einer ewigen Tretmühle von Schuld und Unsicherheit.
    • Paulus hatte die Heidenchristen nicht vom Moralgesetz (den zehn Geboten) befreit als Norm für das Leben (dritter Gebrauch des Gesetzes), aber sie sind nicht mehr das System der Errettung.
    • Wir gehorchen nicht aus Furcht und Unsicherheit, um Gottes Wohlgefallen als Ziel zu erlangen, sondern aus Freiheit, Dankbarkeit und Freude, weil wir Gottes Wohlgefallen schon haben und noch mehr von seiner Freude bei jedem Gehorsamsschritt bekommen.
    • Paulus und die falschen Lehrer haben das Gesetz gepredigt, aber aus unterschiedlichen Gründen.
    • Wenn das Gesetz als Weg zur Versöhnung mit Gott dient, führt es zur Knechtschaft.
    • Wenn das Gesetz aus Freude und Liebe zu Gott getan wird, und um mehr Freude zu erhalten, lebt man in Freiheit.
    • Das wahre Evangelium schafft Freiheit, sowohl kulturell als auch emotional. Das falsche Evangelium zerstört beides.
Anwendungsfragen:
  • Wann in deinem Leben war dir Leistung im christlichen Leben sehr wichtig? Was war der Grund dafür?
  • Was sind die guten und anständigen Dinge, die unsere Kultur wertschätzt? Wo stehst du in Gefahr, diese Dinge von anderen neben dem Evangelium zu verlangen?
  • Fühlst du dich jemals schuldig und unsicher in deiner Beziehung zu Gott? Was könnte das über deine Sicht aussagen, wie man bei ihm angenommen wird?

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