Galater 1:10-15 – Gottes Gnade und Berufung befreit von Menschenfurcht

10 Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.
  • Paulus strebt in seinem Leben und seinem Dienst einzig danach, Gott zu gefallen und ihm entsprechend zu denken, zu reden und zu handeln.
  • Er zieht hier schon einen Gegensatz zu dem Wirken der falschen Lehrer, die der jüdischen Kultur gefallen wollten.
    • 12 Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, daß ihr euch beschneiden laßt, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. 13 Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, daß ihr euch beschneiden laßt, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. (Galater 6:12-13)
  • Paulus benutzt einen ähnlichen Gegensatz wie Jesus, wenn er sagt, daß er nicht gleichzeitig Knecht der Meinung von Menschen und Knecht der Meinung von Christus sein kann.
    • 24 Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! (Matthäus 6:24)
  • Früher oder später wird Gott oder der Götze die Oberhand im Herzen gewinnen.
11 Ich lasse euch aber wissen, Brüder, daß das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt;
  • Paulus schöpfte Kraft und Gewißheit aus dem Fakt, daß seine Lehre nicht von Menschen stammt und damit eine unter vielen gleichberechtigten Ansprüchen hat.
12 ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.
  • Jesus selbst hatte ihm das Evangelium offenbart und es ist damit eine göttliche Botschaft mit göttlicher Gewißheit und göttlicher Autorität.
13 Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, daß ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte
  • Diese Botschaft hatte zudem das Leben von Paulus radikal verändert. Er wurde von einem Verfolger zu einem Verteidiger des Evangeliums.
14 und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferungen meiner Väter.
  • Paulus mußte schmerzhaft lernen, daß die Kultur und Traditionen seiner Väter nicht christusgemäß waren.
15 Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel…
  • Paulus tiefste Sicherheit stammte aus der Berufung, der Gnade und dem Wohlgefallen Gottes.
  • Paulus erzählt sein Zeugnis, wie auch in der Apostelgeschichte, nicht um auf sich selbst aufmerksam zu machen, sondern auf die erstaunliche Gnade Gottes.
  • Er will gegenüber den falschen Lehrern verteidigen, daß er sich das Evangelium nicht selbst ausgedacht hat.
    • Gott hatte radikal in sein Leben eingegriffen und ihm die Herrlichkeit Christi offenbart (Apostelgeschichte 9:1-9).
  • Paulus authentifiziert sich als wahrer Apostel, der nicht erst zum Hauptquartier mußte, um das Evangelium zu lernen, sondern selber von Christus ausgebildet wurde.
    • Aber sein Evangelium wurde später von Petrus, Jakobus und den Gemeinden in Judäa anerkannt (Verse 18-24).
  • Man kann Paulus nicht gegen Jesus stellen, da er sein Evangelium direkt von Jesus empfing.
  • Paulus war nicht nur ein Verkünder des Evangeliums, sondern er hatte seine verändernde Kraft selbst erfahren.
    • Alle anderen Evangelien haben nicht die Kraft, das Leben wirklich von innen heraus zu verändern.
  • Paulus ist das beste Beispiel, daß Gott uns nicht wegen unserer religiöser Taten rettet, sondern aufgrund seiner freien Gnade.
  • Das Leben von Paulus war ein Produkt souveräner Gnade. Gott selbst hatte alles schon vor seiner Bekehrung vorbereitet.
  • Gott lenkte das Gute wie das Schlechte im Leben von Paulus, um ihn auf seinen Dienst vorzubereiten, den Heiden das Evangelium zu verkünden.
    • Ihr gedachtet mir zwar Böses zu tun; aber Gott gedachte es gut zu machen, um es so hinauszuführen, wie es jetzt zutage liegt, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten. (1. Mose 50:20).
  • Jeder Widerstand gegen Gott und sein Evangelium wird am Ende nur dem Plan Gottes in der Verbreitung des Evangeliums dienen.
  • Paulus wurde nicht von Gott zum Glauben und später zum Dienst berufen, weil etwas in Paulus Gott wohlgefiel, sondern weil es Gott selbst wohlgefiel und seinem Plan entsprach.
    • 7 Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der HERR sein Herz euch zugewandt und euch erwählt – denn ihr seid das geringste unter allen Völkern -, 8 sondern weil der HERR euch liebte. (5. Mose 7:7-8)
  • Wir sind deshalb so sicher in Gottes Liebe, weil er sie nicht verdient haben. Daher können wir sie auch nicht durch unsere Unwürdigkeit verlieren. Die Bibel nennt das Gnade.
Anwendungsfragen
  • Wo bist du versucht, dein Leben nach der Meinung von Menschen auszurichten, statt allein Gott gefallen zu wollen?
  • Wie befreit dich das Evangelium der Gnade von Menschenfurcht und falschem Stolz?
  • Wie hat Gott in deinem Leben schon vor deiner Bekehrung gewirkt, um dich auszurüsten und vorzubereiten, ihm später zu dienen?

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