Galater 1:6-9 – Treue zum Evangelium

6 Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium,
  • Die Galater haben sich schnell von dem Evangelium abgewandt, welches Paulus ihnen gepredigt hatte.
  • Indem sie sich vom echten Evangelium abgewandt hatten, haben sie sich auch von Gott abgewandt.
  • Sie hatten sie dadurch auch von der Gnade des Christus hin zu einer Werksreligion abgewandt.
 7 während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen.
  • Für Paulus gibt es keine religiöse Vielfalt, wenn es um das Evangelium geht.
  • Paulus sieht deutlich die Gefahr falscher Lehrer, die den Frieden und die Mission der Christen zerstören wollen, indem sie das Evangelium angreifen und umdeuten.
 8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!
  • Es gibt kein anderes Evangelium als das Evangelium von der Kreuzigung und Auferstehung Jesu für unsere Sünden.
    • 3 Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und daß er begraben worden ist und daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, 5 und daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen. (1. Korinther 15:3,4)
 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht!
  • Paulus spricht einen Fluch über Veränderer des Evangeliums aus. Es keine kleine Sache (siehe Matthäus 5:17-19).
  • Das Evangelium kommt von Gott und kann deshalb nicht verändert werden (Vers 6). 
  • Gott schenkt uns Gnade, dann folgen wir ihm. Ein anderes Evangelium versucht diese Reihenfolge zu ändern. Das Evangelium wird umgekehrt, auf den Kopf gestellt (Vers 7).
  • Martin Luther betonte, daß wenn man sein Vertrauen nicht auf die Gerechtigkeit von Christus setzt, dann wird man etwas anderes an seiner Stelle vertrauen (Kommentar zum Galaterbrief).
Das Evangelium hat zwei Grundannahmen:
  • Wir sind zu sündhaft, um irgendwas zu unserer Errettung beizutragen (Wir brauchen eine vollkommene Rettung).
  • Wir werden gerettet durch den Glauben an das Werk Jesu – „die Gnade des Christus“ – plus nichts weiter.
Beispiele für Infragestellungen des Evangeliums heute:
  • Wir werden nicht bloß durch Glauben gerettet, sondern durch einen dramatischen Akt der Hingabe an Christus verbunden mit einem starken Glauben und gutem Verhalten. Das ist Werksgerechtigkeit.
  • Es macht nichts aus, was du glaubst, solange du ein liebender und guter Mensch bist. Aber, wenn wir durch guten Taten zu Gott kommen können, ist Jesus vergeblich gestorben. Wenn nur gute Menschen gerettet werden können, gibt es keine Hoffnung für die Schlechten. Aber das Evangelium ist gerade eine Hoffnung für schlechte Menschen und Sünder. Außerdem denken Menschen, daß sie unabhängig von Gott leben können. Wenn sie nur Gutes tun und tolerant sind, brauchen sie Gottes Gnade nicht.
  • Ein drittes Abweichen vom Evangelium zeigt sich, wenn Menschen vollkommen intolerant werden, wenn andere von Kleinigkeiten der Kleidung oder des Verhaltens von ihnen abweichen. In der Gemeinde wird alles kontrolliert, vom Essen, über die Kleidung, über Beziehungen und dem persönlichen Zeitplan.
  • Der Prüfstein für jedes Evangelium, welches in der Gemeinde verkündigt wird, ist das Evangelium, das den Aposteln anvertraut wurde.
  • Wir sollten die Echtheit eines Evangeliums nicht daran messen, wie unsere Gefühle dadurch angesprochen werden.
Warum ist es wichtig, was wir über das Evangelium glauben?
  • Durch falsche Lehre verlassen wir Christus persönlich (Vers 6).
  • Ein anderes Evangelium ist gar kein Evangelium (Vers6b-7).
  • Ein anderes Evangelium bringt Verdammnis (Verse 8-9). Das gilt hauptsächliche für die ewige Verdammnis, aber ein falsches Evangelium führt auch zu Furcht, Angst und Schuldgefühlen in diesem Leben.
  • Wenn man fortwährend mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat, kann das ein Zeichen sein, daß man auf ein anderes Evangelium vertraut.
Lehren aus dem Abfall der 1. Generation des Richterbuches:

1 Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe; und ich sagte: Ich will meinen Bund mit euch nicht aufheben ewiglich! 2 Ihr aber sollt mit den Einwohnern dieses Landes keinen Bund machen, sondern ihre Altäre niederreißen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht! Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich nun auch gesagt: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangnetzen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden! 4 Als nun der Engel des HERRN diese Worte zu allen Kindern Israels redete, da erhob das Volk seine Stimme und weinte. (Richter 2:1-4)
  • Die Israeliten hatten sich nicht von dem Götzendienst ihrer Kultur abgesondert, sondern ihn in die Anbetung Jahwes integriert.
  • Diese Vermischung führte dazu, daß die Israeliten über Generationen hinweg den Gott der Bibel nicht mehr anbeteten.
  • Andere Götzen verdrängten den Gott der Bibel in der Anbetung.
  • Wenn man zu Jesus ein Plus hinzufügt und auf die Summe vertraut, dann verdrängt das Plus langsam Jesus in der Gleichung.
Anwendungsfragen
  • Wie wichtig ist dir die Wahrheit des Evangeliums? Wie zeigt sich das in deinem Leben?
  • Wieso führt das Verständnis des echten Evangeliums zum Zorn über falsche „Evangelien“?
  • Welche der drei modernen falschen Evangelien könnte am leichtesten dich oder deine Gemeinde verführen?

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