Werktagsgottesdienst – Das Wesen der Ehe

Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. (Epheser 5:31; vgl. 1. Mose 2:24)

Liebe und das “Blatt Papier”
  • “Ich brauche kein Blatt Papier um dich zu lieben.”
  • Demnach ist Liebe ein besonderes Gefühl, eine romantische Zuneigung.
  • Biblische Liebe definiert sich durch das Opfer. Wieviel bin ich bereit, aufzugeben? Wieviel von meiner Zeit und meinen Ressourcen möchte ich in diesen Menschen investieren?
  • Heute: Ich liebe dich nicht genug, um mir nicht alle Optionen offenzuhalten.
  • Die Ehe ist Pflicht und Gefühl.

Die subjektivistische Vorstellung von Liebe

  • Sexualität nicht als Leistung, sondern als Liebe geben.
Konsumbeziehung oder Bund?
  • Liebe ist mehr Aktion als Emotion.
  • Aber die Ehe ist auch nicht bloße Pflichterfüllung. Früher diente die Ehe zur Förderung der größeren Familieninteressen.
  • Nicht das Individuum oder die Familie sind das wichtigste, sondern Gott. Dadurch wird Gefühl und Pflicht, Leidenschaft und Versprechen miteinander verschmolzen.
  • Das Herz der biblischen Ehekonzeption ist der Bund.
  • In Konsumbeziehungen sind die Bedürfnisse des Einzelnen wichtiger als die Beziehung.
  • Bundesbeziehungen sind für beide Partner bindend. Das Wohl der Beziehung ist wichtiger als die unmittelbaren Bedürfnisse des Individuums.
  • Die Eltern-Kind-Beziehung ist eine Bundesbeziehung und die Ehe sollte es auch sein.
  • Heute bleiben viele nur so lange in einer zwischenmenschlichen Beziehung, wie diese bestimmte Bedürfnisse zu akzeptablen Kosten befriedigt.
  • Soziale Beziehungen werden auf ökonomische Tauschbeziehungen reduziert (Kommodifikation).
Die Vertikale und die Horizontale
  • Horizontale Bünde werden zwischen Menschen geschlossen.
    • zwischen guten Freunden (1. Samuel 18:3; 20:16)
    • zwischen Nationen
  • Vertikale Bünde schließt Gott mit
    • Einzelnen (1. Mose 17:2)
    • oder mit Sippen oder Völkern (2. Mose 19:5).
  • In 1. Mose 2:22-25 finden wir die erste Trauzeremonie der Geschichte.
  • Das hebräische Wort für anhängen bedeutet wörtlich, an etwas geklebt zu werden.
  • Die Ehe ist die tiefste Bundesbeziehung, weil sie sowohl starke horizontale als auch vertikale Aspekte hat (Maleachi 2:14; Hesekiel 16:8; Sprüche 2:17).
  • Der Bund der Ehe wird “vor Gott” geschlossen und ist daher ein Bund nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit Gott.
  • Das Traugelübde wird vor Gott abgelegt.
  • Der Bund mit Gott gibt beiden Partner die Kraft und Stabilität (vgl. Doppelhaushälfte).
Liebe und Verpflichtung
  • Eine Bundesbeziehung ist eine faszinierende Mischung aus Versprechen und Verpflichtung.
  • Liebe braucht einen Rahmen der Verbindlichkeit.
  • Eine Bundesbeziehung ist besonders intim, weil sie verbindlich ist.
  • Ein Ehegelübde ist ein Beweis dafür, daß meine Liebe das Eheniveau und die Qualität radikaler Selbsthingabe erreicht hat.
  • Ohne eine Bund muß man sich ständig beweisen, ständig Werben. In der Ehe entsteht ein geschützter Raum, wo wir unser wahres Ich zeigen können. Wir können verletztlich sein und müssen nicht ständige eine Fassade pflegen.
  • Echte Liebe sucht instinktiv die Dauer (Hoheslied 8:6-7).
  • Zwei Menschen, die einander wirklich lieben, wollen nicht, daß ihre Situation je anders wird.
Das Versprechen, auch morgen zu lieben
  • Ein Ehegelübde ist nicht eine Erklärung der augenblicklichen Liebe, sondern ein gegenseitig bindendes Versprechen, einander auch in Zukunft zu lieben.
  • Zwei Drittel aller unglücklichen Ehen werden wieder glücklich, wenn man zusammenbleibt und sich nicht scheiden läßt.
  • Jesus bekräftigt die Ehe (Matthäus 19:4-9).
  • Ausnahmefälle existieren wegen unseres harten Herzens. Hier ist der Ehebruch beschrieben, in 1. Korinther 7 fügt Paulus den zweiten Fall hinzu, wenn ein Partner den anderen verläßt und auf einer Trennung besteht.
  • Die Scheidung sollte nicht einfach sein; sie sollte nicht unsere erste, zweite, dritte oder vierte Option sein. Aber andererseits weiß Jesus um die Tiefen menschlicher Sünde und bieten denen Hoffnung an, die mit jemanden verheiratet sind, dessen Herz unverbesserlich hart ist.
Die Macht des Versprechens
  • Das Ehegelübde gibt der Liebe eine Chance und schafft einen Raum der Stabilität.
  • Unsere Identität ist nicht so sehr von unseren Gefühlen, Leistungen, Visionen bestimmt, sondern durch das Geben und Halten weiser Versprechen.
  • Unsere gehaltenen Versprechen geben uns eine stabile Identität, die stabile Beziehungen ermöglicht.
Die Freiheit des Versprechens
  • Im Versprechen begrenze ich meine jetzigen Optionen, um wunderbare, vollwertigere Optionen in der Zukunft zu haben.
  • Ich begrenze meine Freiheit jetzt, um in der Zukunft für Menschen da sein zu können, die mir vertrauen.
  • Wir haben im Dschungel der Unberechenbarkeit einen kleinen Zufluchtsort des Vertrauens geschaffen.
Versprechen und Leidenschaft
  • Wenn ich mich in jemanden verliebe, dann liebe ich meine Vorstellung von diesem Menschen.
  • Der Unterschied von einem gekitzelten Ego und der tiefen Freude des Wissens darum, daß jemand mich kennt und liebt.
  • Die Leidenschaft kann uns zum Ehegelübde führen, aber dann liegt es an diesem Ehegelübde, im Laufe vieler Jahre die Leidenschaft reichen und tiefer zu machen.
Wie die romantische Liebe zur Erfüllung kommen kann
  • Die Bedingungslose Bundesbeziehung hilft der romantischen Liebe, zur Erfüllung zu kommen.
  • Nur wenn ich jemanden auch dann liebe, wenn er mich gerade nicht begeistert, kann man sagen, daß ich eine Person liebe.
  • Die Bundesbeziehung befähigt die Ehepartner, zu Menschen zu werden, die einander lieben.
Emotion und Aktion
  • Lieben heißt nicht mögen, sondern bezieht sich vielmehr auf unser Handeln.
  • Liebe muß man nicht spüren, um sie geben zu können.
  • Ist uns die Liebestat wichtiger als das schöne Gefühl, ist dies die beste Voraussetzung dafür, daß das Gefühl wachsen kann.
Handlungen der Liebe führen zu Gefühlen der Liebe
  • Gefühle der Liebe folgen Handlungen der Liebe.
  • Wenn sie nicht aufgeben und die Unliebenswerten unverdrossen lieben, werden sie irgendwann für sie liebenswert werden.
  • Es ist das Handeln in Liebe, das wir für jeden neuen Tag versprechen können.
Lieben kann man wollen
  • Darum sollen auch die Männer ihre Frauen lieben (Epheser 5:28).
  • In jeder Beziehung kommt es zu emotionalen Dürreperioden. Dann sollten wir uns daran erinnern, daß die Ehe in ihrem Kern ein Bund ist.
  • Das Gleichnis vom Weizenkorn (Johannes 12:24).
  • Meine ichbezogene Zuneigung verwandelt sich in eine Liebe, die immer mehr von einer demütig-staunenden Annahme und Wertschätzung des anderen gekennzeichnet ist.
  • Ich wachse hinein in eine Liebe, die weiser, reicher, beständiger ist.
Der Handel
  • Wir denken: Wieviel bringe ich in die Ehe ein, und wieviel mein Partner?
  • Und wenn wir aus der Beziehung so viel (oder gerne auch etwas mehr) herausbekommen, wie wir hineinstecken, dann sind wir glücklich.
  • Wenn die Einnahmen sinken, muß man die Ausgaben kürzen.
  • Wenn sie ein Kind bekommen haben, kommen sie an dem biblischen Modell der Liebe nicht vorbei.
Einer, der dranblieb
  • Ihr Männer, liebt eure Frauen so, wie Christus seine Gemeinde liebt, für die er sein Leben gab (Epheser 5:25).
  • Er liebte uns nicht, weil wir so liebenswert waren, sondern damit wir liebenswert würden.

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